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Frankfurt vor Relegation: „Wer mehr Angst hat, steigt ab“

Frankfurt/Main Frankfurt vor Relegation: „Wer mehr Angst hat, steigt ab“

Das Zittern um den Bundesliga-Verbleib geht für Eintracht Frankfurt weiter. Am Donnerstag und Montag müssen die Hessen in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg ran. Noch vor wenigen Wochen wäre das ein Erfolg gewesen. Nach dem bitteren 0:1 in Bremen aber nicht.

Frankfurt/Main. Immerhin: Die Vorbereitung auf die Relegation begann bei Eintracht Frankfurt mit einer aufmunternden Nachricht.

„Ich denke, dass es gut aussieht bei Alexander Meier. Vielleicht ist er gegen Nürnberg sogar von Anfang an dabei. Auf jeden Fall wird er uns helfen“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner.

Hilfe kann die Eintracht gut gebrauchen, denn am Donnerstag (zuhause) und am darauffolgenden Montag (auswärts) muss sie jetzt noch zwei weitere Endspiele um den Bundesliga-Verbleib bestreiten. Gegner ist der Zweitliga-Dritte 1. FC Nürnberg, das Zittern geht also weiter.

Zur vorzeitigen Rettung fehlten den Frankfurtern am letzten regulären Spieltag nur zwei Minuten. Sie verloren ihr erstes Endspiel bei Werder Bremen mit 0:1 (0:0). In den kommenden Tagen geht es für die Eintracht deshalb nicht nur gegen den FCN, einen unbequemen, nur schwer zu bespielenden Gegner mit „viel Wucht und Selbstvertrauen“ (Hübner). Sondern auch gegen die große Enttäuschung, die das späte Gegentor von Werder-Verteidiger Papy Djilobodji (88.) ausgelöst hat.

„Wir dürfen in dieser Woche keine negativen Gedanken zulassen, sondern müssen uns auf diese zwei anstehenden Spiele fokussieren“, sagte Hübner am Tag nach dem Bremen-Spiel. Und auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen meinte trotzig: „Es wird nicht geweint, es wird nicht geheult. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Mannschaft die nötige Moral zeigen und in der Relegation zum Erfolg kommen wird.“

Die Eintracht und die Relegation - das ist trotzdem eine Krux. Noch vor vier Wochen hätte sich jeder im Verein für diese beiden Entscheidungsspiele zerrissen. Damals standen die Hessen abgeschlagen auf dem vorletzten Platz, damals drohte noch der direkte Abstieg.

Am Samstag aber fiel die Eintracht aus der anderen Richtung auf Platz 16 zurück. So fühlt sich die Relegation nicht mehr wie ein Rettungsanker an, sondern wie ein schweres Stück Blei, das den Club doch noch ganz tief in die 2. Liga ziehen kann. „Wichtig ist, dass man sich nach solchen Niederlagen kurz schüttelt und dann wieder aufsteht. Dass wir das können, haben wir in den letzten Wochen schon mehrfach bewiesen“, sagte Trainer Niko Kovac. „Wir müssen am Donnerstag und am Montag eine Topleistung abliefern, um in der Liga zu bleiben.“

Kovac und Hübner haben die Nürnberger mehrfach beobachten lassen. Was sie dabei an Erkenntnissen gewonnen haben, bereitet ihnen durchaus Sorgen. „Eine sehr körperbetonte Mannschaft mit einer guten Schnelligkeit“, sagte der Sportdirektor. Die Eintracht ist zwar der Favorit, aber der Gegner äußerst unbequem: Genau diese Konstellation könnte für die Frankfurter zum Problem werden.

Denn vor allem im Heimspiel am Donnerstag wird es auf die Offensive ankommen. „Wir wollen schon im Hinspiel ein sehr gutes Ergebnis vorlegen, damit wir das Rückspiel etwas ruhiger angehen können“, betonte Kovac. Nur ist das Spiel nach vorn mittlerweile die große Schwäche. Ihm fehlt es an Ballsicherheit, Tempo und Kreativität.

So ruht die Hoffnung in Frankfurt mal wieder auf Meiers Rückkehr, denn die meisten anderen Offensivkräfte fallen als Hoffnungsträger aus. Haris Seferovic spielt eine miserable Saison. Luc Castaignos ist nach seiner Verletzungspause auch noch keine große Hilfe. Änis Ben-Hatira tauchte nach den Siegen gegen Mainz und Darmstadt ab. Und 3,7-Millionen-Einkauf Marco Fabian spielt unter Kovac keine Rolle.

Immerhin sind Szabolcs Huszti und Marc Stendera gegen Nürnberg wieder dabei und könnten dem Mittelfeld etwas mehr Ruhe geben. Für Torwart Lukas Hradecky ist aber ohnehin entscheidend: „Wer vor diesen Spielen mehr Angst hat, wird definitiv absteigen. Wir sind der Erstligist, wir wollen Erstligist bleiben - dann müssen wir das auch zeigen.“

dpa

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