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Frankreich startet ins große Fußballfest

Paris Frankreich startet ins große Fußballfest

Paris räumt den Müll weg, und auch sonst will das Land sich von Streiks die EM nicht vermiesen lassen. Im Stadion von Saint-Denis eröffnet eine farbenprächtige Zeremonie das Fußballfest - bei heftigen Sicherheitsvorkehrungen.

Paris. Cancan-Tänzerinnen und ein riesiges Eiffelturm-Bild: Mit einem kunterbunten Pop-Spektakel ist Frankreich in die Fußball-Europameisterschaft gestartet.

Eine Zeremonie mit DJ David Guetta eröffnete im Stade de France das vierwöchige Fußballfest, das wegen der Terrorgefahr unter hohen Sicherheitsvorkehrungen steht. Mit dem Eröffnungsspiel Frankreich gegen Rumänien machte sich in Paris am Freitag Fußballstimmung breit, auf der Fanmeile am Eiffelturm sangen zahlreiche Fans die französische Nationalhymne Marseillaise.

Allgegenwärtig blieb die Sorge vor Anschlägen. Am Stade de France im Pariser Vorort Saint-Denis tasteten zahlreiche Sicherheitsleute die Besucher ab und kontrollierten ihre Taschen. Hunderte teils schwerbewaffnete Polizisten bewachten das Spiel.

Für die recht kurze Eröffnungsfeier setzten die Gastgeber auf Klischees: Auf einem riesigen Teppich mit park-artigem Muster waren Lampions und ein riesiges Karussell zu sehen. Cancan-Tänzerinnen umschwärmten die Szene in knalligen Kostümen. Als ein riesiges Eiffelturm-Bild auf einem 550 Quadratmeter großen Banner in die Luft gezogen wurde, verwandelten die 80 0000 Zuschauer die Ränge im Stadion mit Farbtafeln in die Nationalfarben der 24 Teilnehmerländer.

Mittendrin: DJ David Guetta, der in Frankreich als Star gefeiert wird. Gemeinsam mit der schwedischen Sängerin Zara Larsson präsentierte er seinen EM-Song „This One's For You“. Die Kunstflugstaffel der französischen Luftwaffe, die Patrouille de France, malte die blau-weiß-rote Trikolore in den Himmel über dem Stadion.

Die Fans nahmen die Sicherheitsvorkehrungen am Stadion recht gelassen. „Das ist schon ok mit den Kontrollen“, meinte ein Franzose aus der Nähe von Straßburg am Stadion. „Das gibt ein besseres Gefühl nach all dem Terror.“ „Je mehr Kontrollen, umso besser“, sagte Wolfgang Bonetsmüller aus Köln. „Das war alles kein Problem.“ Franziska Rehpenning fand die Kontrollen „ein bisschen lasch“: „Beim Besuch in Disneyland bin ich mehr kontrolliert worden“, so die Rostockerin.

Insgesamt sollen rund 90 000 Kräfte von Polizei, Gendarmerie, Zivilschutz, Feuerwehr und privaten Sicherheitsdiensten das Fußballfest absichern. Darüber hinaus patrouillieren bis zu 10 000 Soldaten in den Straßen. Seit der islamistischen Anschlagserie vom 13. November 2015, die vor dem Stade de France begann, gilt in Frankreich der Ausnahmezustand. Zahlreiche Behörden hatten vor der EM vor einer hohen Terrorgefahr gewarnt, aber betont, es gebe keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne.

Auch die anhaltenden Streiks im Verkehrsbereich sowie Probleme bei der Müllabfuhr in Paris trübten die Vorfreude auf das Turnier. Die sozialen Konflikte hätten das Fest bereits ein wenig verdorben, sagte EM-Organisationschef Jacques Lambert dem Sender France Inter. „Denn das Bild, das vom Land vermittelt wird, ist nicht das, was wir uns mit dieser EM 2016 gewünscht hätten.“

Wegen der Streiks beim staatlichen Bahnkonzern SNCF hatten die Behörden Fans aufgefordert, möglichst früh zum Stadion zu fahren. Die Stadt Paris bemühte sich am Freitag, die infolge von Streiks und Blockaden in den vergangenen Tagen aufgetürmten Müllberge zu beseitigen. Es seien 50 zusätzliche Fahrzeuge im Einsatz, sagte Bürgermeister Anne Hidalgo dem Sender BFMTV.

Neben unternehmensspezifischen Konflikten gibt es in Frankreich seit Monaten Proteste gegen eine geplante Arbeitsmarktreform. Bei der Fluggesellschaft Air France wird in den kommenden Tagen wegen eines Pilotenstreiks mit zahlreichen Flugausfällen gerechnet. Zum Beginn des Streiks am Samstag erwartet das Unternehmen, mehr als 80 Prozent seiner Verbindungen sicherstellen zu können.

dpa

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