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Frankreich will mit Auftaktsieg EM-Mission starten

Paris Frankreich will mit Auftaktsieg EM-Mission starten

Der Druck ist immens. Der Titel soll her im eigenen Land. Die Spieler der französischen Nationalmannschaft sehen dennoch ihre große Chance beim wichtigsten Turnier ihrer Karriere. Kampflos ergeben wollen sich die fußballerisch unangenehmen Rumänen aber nicht.

Paris. Um 18.38 Uhr begann die EM-Mission für Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft endgültig. Gut 27 Stunden vor dem Anpfiff der Heim-EM betrat das Gastgeber-Team vor noch leeren Rängen den Rasen zum Abschlusstraining im Stade de France von Paris.

Mit einem begeisternden Sieg will die Équipe tricolore zum Auftakt im vollen „Stadion von Frankreich“ die krisengeplagte und vom Terror traumatisierte Grande Nation endlich auch in EM-Stimmung versetzen. „Wir haben uns zwei Jahre auf dieses Spiel vorbereitet“, betonte Trainer Didier Deschamps bei der Pressekonferenz einen Tag vor der Partie an diesem Freitag gegen Rumänien (21.00 Uhr): „Es ist ein Privileg, eine Freude.“

Die Fans wollen Frankreichs herausragend besetztes Offensiv-Ensemble siegen sehen. Und die Mannschaft will ihnen den Wunsch erfüllen. „Unser Ziel ist es, bis zum Ende zu kommen und zu gewinnen“, sagte Bayern Münchens Kingsley Coman.

Gegen die defensiv starken Rumänen kann Deschamps auch auf den jüngsten in einem Team zurückgreifen, nach leichten Problemen zu Wochenbeginn ist der noch 19 Jahre alte Coman auch wieder fit. Drei Tage vor seinem 20. Geburtstag wird er aber aller Voraussicht nach nicht zur Startelf zählen.

In Deschamps 4-3-3-System sollen ganz vorn Mittelstürmer Olivier Giroud, Bayern-Schreck Antoine Griezmann und Dimitri Payet - vor allem berüchtigt für seine Freistöße - versuchen, das rumänische Bollwerk zu durchbrechen. Das Team von Trainer Anghel Iordanescu ließ in der EM-Qualifikation gerade mal zwei Gegentore zu, erst kurz vor der EM endete eine Serie von 18 Spielen ohne Niederlage. Hinter Frankreichs starkem Sturmtrio lauern Paul Pogba, N'Golo Kanté von Englands Sensationsmeister Leicester City und Blaise Matuidi.

Die Rumänen machen sich bereits auf eine geballte gegnerische Angriffswucht gleich nach dem Anpfiff gefasst. „Ich erwarte die Franzosen zu Beginn sehr aggressiv“, sagte Iordanescu am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Stade de France. „Auf unseren Spielern wird sehr viel Druck lasten, im Stadion werden fast nur Fans von Frankreich sein.“ Seine Mannschaft spiele gegen eine ganze Nation. „Wir wissen um ihre Stärke, aber wir treten an, um zu gewinnen“, meinte Vlad Chiriches vom SSC Neapel.

Unterschätzen wird kein Franzose die Rumänen, die ihnen bereits bei der EM 2008 ein 0:0 abgetrotzt hatten. „Wir haben noch nichts geleistet“, betonte Kapitän Hugo Lloris, als Favorit fühle man sich nicht. Klar ist aber, dass alles andere als ein Sieg gegen die Rumänen eine große Enttäuschung bis schwerer Rückschlag wäre und die Mannschaft bereits unter noch größeren Druck setzen würde.

Vier Tage nach dem Auftaktmatch heißt Frankreichs Gegner in Marseille Albanien - in der pflichtspiellosen Zeit kassierten die Franzosen eine Niederlage gegen den vermeintlichen Underdog, einmal kamen sie nicht über ein Remis hinaus. Das letzte Gruppenspiel bestreiten die Franzosen am 19. Juni in Lille gegen die Schweiz.

Ein Ausrutscher zum Auftakt könnte da schon fatale Folgen haben. „Das Spiel ist nicht entscheidend, aber es ist sehr wichtig“, betonte Deschamps, der seine Mannschaft im EM-Quartier in Clairefontaine zuletzt abgeschottet von der Öffentlichkeit vorbereitet hat.

Zur Einstimmung war auch Frankreichs Präsident Francois Hollande zum Centre National du Football in einer waldreichen Gegend rund 50 Kilometer von Paris entfernt vorbeigekommen. Er hatte mit der Delegation gegessen und versichert, dass für die Sicherheit bei der EM alles getan sei - vor rund sieben Monaten hatten sich bei den Attentaten in Paris auch drei Attentäter am Stade de France während der Partie Frankreich gegen Deutschland in die Luft gesprengt. Ein Abend, den die meisten aus dem EM-Kader der Franzosen im Stadion miterlebt hatten.

Am 10. Juli findet im Stade de France auch das EM-Endspiel statt. Rumäniens Trainer meinte bereits: „Ich glaube, dass Frankreich das Finale gewinnen wird.“

dpa

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