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Gutes Ergebnis ohne Glanz - Bayern erfüllen Minimalziel

München Gutes Ergebnis ohne Glanz - Bayern erfüllen Minimalziel

Der Weg ins fünfte Halbfinale der Champions League in Serie macht dem FC Bayern mehr Mühe als gedacht. Der Glanz vergangener Schützenfeste ist weg. Trotzdem sind die Chancen auf das Weiterkommen gegen Benfica intakt. Weltmeister Müller vermisst nicht nur mehr Tore.

München. Minimalprogramm statt Torrausch, Schwerstarbeit statt Festakt - dem FC Bayern ist zum Start in die entscheidenden Wochen der Saison die Leichtigkeit abhanden gekommen.

Auf dem Weg ins fünfte Champions-League-Halbfinale nacheinander brillierten die Münchner beim 1:0 gegen Benfica Lissabon keineswegs. Die Chancen auf das fest eingeplante Weiterkommen in Europas Eliteliga sind trotzdem intakt.

„Es war heute kein großer Glanz, aber das ist in einem Viertelfinale eben auch nicht ganz so einfach. Es ist ein gutes Ergebnis, aber es bleibt spannend“, erklärte Thomas Müller mit Blick auf das Rückspiel in einer Woche beim portugiesischen Fußball-Rekordchampion. Ein Frühlingsspaziergang erwartet den deutschen Meister dort nicht.

Nicht nur Weltmeister Müller vermisste trotz des verdienten Sieges „Esprit“, „Feingeist“ und ein Stück „Kaltschnäuzigkeit“. Dabei hatte das K.o.-Duell der beiden nach Mitgliedern größten Fußballclubs der Welt durch das Blitztor von Frontmann Arturo Vidal nach 110 Sekunden perfekt begonnen. Anders als noch vor Monaten, als der Rekordmeister die Gegner wochenlang mit vier oder fünf Toren abfertigte, verlor er gegen Benfica trotz des Traumstarts den Schwung. „Das ist auch kein zusammengewürfelter Haufen“, lobte Müller allerdings auch den nach dem Gegentor stärker und stärker werdenden Gegner.

Auch wenn die Münchner Angriffsmaschinerie nicht perfekt lief, erfüllte das Starensemble von Trainer Pep Guardiola den Auftrag des Zu-Null-Sieges. „Aber dieses Ergebnis ist egal, denn im Viertelfinale der Champions League macht immer das zweite Spiel den Unterschied“, fokussierte sich der Katalane rasch auf das Match im Hexenkessel „Estádio da Luz“. „Am Ende wird der weiterkommen, der das Rückspiel für sich entscheidet.“ Den Münchnern reicht dafür bereits ein Remis. Schießt Bayern ein Tor, muss Lissabon schon drei Treffer erzielen.

„Das wird ein schwieriges Spiel, viel schwerer als das Spiel heute“, warnte der starke Vidal. Wie schon in den Duellen gegen Juventus, als die Münchner in Turin 60 Minuten Superfußball und im Rückspiel eine herausragende Moral demonstriert hatten, übernahm der 28-Jährige anstelle von Xabi Alonso die Rolle des Strategen in der Zentrale. „Natürlich ist das ein gefährliches Ergebnis, umso wichtiger war es, zuhause kein Gegentor zu bekommen“, sagte Vidal, der nach Topwerten gegen Juve diesmal die meisten Kilometer im Team abspulte.

Mit großem Kalkül setzten die Bayern die Guardiola-Vorgabe um, bloß kein Gegentor zu bekommen. Bei fehlender Frische und wenig zündenden Ideen bestachen sie durch Kontrolle und Ballbesitz, leisteten sich aber wiederholt Schwächen in der Defensive. Die Gäste um den im Rückspiel gelb-gesperrten Torjäger Jonas konnten diese aber nicht nutzen.

„Wir sind auf jeden Fall gewarnt. Es hätte auch ein 1:1 werden können“, gestand Welttorhüter Manuel Neuer. Sein Team jagt nach dem elften Heimsieg in Serie den Wettbewerbsrekord von Manchester United (12). „Wir wissen, dass es eine enge Kiste wird in Lissabon“, mahnte Neuer. Zumal Benfica im Europapokal bei seinen letzten drei Auswärts-Hinspielniederlagen mit einem Tor jeweils weiterkam.

Nach den Ligapartien gegen den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt mussten sich die Münchner mit dem dritten 1:0 in Serie begnügen. „Das ist ein positiver Trend“, wertete es Müller mit einem Grinsen. „Wenn wir das so durchziehen bis zum Saisonende, dann sieht es gut aus.“ Im September 2005 gab es zuletzt drei 1:0 der Bayern nacheinander.

Müller trauerte der Riesenchance zum 2:0 nach, als Robert Lewandowski kurz vor dem Schlusspfiff das Zuspiel auf Philipp Lahm nach einem öffnenden Vidal-Pass völlig missglückte. Die Szene des Münchner Toptorjägers Lewandowski (25 Tore in der Liga, 8 in der Champions League) war sinnbildlich für den Auftritt des Münchner Angriffs.

„Wir haben offensiv nicht ganz so gut gespielt, wie wir es normal von uns gewohnt sind“, analysierte Kapitän Philipp Lahm. „Wir müssen ein bisschen besser im eigenen Ballbesitz spielen.“ Spätestens in den erwarteten Halbfinal-Duellen gegen Europas Fußball-Giganten wollen die Münchner dann auch wieder spielerisch in Topform sein.

dpa

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