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Hannover 96 schöpft neue Hoffnung - „Wir leben noch“

Stuttgart Hannover 96 schöpft neue Hoffnung - „Wir leben noch“

Hannover hat sich im Kampf um den Klassenerhalt zurückgemeldet. Die von vielen schon abgeschriebenen Niedersachsen können nach ihrem 2:1 bei der bis dato besten Rückrundenmannschaft VfB Stuttgart wieder Hoffnung schöpfen. Es war auch der erste Sieg für Trainer Schaaf.

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Christian Schulz sorgte mit seinen Toren für den ersten Dreier in der Rückrunde.

Quelle: Marijan Murat

Stuttgart. Seinen Doppelpack kommentierte Christian Schulz mit einem süffisanten Grinsen. „Jetzt mache ich in der Torjägerliste einen großen Sprung nach vorn“, sagte der Kapitän von Hannover 96 nach seinen beiden ersten Saisontreffern zum eminent wichtigen 2:1 (1:1) beim VfB Stuttgart.

Dank des ersten Sieges nach acht Schlappen in Serie hat das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga wieder etwas Anschluss an die Nichtabstiegsplätze gefunden. Mehr aber auch nicht. „Es freut mich unheimlich, dass wir den Bock umgestoßen haben“, betonte Schulz. „Dieser Sieg tut allen gut, nicht nur den Spielern, sondern auch dem Verein und den Fans - wir leben noch.“

Der Trainer und die Teamkollegen bewerteten dieses im knallharten Kampf um den Klassenerhalt überlebenswichtige Erfolgserlebnis ebenfalls erleichtert, aber nüchtern. „Es war erst mal wichtig, überhaupt Punkte zu sammeln“, sagte Thomas Schaaf. „Wir haben nie den Glauben an uns verloren. Dieser Sieg beweist, dass die Mannschaft lebt.“ Ron-Robert Zieler urteilte: „Nach einem 0:1 auswärts in der Phase noch einmal zurückzukommen, da muss man die Moral der Mannschaft hervorheben - wir haben nie aufgegeben.“

Der Nationaltorhüter hatte mit etlichen Glanzparaden ebenso großen Anteil am Sieg wie Schulz, der umsichtig Regie führende Hiroshi Kiyotake, der eine Woche zuvor sein Comeback gegeben hatte, und der starke Innenverteidiger Salif Sané. Beim 0:1 durch Timo Werner (18. Minute) war indes auch Zieler machtlos.

Nach starken ersten 20 Minuten mit guten Torchancen durch Iver Fossum (4. und 20.) und Kenan Karaman (9.) sahen sich die personell extrem geschwächten Niedersachsen immer stärkerem Druck durch den mehr und mehr aufkommenden VfB ausgesetzt. Die Schwaben hatten einige Zeit benötigt, um sich auf Schaafs taktischen Kniff einzustellen, ohne echten Mittelstürmer zu agieren.

Der Ausgleich durch Schulz' Kopfball (32.) entsprach noch dem Spielverlauf und dem Chancenverhältnis in der ersten Halbzeit. Aber das 2:1 des 32-Jährigen (83.) kam selbst für die 96er überraschend. „Es war ein glücklicher Sieg, aber das ist in der jetzigen Situation egal“, sagte Schulz und spielte damit auch auf die beiden Rettungstaten von Defensivkollege Oliver Sorg auf der Linie an. Zudem vergab Stuttgart fahrlässig beste Chancen. „Wir waren überhaupt nicht effektiv“, klagte VfB-Coach Jürgen Kramny. „Zum Schluss hatten wir noch drei, vier Hundertprozentige.“

Zuvor war Schulz nur einmal ein Doppelpack in der Bundesliga geglückt: Vor neun Jahren gegen den MSV Duisburg. Aber nicht nur wegen seiner beiden Tore trug der Kapitän einen Löwenanteil zum Erfolg bei. Er gab der Abwehr Halt und Stabilität und trieb seine Kollegen immer wieder an. Dabei war sein Einsatz fraglich gewesen.

„Unter der Woche hat es so ausgesehen, als ob Schulle gar nicht spielen könne, aber das hat sich Gott sei Dank noch gedreht“, berichtete Schaaf und lobte den Rekonvaleszenten als „wichtigen Spieler für uns“. Von Zieler gab es ebenfalls ein dickes Kompliment: „Für Christian freuen mich die zwei Tore ganz besonders. Er ist als Kapitän vorneweg marschiert - ein ganz besonderer Tag auch für ihn.“ Nun will Hannover am Dienstag im Niedersachsenderby gegen den VfL Wolfsburg den ersten Aufwärtstrend bestätigen. Trotz des Sieges stehen Schaaf und seine Spieler weiterhin unter gewaltigem Druck. Zum Relegationsrang fehlen noch vier Punkte. Der Ernst der Lage ist allen Beteiligten vollauf bewusst. „Wir müssen nachlegen“, forderte Zieler. Schulz pflichtete bei: „Das war nur der erste Schritt. Wir müssen weiterkämpfen.“


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dpa

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