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Hertha darf nach Sieg in Heidenheim vom Finale träumen

Heidenheim Hertha darf nach Sieg in Heidenheim vom Finale träumen

Der Traum vom Pokal-Finale im „Wohnzimmer“ ist für Hertha BSC ganz nah. Die Bundesliga-Fußballer aus Berlin setzten sich im Viertelfinale beim Zweitligisten Heidenheim durch. Auf der Schwäbischen Alb hatte das Team von Trainer Dardei keine Probleme.

Heidenheim. Trainer Pal Dardai freute sich nach dem langersehnten Sprung ins Pokal-Halbfinale nur auf „guten Schlaf und gutes Essen“.

Sichtlich erschöpft und ohne große Jubelsprünge analysierte der Trainer von Hertha BSC den enorm wichtigen 3:2 (2:1)-Sieg bei Zweitligist 1.FC Heidenheim und den erstmaligen Einzug der Berliner Fußball-Profis in die Runde der letzten Vier seit 35 Jahren. „Jetzt wollen wir auch den letzten Schritt machen“, kündigte Dardai an. Die Chance auf das erste Endspiel im eigenen Stadion ist so groß wie nie.

„Wir wollen ganz klar ins Finale“, kündigte Mitchell Weiser an und zeigte vor der Sky-Kamera stolz das vorbereitete T-Shirt mit der Aufschrift: „DER NÄCHSTE BITTE“! Dardai wünschte sich „ein Heimspiel, ganz egal wer kommt, ein Heimspiel, dann kann alles passieren.“ Handball-Europameister Andreas Wolff erfüllte dem Hertha-Coach danach bei der Auslosung in der ARD den Wunsch. Die Berliner erwarten Borussia Dortmund.

Letztendlich souverän löste der Bundesliga-Dritte am Mittwochabend die Viertelfinal-Pflichtaufgabe und setzte sich souverän durch. Zwar hatte Arne Feick (10.) die Hausherren vor 11 900 Zuschauern in Führung geschossen, doch der Bosnier Vedad Ibisevic (14./21.) rückte mit einem Doppelschlag die Verhältnisse schnell wieder zurecht. Der Japaner Genki Haraguchi (58.) machte mit seinem Treffer alles klar. Das Anschlusstor von Kapitän Marc Schnatterer per Elfmeter in der 82. xMinute kam zu spät.

„Ich weiß, was für ein großartiges Erlebnis das Finale im Olympiastadion ist. Ich habe das schon mal mit Stuttgart erlebt“, sagte Ibisevic. Dardei fand die Darbietung seines Teams insgesamt gut, aber „wir machen nicht das vierte Tor, und dann kann so ein kontrolliertes Spiel auch noch schief gehen.“ Heidenheims Coach Frank Schmidt stellte fest: „Wir haben zu schnell den Ausgleich bekommen und auch ein dummes Tor zum 1:2 kassiert.“

Der Traum der Berliner von der Endspiel-Teilnahme am 21. Mai im Olympiastadion und vom ersten DFB-Pokalsieg der Vereinsgeschichte lebt damit weiter. Seit 1985, seit das Finale in Berlin gespielt wird, war es der ironische Gag der Hertha-Fans gewesen: „Die Alte Dame steht im Pokalfinale im eigenen Stadion - ha, ha!“ Nun fehlt dem von Trainer Dardai runderneuerten Team nur noch ein Sieg in der Runde der letzten Vier am 19./20. April und die Profis hätten das geschafft, was der Hertha-Reserve mit der Finalteilnahme im Jahr 1993 gelungen war.

Nicht nur wegen der Kälte kam im kleinen Stadion aber keine rechte Pokalstimmung auf, denn nur vier Minuten später schlug Ibisevic zum ersten Mal zu. Als Weiser den Ball nach einer Flanke des Tschechen Vladimir Darida verlängerte stand der Bosnier goldrichtig. Sieben Minuten später war es wieder der Ex-Bayer Weiser, der den zweiten Ibisevic-Treffer einleitete. „Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben, aber als Mann des Tages fühle ich mich nicht“, sagte Ibisevic.

Nachdem Herthas Ersatz-Kapitän Sebastian Langkamp kurz nach der Pause mit einem Eigentor fast für den Ausgleich gesorgt hätte, spielten die Berliner wieder souveräner. Wenig später tanzte Haraguchi die Heidenheimer Deckung aus und sorgte für die beruhigende Führung. Nachdem Weiser Robert Leipertz von den Beinen geholt und Schnatterer den fälligen Strafstoß souverän verwandelt hatte, wurde es wenigstens die letzten Minuten ein richtiger Pokal-Fight.

dpa

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