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Infantino macht Wahlkampf mit Blatter-Rhetorik

Zürich Infantino macht Wahlkampf mit Blatter-Rhetorik

In seinem Wahlkampf machte Gianni Infantino ähnliche Versprechungen wie früher FIFA-Chef Joseph Blatter. Die Schweizer Landsmänner mögen sich aber nicht. Dennoch werden Zweifel geäußert, ob Infantino der richtige Mann für einen moralischen Wandel im Weltverband sein kann.

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Ist Gianni Infantino der richtige Mann für einen moralischen Wandel im Weltverband?

Quelle: Laurent Gillieron

Zürich. Nach nur kurzer Zeit im Amt als UEFA-Generalsekretär beklagte sich Gianni Infantino über sein so schweres Schicksal. Bei Auslosungen stünde ihm nur der spröde Verbands-Funktionär Giorgio Marchetti zur Seite.

Sein Kollege bei der FIFA hätte hingegen Schönheiten wie Heidi Klum oder Giselle Bündchen als Assistentinnen, monierte der Schweizer mit dem für ihn typischen Augenzwinkern.

Der Wunsch zum Wechsel ins Präsidentenamt beim Fußball-Weltverband hat für den Schweizer natürlich andere Gründe. Als sein Chef Michel Platini im Herbst 2015 in den Strudel der Korruptionsskandale geriet und die UEFA keinen zweiten starken Mann präsentieren konnte, erkannte der 45-Jährige mit dem nötigen Machtinstinkt die Chance.

„Manchmal gibt es im Leben Situationen, in denen man seine Pläne ändern muss, weil es die Bedingungen erfordern“, erklärte er seinen Entschluss, zur Kandidatur um die Nachfolge von Joseph Blatter beim Kongress am Freitag in Zürich.

Während sein auf's Abstellgleis bugsierter Chef Platini sich vor seiner Sperre der Mehrheit für den FIFA-Thron sicher war, musste Infantino im Eilverfahren Boden gut machen. Die UEFA verschickte mit der Pressemitteilung zur Kandidatur auch einen Lebenslauf des Rechtsanwaltes. Nicht einmal in der europäischen Heimatkonföderation flogen dem geübten Funktionär die Herzen automatisch zu.

Immerhin: 500 000 Euro bekam Infantino vom Kontinentalverband für seinen Wahlkampf. Im Privatjet flog er um die Welt. Sechs Sprachen spricht er, das war hilfreich. „Manchmal weiß ich nicht, welche Tageszeit gerade ist, ob ich frühstücke oder zu Abend esse“, gestand er. Von Panama, nach Asuncion, von Kigali nach Paris. Die Flugmeilen wurden nicht gezählt. Doch die Maschinerie lief. Immer wieder konnte Infantino neue Unterstützer präsentieren.

Bei der Abstimmung im Zürcher Hallenstadion ist er nun ein ernsthafter Konkurrent für Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa, dem Adligen aus Bahrain, der ihn vergeblich umgarnte, die eigenen Ambitionen doch für den Posten als FIFA-Generalsekretär aufzugeben. „Es ist nicht die Zeit für Deals“, lehnte Infantino ab. Seinen europäischen Verbündeten wie dem Deutschen Fußball-Bund hätte er eine Allianz mit dem Scheich nicht plausibel machen können.

Infantino machte so viel öffentlichen Wirbel wie kein anderer Kandidat. Das unterschied ihn von Blatter, der in Hinterzimmer-Deals immer seine Mehrheiten sicherte. Bei der Themensetzung stand er seinem Landsmann aber in nichts nach: Generöse finanzielle Versprechungen in Millionenhöhe für alle und Aufblähung der WM für weitere Startplätze. Das brachte ihm Kritik der reichen Ligen in Europa ein.

„Unwohlsein bereitet mir, dass Infantino mit Wahlversprechen angetreten ist, die sich wie diejenigen Blatters anhören. Nämlich: 'Wenn ihr mich wählt, erhaltet ihr noch mehr Geld'“, sagte der Rechtsprofessor und ehemalige FIFA-Ethikberater, Mark Pieth, der „Neuen Zürcher Zeitung“ (Donnerstag). Bedenken schwingen mit. Infantino lernte sein Handwerk bei Platini - der in die alten Blatter-Strukturen komplett verwoben war.

Ein gutes Verhältnis zu Blatter soll Infantino aber nicht haben. Dabei haben die beiden sogar die gleiche Herkunft. Von Brig, dem Geburtsort Infantinos nach Visp, wo Blatter aufwuchs und nun seinen Ruhesitz haben wird, sind es keine zehn Kilometer. Die Regionalbahn braucht sieben Minuten von einem Ort zum anderen. Die FIFA-Krone würde also nur von einem Tal im Wallis in das nächste ziehen.


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dpa

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