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Kampf um Blatter-Erbe: Scheich und General als Favoriten

Zürich Kampf um Blatter-Erbe: Scheich und General als Favoriten

Der überraschungsarme Wahlkampf um den FIFA-Thron nimmt kurz vor Ende Fahrt auf. Der selbstbewusste Europa-Kandidat Infantino setzt Favorit al Chalifa unter Druck, ein Außenseiter will die Kür verschieben.

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Der Kampf um das Blatter-Erbe.

Quelle: Patrick Seeger

Zürich. Im Fünfkampf um die Nachfolge von Joseph Blatter haben die letzten politischen Schachzüge begonnen.

Der umstrittene Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa will seine Favoritenstellung vor der FIFA-Präsidentschaftswahl am Freitag in Zürich retten und lässt alle Vorwürfe gegen sich um Menschenrechtsverletzungen abprallen.

Auf selbstbewusste Eigenwerbung setzt der überraschend starke Herausforderer Gianni Infantino und wildert im Machtbereich des Bahrainers. Der frühere Blatter-Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein verlangt sogar eine Verschiebung der Wahl. Das Feld der Außenseiter könnte sich noch vor der Kür eines neuen Chefs des Fußball-Weltverbands ausdünnen. Ein Überblick der Chancen und Strategien:

SCHEICH SALMAN BIN IBRAHIM AL CHALIFA (50): Keine eigene Pressekonferenz, keine Werbebilder bei Twitter - im Gegensatz zu seinem ärgsten Widersacher Infantino vertraut der Bahrainer auf leise Kampagnen-Arbeit und bringt sich mit Hinterzimmer-Deals in Stellung. Der Präsident des asiatischen Konföderation AFC besitzt die klare Wahlempfehlung seines Heimat-Dachverbands und des afrikanischen CAF, die 100 der insgesamt 209 Stimmen stellen.

Seit er sich angesichts des abzeichnenden Aus des gesperrten UEFA-Präsidenten Michel Platini zur Bewerbung entschloss, steht seine Kandidatur unter dem Dauerfeuer von Menschenrechtlern. Auch Kontrahent al-Hussein prangert eine mögliche mangelnde Unterstützung von bahrainischen Spielern nach pro-demokratischen Protesten in Bahrain an. Bislang scheint die Reputation des Königsfamilien-Mitglieds zumindest in der außereuropäischen Fußball-Welt aber keinen großen Schaden genommen zu haben.

GIANNI INFANTINO (45): Der UEFA-Generalsekretär begann als Außenseiter, hat sich aber zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung annähernd auf Augenhöhe mit al Chalifa gearbeitet. Die große Mehrheit der 53 europäischen Stimmen - darunter auch das deutsche Votum - ist dem Schweizer sicher, in Südamerika (10) und Zentralamerika (7) sammelte er ebenfalls Wahlzusagen. Forsch wähnt er sogar die Mehrheit aus Afrika auf seiner Seite und warb zudem in Asien für sich.

Infantino führt den medienwirksamsten Wahlkampf, unterstützt mit 500 000 Euro von der UEFA jettet er durch die Welt, präsentiert sich als Anwalt von fußballerisch unbedeutenden Kleinst-Nationen. Die Kampagne könnte aus dem Lehrbuch seines Förderers Platini stammen: Der Plan, die WM von 32 auf 40 Nationen Teilnehmer auszubauen, gefällt den Mikro-Verbänden ebenso wie die Verteilung von finanzieller Unterstützung nach dem Gießkannenprinzip. Dass er nach einer Wahl von al Chalifa in friedlicher Kooperation als Generalsekretär zur FIFA wechseln könnte, ist jedoch weiter nicht vom Tisch.

PRINZ ALI BIN AL-HUSSEIN (40): Dass er Amtsinhaber Blatter vergangenes Jahr zumindest den Sieg im ersten Wahldurchgang verwehrte, brachte dem Jordanier viel Respekt ein. Da die Vielzahl der 73 Stimmen aus Europa stammten, nutzt ihm dieser Prestigeerfolg aktuell jedoch nur noch wenig.

Trotz seiner Rolle als früherer FIFA-Vize gilt der wenig charismatische al-Hussein als moralisch integer und fordert am lautesten einen Kulturwandel im Weltverband. Kurz vor der Wahl sorgt er mit einer Klage vor dem Sportgerichtshof CAS wegen nicht transparenter Wahlkabinen für Aufsehen. Al-Hussein verspricht sich davon geringere Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Abstimmenden.

JÉRÔME CHAMPAGNE (57): Im Gegensatz zum Vorjahr nahm der frühere stellvertretende FIFA-Generalsekretär in diesem Anlauf immerhin die Fünf-Stimmen-Hürde, um zur Wahl zugelassen zu werden. Der Franzose gilt trotz seines Mantras einer Umverteilung der Macht im Weltfußball weiter als loyaler Vertrauter von Blatter - und wird chancenlos bleiben.

TOKYO SEXWALE (62): Der frühere Anti-Apartheidskämpfer und heute millionenschwere Unternehmer hatte zu Beginn des Wahlkampfs das Potenzial eines Überraschungskandidaten. Doch angesichts einer völlig uninspirierten Kampagne sowie mangelndem Konzepts scheint der Südafrikaner gar kein großes Interesse am FIFA-Job zu haben. Jüngst kündigte Sexwale den möglichen Schwenk in das Lager eines anderen Bewerbers an, die Aufgabe seiner eigenen Kandidatur ist offenbar nur noch eine Frage der Zeit.


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dpa

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