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Kein Nachfolger nach Frontzeck-Rücktritt in Sicht

Hannover Kein Nachfolger nach Frontzeck-Rücktritt in Sicht

Michael Frontzeck überrascht mit seinem Rücktritt als Trainer von Hannover 96. Laut Manager Martin Bader gibt es noch keinen Nachfolgekandidaten. „Wir haben noch keine Gespräche geführt“, sagt der Sport-Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten.

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Michael Frontzeck ist nicht mehr Trainer von Hannover 96.

Quelle: Peter Steffen

Hannover. Kaum war auch die fünfte Trainer-Station für Michael Frontzeck vorzeitig beendet, widmete sich der Fußball-Lehrer den Vorbereitungen auf das Fest.

„Ich bin schon wieder in der Heimat und habe gerade den Weihnachtsbaum gekauft“, berichtete der in Mönchengladbach-Odenkirchen lebende 51-Jährige. Trotz seines Rücktritts war er erstaunlich gut gelaunt.

Frontzeck hatte beim Fußball-Bundesligisten hingeworfen. Sieben Monate nach seinem Amtsantritt mit der geglückten Rettung im Abstiegskampf. Nach der schlechtesten Hinrunde seit dem Wiederaufstieg 2002 störte ihn, dass er ständig in der Kritik stand.

Sport-Geschäftsführer Martin Bader gab sich nachdenklich, als er berichtete, was der Tabellenvorletzte am Sonntagabend noch entschieden dementiert hatte: den vierten vorzeitigen Trainerabgang der laufenden Bundesliga-Saison nach Lucien Favre (Mönchengladbach), Markus Gisdol (Hoffenheim) und Alexander Zorniger (Stuttgart). „Das werden nun arbeitsreiche Tage“, prophezeite Bader. Den neuen Coach will er spätestens bis zum Trainingsauftakt am 4. Januar gefunden haben. „Wir haben noch keine Gespräche geführt.“

Zu angeblichen Kandidaten wie die in verschiedenen Medien gehandelten Thomas Schaaf oder Jos Luhukay äußerte sich Bader nicht. Der 47-Jährige vermittelte den Eindruck, von Frontzecks Rücktritt kalt erwischt worden zu sein. „Er hat mich heute morgen angerufen und war sehr bestimmt in seiner Aussage“, berichtete Bader. Der Sport-Geschäftsführer war erst im Oktober nach dem Abgang des glücklosen 96-Managers Dirk Dufner bei den Niedersachsen eingestiegen.

„Ich bin nicht amtsmüde und immer noch davon überzeugt, dass wir den Klassenverbleib erneut geschafft hätten“, sagte Frontzeck. „Ich hatte in der derzeitigen Stimmung keine Lust, am 4. Januar wieder anzutreten und in ein erstes Testspiel gegen Hertha BSC zu gehen, das bereits als Endspiel für mich bezeichnet wird.“

Bader versuchte, die Gründe für Frontzecks Rücktritt anderen in die Schuhe zu schieben. Ein Zeitungsbericht, in dem das Frontzeck-Aus angekündigt wurde, sei ein Mitauslöser gewesen. „Dieser Bericht war falsch“, meinte Bader. „Danach haben die Dinge aber Fahrt aufgenommen. Das ist ja auch bei Michael angekommen. Es war vielleicht nicht ausschlaggebend, aber eines der vielen Mosaiksteinchen.“ Frontzeck sagte zu dem Artikel nur: „Das interessiert mich wie ein Sack Reis, der irgendwo umfällt.“

Die Probleme in Hannover waren hausgemacht. In Lars Stindl war der Kapitän und die Führungsfigur schlechthin für die festgeschriebene Ablöse von drei Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach gewechselt. Zudem fiel Hiroshi Kiyotake lange Zeit verletzt aus. „Unser bester Spieler“, meinte Frontzeck. Im Sommer hatte er noch weitere von Clubchef Martin Kind in Aussicht gestellte Neuzugänge abgelehnt.

„Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wie schwierig es ist, auf einem abgegrasten Transfermarkt noch vernünftige Leute zu finden“, meinte Frontzeck und sprach damit einen Punkt an, den sich auch Kind als Kritik gefallen lassen muss. Obwohl der frühere Manager Dufner bei ihm längst in Ungnade gefallen war, durfte oder musste dieser nach dem späten Klassenverbleib den neuen Kader zusammenstellen. Fast alle Neuzugänge entpuppten sich als Fehleinkäufe.

96 steht neben der Trainersuche nun ein Umbau des Kaders bevor. Der Japaner Hotaru Yamaguchi wurde bereits verpflichtet, mindestens der Norweger Iver Fossum (Strømsgodset IF) soll noch kommen. Gespräche mit weiteren möglichen Zugängen liegen nun auf Eis. „Unsere Aufgabe ist jetzt erstmal, den neuen Cheftrainer zu finden“, meinte Bader und stöhnte. „Das macht die Kaderplanung nicht einfacher.“

dpa

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