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Manager Heidel reizt das Neue

Mainz Manager Heidel reizt das Neue

Das Ende der Ära Christian Heidel löst rund um den FSV Mainz 05 große Traurigkeit aus. Nach 24 Jahren im Verein will aber niemand dem anerkannten Manager den Wechsel zu Schalke 04 verübeln.

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Manager Christian Heidel wird Mainz 05 verlassen.

Quelle: Fredrik von Erichsen

Mainz. Der Reiz des Neuen treibt Fußballmanager Christian Heidel in den Westen. „Mit Schalke 04 hat meine Entscheidung nur sekundär etwas zu tun“, sagte der 52-Jährige im voll besetzten Presseraum der Mainzer Coface Arena.

„Ich habe vor ein, anderthalb Jahren für mich die Entscheidung getroffen, in meinem Leben noch einmal etwas Neues zu machen. Ich wollte mir irgendwann nicht den Vorwurf machen wollen: Christian, warum hast du das, das oder das nicht gemacht?“

Wäre Königsblau nicht interessiert gewesen, „wäre ich geblieben“, erklärte Heidel. Die Stadt und der FSV Mainz 05 seien ein Teil seines Lebens, dem Reiz von Schalke aber konnte sich der gebürtige Mainzer auch nach 24 Jahren beim Herzensverein nicht entziehen. Monatelang zog sich der Wechsel zum Bundesliga-Rivalen hin. „Mir fällt das extrem schwer, denn es gab ja keinen Grund, Mainz zu verlassen. Geld spielte schon mal gar keine Rolle.“

Schon im Juni 2015 hätten die Schalker zum ersten Mal bei ihm angerufen. „Ich habe nicht zwei Flaschen Champagner geköpft. Ich freue mich aber auf die Herausforderung“, sagte der 05-Macher. Gerade die ständige Unruhe und die hohe Fluktuation bei Schalke habe ihn gereizt. „Die Historie ist auch bei mir angekommen. Das ist eine schwere Aufgabe - eine leichte wollte ich auch nicht.“

Seinen Nachfolger in Mainz suchte Heidel mit aus - die Wahl ist auf Rouven Schröder gefallen. Der Direktor für Profifußball und Scouting beim Liga-Konkurrenten Werder Bremen steht wie Heidel noch bis 30. Juni 2017 unter Vertrag. Heidel hat seine Freigabe bereits erhalten, Schröder zumindest die Zusage dafür. „Wir sind uns mit Rouven Schröder einig und wollen mit ihm zusammenarbeiten“, sagte der Mainzer Präsident Harald Strutz. „Jetzt sind wir in Verhandlungen mit Werder Bremen.“

Die Bremer stellten unterdessen eine schnelle Übereinkunft mit Mainz über den Wechsel Schröders in Aussicht. „Wir werden uns sicher einigen“, sagte Werder-Sportchef Thomas Eichin: „Die Dinge sind besprochen. Alle haben sich klar positioniert.“

Nach einem Treffen Anfang Januar sei schnell klar gewesen, dass der 40-Jährige zu den 05ern passen könnte. Strutz rechnet damit, dass die Verpflichtung noch in dieser Woche über die Bühne geht. Schröder soll möglichst schnell nach Mainz kommen, um vom amtierenden Manager eingearbeitet zu werden. Heidel wird den langjährigen Teammanager Axel Schuster mit nach Gelsenkirchen nehmen. Dessen Platz - so Strutz - soll Darius Salbert einnehmen, der derzeit in gleicher Funktion für die U23 des FSV arbeitet.

Heidel, der dienstälteste Manager der Liga, will bis zu seinem letzten Tag am 30. Juni die Mainzer Zukunft mitbestimmen. Gleiches gesteht Heidel seinem Kollegen Horst Heldt bei Schalke 04 zu. „Deshalb ist das ein ganz sauberer Schnitt“, betonte er. Klar ist, dass er schon vor seinem offiziellen Dienstantritt in die Planungen der Schalker eingebunden ist.

Seine Mainzer sieht Heidel auf einem guten Weg. „Wir verhalten uns so, als gäbe es den 30. Juni nicht. Die Zukunft wird seriös geplant mit Trainer Martin Schmidt. Wenn Rouven Schröder früher kommt, sitzt er mit am Tisch“, betonte Heidel.

Ein Vorteil ist, dass nahezu alle Mainzer Spieler über die Saison hinaus unter Vertrag stehen. Auch die Personalie Christian Clemens, der von Schalke ausgeliehen ist, sei kein Problem. „Wir müssen irgendwann sagen, ob wir die Kaufoption ziehen. Das entscheidet Martin Schmidt. Ich muss also nicht mir selbst verhandeln.“

Wie emotional der Weggang aus seiner Heimatstadt und der erste Arbeitstag bei Schalke 04 werden wird, ist auch für Heidel offen. „Ich habe noch nie einen Verein verlassen. Ich bin selbst gespannt. Aber ich denke, ich bekomme das hin.“ Mainz wird dem 52-Jährigen immer eine Herzensangelegenheit sein.

dpa

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