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Nach Fehlstart: Heidel knüpft sich Schalke-Versager vor

Bundesliga Nach Fehlstart: Heidel knüpft sich Schalke-Versager vor

So hat sich Christian Heidel sein Engagement auf Schalke nicht vorgestellt. Nach dem historischen Fehlstart mit fünf Niederlagen in Serie kündigt Heidel deutliche Worte an. Es wird ungemütlich auf Schalke.

Schalkes Eric Maxim Choupo-Moting scheitert an Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann.

Quelle: Uwe Anspach

Sinsheim. Christian Heidel war sauer - und zwar richtig. „Die Realität ist beim Team noch nicht angekommen“, kritisierte der Schalker Geschäftsführer nach dem 1:2 (1:2) bei 1899 Hoffenheim, das den historischen Fehlstart des FC Schalke 04 perfekt machte.

Noch nie zuvor war der stolze Traditionsclub mit fünf Niederlagen in eine Spielzeit gestartet. Nach dem Abrutschen auf den nun letzten Tabellenplatz kündigte Heidel für die kommende Woche deutliche Worte an. „Ich werde mit der Mannschaft reden“, sagte Heidel. Die aktuelle Situation müsse schnellstens in die Köpfe. „Ich weiß, was Abstiegskampf bedeutet. Das scheint nicht bei allen der Fall zu sein“, sagte Heidel in seiner spontanen Brandrede in den Katakomben der Rhein-Neckar-Arena.

Um allen den Ernst der Lage vor Augen zu führen, kündigte der aus Mainz gekommene neue starke Mann bei den Königsblauen ein einfaches Mittel an. „Ich werde die Tabelle kopieren, vergrößern und in die Kabine hängen.“

Von der Kritik aus nahm Heidel lediglich Weltmeister Benedikt Höwedes. Und auch Trainer Markus Weinzierl steht trotz der dramatischen Talfahrt noch nicht zur Disposition. „Es gibt keine Unruhe“, sagte Heidel. Dafür aber ernsthafte Worte in den nächsten Tagen.

Schon in Sinsheim musste Heidel fassungslos mit ansehen, wie einige Spieler mit der Niederlagenserie umgehen. „Wenn ich sehe, dass die ersten Spieler schon fünf Minuten nach dem Spiel wieder beim Essen stehen, dann fasse ich mir an den Kopf. Ich kann heute nichts mehr essen“, sagte Heidel.

Torwart Ralf Fährmann und Kapitän Höwedes bemängelten die wieder einmal eklatanten Fehler. „Wo das Problem genau ist, weiß ich nicht“, sagte Fährmann. „Es wird von Woche zu Woche schwerer.“ Höwedes kritisierte mangelnde Geschlossenheit. „Wir machen zu viele Fehler. Die machst Du, wenn Du kein Vertrauen hast“, sagte Höwedes beim TV-Sender Sky. „Das geht auf diesem Niveau nicht.“

Dabei hatte die Partie im Kraichgau optimal für die Gäste begonnen. Bereits in der vierten Minute brachte Eric Maxim Choupo-Moting die Knappen in Führung. Doch danach verfielen die Königsblauen wieder in ihre alte Lethargie. „Wir sind deutlich weniger Kilometer gelaufen in der ersten Halbzeit als der Gegner“, bemängelte Heidel. So war es nicht überraschend, dass die Hoffenheimer die Begegnung noch vor der Pause drehten. Andrej Kramaric (17.) und Lukas Rupp (41.) machten vor 29 288 Zuschauern den ersten Saisonsieg der TSG perfekt.

Allerdings hatten die Hausherren in der Nachspielzeit auch Glück, dass die Schalker einen klaren Handelfmeter nicht bekamen. „Ich kann den Unmut von Markus verstehen, es war ein Handspiel“, sagte auch 1899-Coach Julian Nagelsmann. „Dennoch war es ein verdienter Sieg.“

Während die Hoffenheimer mit nun sieben Punkten auf Platz neun voll im Soll sind, kommen auf die Schalker schwere Zeiten zu. „Es sind nicht erst fünf Spieltage gespielt, sondern schon“, machte Heidel die Situation deutlich. Nach dem Europa-League-Spiel gegen Salzburg am Donnerstag folgt am Sonntag das schwere Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Die Gladbacher starteten in der vergangenen Saison ebenfalls mit fünf Niederlagen in die Bundesliga, schafften dann aber noch den Sprung auf einen Champions-League-Platz. Ein Vorbild für Schalke? „Davon will ich nichts hören. Das ist genau das Problem“, schimpfte Heidel. „So einfach wird das nicht.“

Weinzierl darf trotz der miesen Gesamtsituation weiter arbeiten. Allerdings wirkte der Coach in Hoffenheim angeschlagen, fast schon resignierend verfolgte er das vor allem im ersten Durchgang leblose Treiben seines Teams. „Die Mannschaft hat nicht umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, bemängelte Weinzierl. „Es ist eine brutale Drucksituation, die wir uns selbst eingebrockt haben.“

dpa

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