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Präsident Strutz: Heidel-Weggang wäre „großer Verlust“

Mainz Präsident Strutz: Heidel-Weggang wäre „großer Verlust“

FSV Mainz 05 und Harald Strutz - eine nicht zu trennende Einheit auch im 28. Jahr der Präsidentschaft. Vorrang im neuen Lebensjahr soll der Verbleib von Manager Christian Heidel haben.

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Der Präsident des FSV Mainz 05, Harald Strutz, wird am Dienstag 65 Jahre alt.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Mainz. In aller Stille feiert Mainz-05-Boss Harald Strutz an diesem Dienstag seinen 65. Geburtstag. Für das Altenteil fühlt sich der dienstälteste Präsident der Fußball-Bundesliga noch viel zu jung, wie er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur verrät.

65 - nur eine Zahl oder doch ein bedeutender Einschnitt?

Harald Strutz: Nur eine Zahl. Da ich mich nach wie vor topfit fühle, sowohl was meine geistige als auch meine körperliche Verfassung angeht, ist das für mich wirklich nur eine Zahl.

Sie sind ein Multi-Funktionär. Anwalt, 05-Präsident, Vize-Präsident des DFB und Vorstandsmitglied des Ligaverbands, dazu auch noch Stadtverordneter. Nehmen Sie jetzt den Fuß vom Gas?

Strutz: Meine Tätigkeit als Rechtsanwalt habe ich zurückgefahren. Die Aufgaben im Verein haben mit seinem Wachstum in den vergangenen Jahren zugenommen. Da ist es wichtig, Präsenz zu zeigen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass aus einer langjährigen Tätigkeit im Verein auch eine leitende Funktion in den Verbänden erwächst. Ich glaube, es ist auch ganz positiv für einen Verein wie Mainz 05 und seine Außendarstellung, dort vertreten zu sein.

Wie einschneidend wäre ein Wechsel von Manager Christian Heidel zum FC Schalke 04?

Strutz: Christian Heidel und ich arbeiten seit Jahren eng zusammen. Jeder hatte schon immer seinen Schwerpunkt in der Tätigkeit für den Verein, so ist die Geschichte von Mainz 05 entstanden, die heute nicht mehr wiederholbar ist. Die Arbeit war auch immer Teamwork im gesamten Vorstand. Das wird mir im Moment zu wenig dargestellt. Keine Frage ist aber, dass Christian Heidel in seiner Funktion hervorragende Arbeit für den Verein leistet. Deshalb wollen wir ihn ja auch an uns binden, deshalb kämpfe auch ich um ihn. Sollte er den Verein zu irgendeinem Zeitpunkt verlassen, wäre das ein großer Verlust für uns und eine große Herausforderung, dies aufzufangen. Dann wäre der Zusammenhalt des Vereins gefragt. Ich sehe uns aber insgesamt gut aufgestellt und nicht den gesamten Verein infrage gestellt. Ich finde es dem Verein und auch Christian Heidel gegenüber nicht ganz fair, daraus eine Schicksalsfrage der Nation zu machen.

Ihre Amtszeit ist erfolgreich. Gab es auch Schatten?

Strutz: Schattenjahre haben wir am Anfang erlebt. Man könnte die verpassten Aufstiege als Schatten sehen, im Nachhinein haben sie Sonnenschein gebracht. Wir sind in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit gerückt.

Haben sich Ihre Visionen erfüllt?

Strutz: Wir hatten in den 90er-Jahren die Vision, in der Zweiten Liga zu spielen. Dann hatten wir die Vision, das Bruchwegstadion auszubauen und in die Bundesliga aufzusteigen. Danach wollten wir uns in der Bundesliga etablieren und haben hierfür den Bau der Coface Arena vorangetrieben. Wir haben uns sogar zweimal sportlich für die Europa League qualifiziert. Wir haben schon einiges erreicht, und das aus eigener Kraft heraus, ohne Mäzen oder großen Geldgeber. Die weiteren Entwicklungsschritte werden nun zwangsläufig kleiner ausfallen, wir dürfen keine Traumziele ausgeben. Deshalb müssen wir nun auch immer vermitteln, dass es eine herausragende Leistung ist, sich Jahr für Jahr gegen wirtschaftlich überlegene Konkurrenz in der Bundesliga zu behaupten.

Ihre Vorstandskollegen sind fast alle genauso lange im Amt wie Sie. Ist es Zeit, die Führung neu auszurichten?

Strutz: Ich verstehe den Druck in dieser Diskussion gar nicht. Dieser Vorstand hat in seiner Zusammensetzung und mit seiner geballten Erfahrung den Verein erfolgreich bis an diesen Punkt gebracht. Für das operative Geschäft ist der Verein bestens aufgestellt. Unabhängig davon machen wir uns trotzdem und nicht erst seit gestern Gedanken, inwieweit eine Neustrukturierung Mainz 05 für die Zukunft besser aufstellt. Aber das ist eine Frage, die wir intern in Ruhe diskutieren und weiter verfolgen.

ZUR PERSON: Harald Strutz wurde am 22. Dezember 1950 in Mainz geboren. Der Rechtsanwalt gehört seit mehr als einem Jahrzehnt zur Spitze von DFB und Ligaverband. Seit 1998 vertritt er die FDP im Mainzer Stadtrat. Auch Vater Walter Strutz war Präsident der 05er.

dpa

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