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Rangnick sieht RB als Bundesliga-Bereicherung

Berlin Rangnick sieht RB als Bundesliga-Bereicherung

Den Titel „Fußball-Professor“ hat Ralf Rangnick einst als junger Trainer für seine Vision von modernem Fußball bekommen. Mit seinem Verein RB Leipzig ist er nun drauf und dran, diese Ideen bald auch in der Bundesliga in die Tat umzusetzen.

Berlin. Es ist diese Leidenschaft, mit der Ralf Rangnick RB Leipzig auf die letzten Meter Richtung Fußball-Bundesliga treibt. Wenn der starke Mann des Zweitligisten mitreißend und gewitzt von seinen Visionen für den Club erzählt, ist er kaum zu bremsen.

Aus dem emotionalen Tunnel eines Trainers aber will Rangnick in ein paar Wochen endlich wieder raus. Der 57-Jährige sehnt sich zurück in die Rolle des Baumeisters, will wieder Sportdirektor in Vollzeit sein. „Ich habe zwar keinen grünen Finger, kann aber der Gartenarchitekt sein“, sagt Rangnick bei einer Veranstaltung der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

„Es ist für die Weiterentwicklung des Vereins wichtig, wenn ich mich wieder ganz auf das Umfeld konzentrieren kann. Nur die Allerwenigsten kennen die geballte Last, die bei einem Aufstieg auf den Verein zukommen wird. Bundesliga ist noch etwas ganz anderes als die 2. Liga“, betont Rangnick. Bei sechs Punkten Vorsprung auf Platz drei vor dem Montagsspiel beim 1. FC Kaiserslautern ist der Sprung in Liga eins greifbar.

Locker, dynamisch, glaubhaft - Rangnicks Eifer und Begeisterung wirken überzeugend. Aber hinter seinen klar umrissenen Plänen lässt sich auch der Druck erkennen, der in den letzten Saisonspielen auf ihm lastet. Nur im Falle des Aufstiegs dürfte sich all das realisieren lassen, was Rangnick sich kurzfristig vorgenommen hat.

Für die Verpflichtung eines Wunschtrainers, die Rangnick den Rückzug ins Sportdirektoren-Amt ermöglicht, gilt das wohl ebenso wie für den weiteren Umbau des Kaders im Sinne der RB-Philosophie. Rangnick ist fanatischer Anhänger einer Fußballkultur, in der ein Rädchen ins andere greift und die am Ende aus talentierten, jungen Spielern hochkarätige Profis werden lässt.

Dazu braucht es ein funktionierendes Team und eine starke Führungsperson. „Wir gehen konsequent unseren Weg mit den jungen Spielern. Und deshalb werden wir niemanden holen, der 27 oder 28 Jahre alt ist“, erklärt Coach, der sich nach eigener Aussage inzwischen als Leipziger fühlt.

Auch für den künftigen Trainer hat Rangnick ein so klares Profil entwickelt, dass nur noch wenige Kandidaten auf der Liste stehen. Der Schweizer Lucien Favre ist mit seinen 58 Jahren für RB zu alt. Dagegen schwärmt Rangnick vom Österreicher Ralph Hasenhüttl, dessen Spielidee dem FC Ingolstadt gegen alle Erwartungen den Klassenerhalt in der Bundesliga sicherte und die auch den Leipzigern gefällt. „Für uns ist es wichtig, wenn wir aufsteigen, dass wir unsere Idee vom Fußball weiter verbessern“, mahnt Rangnick.

Ganz klar, Rangnick will RB nicht nur irgendwie und irgendwo in der Bundesliga etablieren. Rangnick will ganz nach oben. Dorthin, wo jetzt die Bayern und Dortmund thronen. Die Millionen von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz sind dafür nicht die Bedingung. Aber: „Sie machen es uns leichter als anderen“, räumt Rangnick ein.

Dass in der Fan-Szene die Millionen-Zuschüsse aus dem Getränke-Imperium, das Vereinsmodell knapp an der Regelgrenze und der Durchmarsch des RB-Teams mit Skepsis, Verachtung und teils gar offenem Hass betrachtet werden, kann der bestens aufgelegte Rangnick charmant wegdiskutieren. „Ich glaube schon, dass wir eine Bereicherung für die Bundesliga sein könnten“, sagt er und erklärt: „Unser Stadion wird wohl immer ausverkauft sein und RB wird auch zu den Clubs gehören, die die meisten Fans zu Auswärtsspielen mitbringen. Aber auch unsere Spielweise wird begeistern.“

Modellbauer und Taktik-Visionär, das war Rangnick schon in Ulm und Hoffenheim. Vereine, die er nach seinen Vorstellungen formte. Nur das er jetzt in Leipzig aus der Erfahrung früherer Stationen schöpfen kann, um alte Fehler nicht zu wiederholen. Deshalb würde er es auch nicht als Totalschaden ansehen, wenn RB den Aufstieg jetzt noch nicht schafft. „Aber ich spüre natürlich, dass die Leute in der Stadt förmlich nach Bundesliga lechzen. Und es schwer werden würde, einige unserer Spieler dann in Leipzig zu halten, wenn sie noch ein Jahr 2. Bundesliga vor sich hätten.“

Bei einem Aufstieg sehen sich die Leipziger zunächst als Lernende. „Auch wenn das ein Teil der Öffentlichkeit anders sieht. Wenn wir oben mal ankommen wollen, muss sich noch einiges ändern. Aber wir wollen organisch wachsen. Das bezieht sich auch auf die Gehälter“, erklärt Rangnick. Er ist sich sicher, dass das, was derzeit bei RB gezahlt wird, noch Lichtjahre von dem entfernt ist, was man bei Bayern oder in Dortmund verdienen kann. „Für kurzfristigen Erfolg werden wir nicht die Gehälter mit dem Faktor drei oder vier erhöhen“, beteuert der RB-Macher.

Rangnick ist seiner Zeit schon wieder voraus. Nur das Wort vom „Projekt“ mag er nicht so gern hören. „Ein Projekt, das ist etwas zeitlich Begrenztes“, sagt er und versichert: „RB Leipzig wird keine temporäre Erscheinung sein. Das wird eine ganz langfristig ausgerichtete Geschichte.“

dpa

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