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SOS in Bayern-Abwehr - Guardiola: Nicht lamentieren

München SOS in Bayern-Abwehr - Guardiola: Nicht lamentieren

Erst Jérôme Boateng, dann Javi Martínez - und wie geht's nun weiter? Die Bayern sorgen sich um ihre Abwehrzentrale. Guardiola jammert nicht, will mit kreativen Lösungen à la Kimmich arbeiten. Einem Nationalspieler darf nun auf keinen Fall mehr etwas passieren.

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FJoshua Kimmich agierte gegen Hoffenheim als Innenverteidiger.

Quelle: Andreas Gebert

München. Pep Guardiola jammerte nicht. Der spanische Starcoach verlangte nach dem nächsten schweren personellen Schlag für sein Luxus-Ensemble kein Shopping-Ründchen im Winterschlussverkauf.

„Alle Trainer der Welt arbeiten mit Problemen. Die ideale Situation existiert im Fußball nicht“, betonte Guardiola nach der mit 2:0 locker bestandenen Bundesliga-Pflichtübung gegen 1899 Hoffenheim. „Wir haben zwei Möglichkeiten: Lamentieren oder nach vorne gehen. Und ich bin mir sicher, wir werden die zweite Lösung versuchen.“

Ein Schnäppchen wird's im WSV nicht geben, kräftig spekuliert wurde am Montag lange über einen Neuen. Doch der Markt war „relativ überschaubar“, wie es Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge beschrieb.

Abwehrchef Jérôme Boateng fehlt wegen seiner Muskelverletzung nach eigenen Worten „zwischen zweieinhalb und drei Monaten“. Javi Martínez, dessen am Wochenende publik gewordenen Knieprobleme nicht näher benannt wurden, geht selbst nicht von einer schweren Verletzung aus. Einige Wochen wird er sicher fehlen - und am 23. Februar und 16. März steht schon das Achtelfinale in der Champions League gegen Juventus Turin an. Die Verletzung von Martínez sei „nicht so ernst“, wiegelte Sportvorstand Matthias Sammer ebenso wie Rummenigge ab. Aber ein Eingriff am linken Knie, an dem er im Sommer 2014 einen Totalschaden erlitten hatte, war auch im Gespräch.

„Jérôme fällt sicherlich länger aus, aber Martínez ist eine Geschichte, die von überschaubarer Dauer sein wird“, bemerkte Rummenigge, sprach von „einer Sache von Wochen, nicht von Monaten“. Dass die Bayern-Vorgesetzten bei dem spanischen Defensivallrounder vage blieben, was Ausmaß der Blessur anbelangte, trug nicht zur Beruhigung bei. Martínez begab sich nach Spanien, um sich von Ramon Cugat als Arzt seines Vertrauens untersuchen zu lassen. Da Medhi Benatia ebenfalls noch im Krankenstand ist, hat Guardiola aktuell nur Holger Badstuber als etatmäßigen Innenverteidiger zur Verfügung.

„Natürlich haben wir ein Problem“, räumte der Katalane ein. „Es ist die gleiche Situation wie letzte Saison. Wir haben es da gut gemacht, und wir werden es auch in dieser Saison gut machen“, erinnerte der Katalane nach einer turbulenten Woche mit Maulwurf-Affäre und Verletztenmisere an das Vorjahr.

In der Vorsaison mit dem bitteren Halbfinal-K.o. in der Königsklasse fehlten in der entscheidenden Phase Arjen Robben und Franck Ribéry als unersetzbare Flügelspieler. Diesmal hakt es hinten. Glaubt man der Sportweisheit „Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Titel“ dürfte der Ausfall diesmal vielleicht sogar noch schwerer wiegen.

„Das ist schmerzhaft für uns. Wir vermissen zwei ganz wichtige Spieler“, haderte der starke Robben nach seinem Startelf-Comeback. „Aber wir müssen das Beste daraus machen. Wir haben einen super Trainer. Er wird die beste Lösung für uns finden. Wenn wir ihm folgen, dann bin ich mir sicher, dass wir auch so weiterkommen.“

Taktisch variabel improvisierte Guardiola gegen Hoffenheim. Joshua Kimmich machte seine Sache in der Abwehrreihe ordentlich, aber keineswegs fehlerfrei. „Er hat gezeigt, er hat die Qualität. Er ist ein schneller Spieler, kopfballstark. Er ist ein süßer, süßer Junge“, schwärmte Guardiola und brachte neben der scherzhaften Variante von Manuel Neuer als Innenverteidiger auch die von David Alaba wieder ins Gepräch. Möglichkeiten mit Xabi Alonso, Rafinha oder Arturo Vidal wurden auch schon durchgespielt. Für die Bundesliga wird es angesichts von acht Punkten Vorsprung wohl auch mit Notlösungen zum Titel langen. Aber reichen die Modelle auch für die Königsklasse?

„Wir hoffen einfach, dass Holger Badstuber seine Form behält und sich nicht verletzt“, erklärte Neuer. Bei Badstuber, der zwei Kreuzbandrisse erlitten und danach wegen eines Muskelsehnenrisses im Oberschenkel vier Monate gefehlt hatte, muss die weitere Belastung angesichts der heftigen Verletzungshistorie abgewartet werden.


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dpa

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