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Stuttgart feiert Kantersieg über Hoffenheim

Stuttgart Stuttgart feiert Kantersieg über Hoffenheim

Der VfB Stuttgart hat die Abstiegssorgen von 1899 Hoffenheim mit einem beeindruckenden 5:1-Heimsieg vergrößert. Nun sind die Retter-Qualitäten von Jung-Trainer Nagelsmann mehr denn je gefragt.

Stuttgart. Julian Nagelsmann hat eine schwere Woche vor sich. Neben der Abschlussprüfung für sein Fußballlehrer-Diplom muss der jüngste Trainer der Bundesliga-Geschichte in den kommenden Tagen all seine Fähigkeiten als Psychologe bei den Profis von 1899 Hoffenheim nachweisen.

Das 1:5 (0:1) beim VfB Stuttgart versetzte dem Tabellenvorletzten einen heftigen Schlag im Kampf gegen den Abstieg. „Wir versuchen, das so schnell wie möglich aus den Köpfen rauszubekommen. Niederlagen in der Höhe sind nie gut“, sagte Nagelsmann nach dem neunten sieglosen Auswärtsspiel der Kraichgauer.

Die schwachen Gäste, für die nur Andrej Kramaric traf (73.), verpassten nach der zweiten Niederlage unter Nagelsmann den Sprung auf den Relegationsrang. „Ein absolut verdienter Sieg des VfB, auch in der Höhe“, bekannte Nagelsmann enttäuscht.

VfB-Coach Jürgen Kramny hatte seinem jungen Kollegen deutlich die Grenzen aufgezeigt. „Das war von Anfang an eine klare Geschichte“, sagte Kramny und lobte die starke Reaktion der Stuttgarter auf die jüngsten Niederlagen gegen Hannover und Gladbach. Vor 47 677 Zuschauern sorgten Georg Niedermeier (6./51. Minute), Lukas Rupp (42.), Filip Kostic (78.) und Timo Werner (82.) für den höchsten Saisonsieg der Schwaben. „Da sieht man, was für ein Potenzial in der Mannschaft steckt“, sagte Kramny.

Nach der 0:4-Blamage in Mönchengladbach hatte der Trainer seine Stürmer Martin Harnik und Werner auf die Bank verbannt und Winter-Neuzugang Artem Kravets sowie Rupp in die Startelf beordert. Letzterer war dann auch gleich an den beiden Toren vor der Pause beteiligt: Nach einem Eckball ließ der sonst so starke 1899-Torhüter Oliver Baumann einen Rupp-Schuss nach vorne abprallen, und der nach vorne gekommene Niedermeier verwertete im Rutschen. Kurz vor der Pause landete eine Flanke von Verteidiger Emiliano Insua dann über Umwege im Strafraum bei Rupp, der eiskalt vollstreckte.

Mit dem 2:0 belohnten sich die Stuttgarter in einer einseitigen ersten Halbzeit auch endlich nach einem Konter, nachdem zuvor bereits einige Gegenstöße gegen die immer wieder indisponierten Gäste nicht zu Ende gespielt worden warnen. „Bei uns war gar nichts drin, wir haben es Stuttgart leicht gemacht“, sagte der schwache 1899-Torjäger Kevin Volland. Kravets (29.) und Daniel Didavi (30.) scheiterten jeweils an Baumann, Rupp vertändelte (31.) im Sechzehner.

Von den Gästen, die unter Neu-Trainer Nagelsmann sieben Punkte in vier Spielen geholt hatten, waren statt flüssiger Kombinationen und mutiger Offensivmomente nur unerklärliche Ballverluste zu sehen. Nagelsmann schlug angesichts der klaren Unterlegenheit seines Teams immer wieder die Hände vors Gesicht.

Und es wurde nach dem Seitenwechsel nicht besser. Nadiem Amiri (48.) hatte zwar den Anschlusstreffer auf dem Fuß, sein Schuss aus elf Metern wurde aber von einem Stuttgarter gerade noch geblockt.

Danach sorgte Niedermeier, der unter Kramnys Vorgänger Alexander Zorniger noch ausgebootet gewesen war, für die Vorentscheidung. Nach einem Eckball von Kostic erzielte der 30-Jährige mit einem wuchtigen Kopfball das 3:0. Es war sein erster Bundesliga-Doppelpack. „Wir haben den Gegner eingeladen“, schimpfte Hoffenheims Eugen Polanski.

Im Gefühl des sicheren Sieges ließen es die Stuttgarter etwas ruhiger angehen, Hoffenheim kam ein bisschen besser ins Spiel. Ein großes Aufbäumen war das aber nicht, auch wenn Kramaric noch das zwischenzeitliche 1:3 gelang. Nur wenige Minuten später machten der starke Kostic mit einer feinen Einzelaktion und Werner nach einem Konter alles klar.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 36,9 - 63,1

Torschüsse: 21 - 13

gew. Zweikämpfe in %: 53,3 - 46,7

Fouls: 17 - 8

Ecken: 11 - 1

Quelle: optasports.com

dpa

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