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Tränen fürs ganze Land: „Haben die Franzosen enttäuscht“

Saint-Denis Tränen fürs ganze Land: „Haben die Franzosen enttäuscht“

Sie wollten diesen Pokal für sich, aber auch für die ganze Nation. Doppelt so groß ist nun der Schmerz bei Frankreichs Nationalspielern. „Ein Alptraum.“ Trainer Deschamps will sich jetzt nicht mit seiner Zukunft beschäftigen. In gut zwei Monaten geht aber die WM-Quali los.

Saint-Denis. Sie weinten, sie schluchzten, ihr Blicke gingen ins Nichts, reden fiel ihnen schwer. Der Anblick der jubelnden Portugiesen wurde zur Qual, die eigene Niederlage tat den Franzosen unerträglich weh.

„Wir sind sehr unglücklich, weil wir die Franzosen enttäuscht haben“, sagte Mittelstürmer Olivier Giroud. „Es ist schrecklich, es ist ein Alptraum“, meinte Pierre-André Gignac, der Sekunden vor dem regulären Ende des EM-Finales mit einem Pfostenschuss die Entscheidung zugunsten der Franzosen verpasst hatte.

Blaise Matuidi saß auf der Bank und weinte, Antoine Griezmann mit der Medaille in der Hand auf einer Kühlbox, Paul Pogba zog sich das Trikot über den Kopf. „Es gibt keine Worte, um das Gefühl zu beschreiben. Die Enttäuschung ist immens. Es braucht Zeit, um das zu verarbeiten“, meinte Trainer Didier Deschamps, „es ist grausam, so zu verlieren“.

Für Fragen nach seinem Vertrag, der bis zur WM in Russland gültig ist, stand dem ehemaligen Welt- und Europameister nach dem 0:1 nach Verlängerung im Stade de France von Saint-Denis gegen Portugal nicht der Sinn. „Ich denke jetzt nicht an mich selbst“, meinte er mit leiser Stimme. „Es wäre so wunderbar gewesen, für die Zuschauer diesen Pokal zu holen.“

Sie wollten diesen dritten EM-Titel - für sich, aber auch für Frankreich. „Nur der Fußballgott weiß, wie sehr Frankreich diese Erleichterung gebraucht hätte - sie wäre weit über den sportlichen Erfolg hinausgegangen“, schrieb Italiens „Corriere della Sera“: „Die Tatsache, dass sie zuhause gespielt haben, trägt zu der Schmach, zu ihrem Waterloo-Syndrom bei.“

Dabei spielte sich die Mannschaft während der fünf Wochen EM in die Herzen der vom Terror im vergangenen Jahr gebeutelten und traumatisierten Grande Nation. Gerade mal 48 Prozent hatte vor dem EM-Start Sympathie für die Équipe tricolore empfunden, bis zum Endspiel kletterte der Wert auf 84 Prozent in einer Umfrage des „Journal du Dimanche“. „Vielen Dank dafür, die Liebesgeschichte zwischen den Bleus und dem Land der Unterstützer neu verbunden zu haben“, schrieb „L'Est républicain“ am Montag.

Als kleinen Trost lud Staatspräsident François Hollande Mannschaft und Betreuer in den Élysée-Palast ein. Dies wie auch die Prämie fürs Erreichen des Finales von 250 000 Euro dürfte aber nur schwerlich über den Schmerz hinweghelfen. „Es gibt tolle Zeiten und traurige Zeiten“, meinte Antoine Griezmann. Den Goldenen Schuh für den Toptorjäger der EM (sechs Treffer) hätte er nur zu gern gegen den Silbernen Pokal eingetauscht. „Es nervt. Aber ich werde versuchen, stärker zurückzukommen“, versprach Griezmann, der 43 Tage zuvor schon mit Altético Madrid im Finale der Champions League gescheitert war - an Portugals Cristiano Ronaldo und Real Madrid.

Umso schlimmer, dass der Superstar und Portugiesen-Kapitän diesmal schon nach 25 Minuten gar nicht mehr dabei war. Aus dem Duell Griezmann vs. Ronaldo wurde so schon mal nichts. Stattdessen traf Eder in der 109. Minute ins Franzosen-Tor und -Herz. „Das war nicht unser Tag. So grausam“, schrieb „Le Parisien“.

Doch die Generation Griezmann wird sich davon erholen, auch wenn das finale Scheitern nach dem Hochgefühl des Halbfinalsiegs gegen Weltmeister Deutschland noch mehr wehtun dürfte. Dass die Franzosen ausgerechnet zwischen den beiden wichtigsten Spielen des Turniers die kürzeste Erholungszeit hatten, wollten keiner als Grund für die Niederlage anführen. Dass die Frische gefehlt hatte, betonte Trainer Deschamps schon.

Viel Zeit zum Erholen bleibt jetzt auch nicht. Am 6. September muss Vize-Europameister Frankreich zum WM-Qualifikationsspiel in Weißrussland antreten. Und verfolgen wird jeden einzelnen dieser bittere Abend des 10. Juli 2016 noch länger. „Wir werden scheiß Ferien haben“, prophezeite Gignac.

dpa

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