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UEFA noch nicht vereint für Infantino

Nyon UEFA noch nicht vereint für Infantino

Die UEFA muss nach der Sperre für ihren Chef Michel Platini wichtige Personalentscheidungen fällen. Bei einer Sitzung in Nyon stellen sich die Verbände noch nicht geschlossen hinter Generalsekretär Infantino als FIFA-Kandidaten. Und: Die Platini-Nachfolge bleibt ungeklärt.

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Gianni Infantino möchte FIFA-Präsident werden.

Quelle: Cyril Zingaro

Nyon. Kein schneller Nachfolger für Michel Platini und noch keine uneingeschränkte Unterstützung für Gianni Infantino als FIFA-Präsidentschaftskandidaten. Die UEFA hat bei der Versammlung ihrer 54 Verbände und einer Exekutivkomitee-Sitzung überraschende Personalentscheidungen getroffen.

Ihr Generalsekretär Infantino muss im Wahlkampf um den Präsidentenposten beim Weltverband FIFA noch um Unterstützung werben. Der 45 Jahre alte Schweizer kann noch nicht mit allen Voten der 53 stimmberechtigten Europäer für die Abstimmung am 26. Februar in Zürich rechnen. In einer Mitteilung der Europäischen Fußball-Union vom Freitag war nur von einer großen Mehrheit der Nationalverbände die Rede, die hinter der Kandidatur Infantinos um das Amt des Weltverbandschefs stehen würde. Offenbar müssen sich mehrere Verbände - wie die einflussreichen Engländer - noch auf nationaler Ebene Grünes Licht für eine Stimme für den Schweizer holen.

Die Verbände hatten sich bei dem Treffen in Nyon deshalb noch nicht auf eine einheitliche Position einigen können. Stattdessen wollen die Verbände nun intern ihre Präferenz für die FIFA-Wahl abstimmen, hieß es. Dies hatte der Deutsche Fußball-Bund bereits am Mittwoch getan und sich zu Infantino bekannt. Der Generalsekretär bekam immerhin schon die Unterstützung des Exekutivkomitees um die deutschen Funktionäre Wolfgang Niersbach und Karl-Heinz Rummenigge zugesichert. Diese sind allerdings nicht stimmberechtigt.

„Ich bin geehrt und stolz, heute so viele Unterstützungsbotschaften von europäischen Verbänden zu bekommen. Das gibt mir viel Kraft für die nächsten Schritte“, twitterte Infantino, der in seinem Wahlkampf von der UEFA mit 500 000 Euro unterstützt wird.

Neben Infantino bewerben sich Asiens Kontinental-Chef Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa aus Bahrain, Prinz Ali bin Al-Hussein aus Jordanien, der Südafrikaner Tokyo Sexwale und Jerome Champagne aus Frankreich um die Nachfolge des gesperrten Joseph Blatter. Stimmberechtigt sind alle 209 FIFA-Mitgliedsländer.

Der gesperrte UEFA-Boss Platini hatte ursprünglich auch für das FIFA-Amt kandidieren wollen. Nach seinem Ausschluss für acht Jahre durch die FIFA-Ethikkommission hatte er jedoch seinen Rückzug aus dem Kandidatenrennen verkündet. Die UEFA will den Franzosen aber nicht einfach fallen lassen - womöglich auch aus juristischen Gründen.

Bis dessen Fall von allen Instanzen geklärt ist, werde kein Termin für eine Neuwahl festgelegt, teilte die UEFA mit. Platini hat Einspruch bei der Beschwerdekammer des Fußball-Weltverbandes und dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen das Urteil angekündigt. Dem Franzosen wird eine Zahlung in Höhe von zwei Millionen Franken durch Blatter vorgeworfen, die die beiden Funktionäre als verspätete Gehaltszahlung deklarierten.

Die UEFA hat am 25. Februar einen außerordentlichen Kongress in Zürich einberufen. Einen Tag später wählt die FIFA dort einen Nachfolger für Blatter. Der reguläre UEFA-Kongress 2016 war vom Exekutivkomitee im Dezember vom 23. März auf den 3. Mai in Budapest verschoben worden. Daher war angenommen worden, dass bei diesem Termin ein Nachfolger für Platini bestimmt werden solle.

„Wir hoffen, dass sein Name reingewaschen wird, so dass er so schnell wie möglich in Europas Fußball-Familie zurückkehren kann“, hieß es in einem UEFA-Statement am Freitag. Unklar ist, ob Platini bei einem Freispruch durch die Sportgerichtsbarkeit einen Anspruch auf sein Amt als UEFA-Chef hätte.

dpa

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