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Videobeweis soll bei Spiel in Italien getestet werden

Bari Videobeweis soll bei Spiel in Italien getestet werden

Seit vielen Jahren wird über den Videobeweis im Fußball diskutiert, nun ist er erstmals bei einem internationalen Länderspiel getestet worden. FIFA-Präsident Infantino und Schiedsrichter Kuipers sind zufrieden. Beim nächsten Test ist die DFB-Elf dabei.

Bari. Gelbe Karte oder Rote Karte? Im Fußball-Klassiker zwischen Italien und Frankreich waren noch keine vier Minuten gespielt, als Schiedsrichter Björn Kuipers zur Klärung dieser Frage erstmals auf den Videobeweis zurückgriff.

Nach einem Foul des Franzosen Djibril Sidibé an Daniele De Rossi trat der Niederländer ein paar Schritte zurück, sprach über sein Headset mit zwei Assistenten, die das Spiel an Bildschirmen verfolgten, und entschied: Sidibé darf weiterspielen. Der Premiereneinsatz für den Videobeweis in einem internationalen Länderspiel ist geglückt, beim nächsten Test soll auch die deutsche Mannschaft dabei sein.

„In der ersten von zwei Szenen, in denen mich meine Videoassistenten über Funk angesprochen haben, wollten mich die italienischen Spieler dazu bringen, dem französischen Spieler die Rote Karte zu zeigen“, berichtete Kuipers, einen Tag nach der Partie. „Nachdem sie die Szene noch einmal gesehen hatten, haben mich meine Assistenten neun oder zehn Sekunden später informiert, dass es ausreicht, die Gelbe Karte zu zeigen. Diese Entscheidung haben die Spieler sofort akzeptiert.“

Nach dem Einsatz des Videobeweises zog Kuipers ein positives Fazit: „Es war für uns eine großartige Gelegenheit, die uns ein gutes Gefühl gegeben hat“, sagte er. FIFA-Präsident Gianni Infantino war ebenfalls sehr zufrieden. „Es war eine sehr positive Erfahrung“, sagte er in Bari. „Es wurde ein Stück Fußballgeschichte geschrieben.“

Der Präsident des Fußball-Weltverbandes meinte: „Wir sprechen seit vielen Jahren davon, nun gab es zum ersten Mal in einer offiziellen Partie einen Test.“ Der Fußball solle mit der Technik verbessert werden, ohne dass das Spiel zu sehr beeinflusst werde. „Wir sind im Jahr 2016, wir können uns nicht mehr erlauben, dass die ganze Welt eine wichtige Szene sieht und der Schiedsrichter ist der einzige, dem das verboten ist. Wir lieben den Fußball und wir müssen ihn schützen.“

Stark beeinflusst wurde die Partie, die Frankreich 3:1 gewann, tatsächlich nicht. Zumindest, was den Spielfluss angeht. In der ersten Szene hatte Kuipers die Partie aufgrund des Foulspiels sowieso unterbrochen, als er zum zweiten Mal die Hilfe seiner Videoassistenten in Anspruch nahm, war der Ball im Seitenaus. Der Franzose Layvin Kurzawa hatte den Ball vermeintlich im Strafraum mit der Hand gespielt.

Die Italiener reklamierten, wollten einen Elfmeter. „In der zweiten Szene haben mir meine Videoassistenten sieben Sekunden später geraten, keinen Strafstoß zu geben“, erklärte Kuipers. Auch diesmal hätten die Spieler die Entscheidung sofort akzeptiert. „Dieses Vertrauen der Spieler hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben“, sagte der Niederländer.

Infantino erklärte, es gehe beim Videobeweis nicht darum, jede einzelne Szene eines Spiels zu bewerten. „Er soll nur in den Schlüsselszenen zum Einsatz kommen, die ein Spiel entscheiden können“, sagte er. „Bei einem Tor, einer Szene im Strafraum, Abseits, Roten Karten. Situationen, die wirklich ein Spiel entscheiden können.“ Es gebe nicht viele solcher Szenen, aber dann könne der Videobeweis eine wirkliche Hilfe sein.

Infantino äußerte die Hoffnung, die Technologie auch bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland einsetzen zu können. „Wir werden weiter Tests durchführen bis 2018, dann werden wir entscheiden“, kündigte er an. „Wenn wir keine Tests machen, wissen wir nie, ob es funktionieren wird.“

Beim nächsten FIFA-Einsatz des Videobeweises soll auch die deutsche Nationalmannschaft dabei sein. Im Testspiel am 15. November in Mailand gegen Italien soll der Schiedsrichter erneut technische Unterstützung erhalten. Zudem sind Tests der Technologie in dieser Saison auch in nationalen Ligen wie der Bundesliga, in Österreich, Italien, Portugal oder den USA geplant.

dpa

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