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Wales gewinnt dank Eigentor „Battle of Britain II“

Paris Wales gewinnt dank Eigentor „Battle of Britain II“

Das Spektakel findet eher auf den Rängen statt, fast schon bezeichnend wird das britische Bruderduell durch ein Eigentor entschieden. Am Ende jubelt Wales, bei seiner ersten EM-Teilnahme steht das Team um Superstar Gareth Bale gleich im Viertelfinale.

Paris. Superstar Gareth Bale stolzierte nach dem schwer erkämpften Viertelfinal-Einzug stolz mit Töchterchen Alba Violet über den Rasen des Prinzenparks. Die stimmgewaltigen Fans ließen den Ohrwurm „Don't take me home“ ein weiteres Mal aufleben.

„Wir können es noch gar nicht realisieren“, sagte der 100-Millionen-Mann von Real Madrid nach dem 1:0 (0:0) der Waliser im „Battle of Britain II“ gegen Nordirland und gab dem eigenen Anhang sogleich den Auftrag zu einer langen Partynacht. „Sie sollen heute einfach nur feiern.“

Gleich auf Anhieb schaffte es der EM-Debütant bei der Endrunde in Frankreich ins Viertelfinale. „Wir können das, was wir erreicht haben, sehr genießen“, betonte Wales-Trainer Chris Coleman, der seinem Kollegen Michael O'Neill direkt nach Spielschluss tröstende Worte zusprach. Für die Waliser geht die Reise am Freitag (21.00 Uhr) weiter, wenn sie in Lille auf den Sieger der Partie zwischen Ungarn und Belgien treffen.

Der nordirische Kapitän Steven Davis war dagegen „platt und traurig“. Die EM-Teilnahme sei aber trotzdem eine großartige Erfahrung gewesen. Trainer O'Neill haderte nach dem niveauarmen Bruderduell mit dem bitteren Aus, das erst durch ein Eigentor des nordirischen Verteidiger Gareth McAuley besiegelt worden war. „Es war ein sehr enges Spiel. Ich denke nicht, dass wir es verdienen zu verlieren.“

Die Nordiren dürften aber trotz ihres Ausscheidens die erste EM-Teilnahme ebenfalls in guter Erinnerung behalten, insbesondere durch ihre verrückten Fans hatte sich die „Green and White Army“ viele Freunde in Frankreich gemacht.

Das Spiel war aber eher keines für Feinschmecker. Vor 44 342 Zuschauern im Pariser Prinzenparkstadion war es fast schon bezeichnend, dass ein Eigentor die Partie in der 75. Minute entschied. Ausgerechnet McAuley unterlief dabei das Missgeschick. Der 36 Jahre alte Abwehrhüne war im zweiten Gruppenspiel noch gefeierter Held, als er das erste nordirische Tor beim 2:0 gegen die Ukraine erzielt hatte.

Wenige Torraumszenen, kaum packende Zweikämpfe - das größere Spektakel spielte sich auf den Rängen ab, wo die stimmgewaltigen Fangruppen aus beiden Lagern erneut zur Höchstform aufliefen - mit Vorteilen für die nordirischen Anhänger.

Auf dem Rasen waren es eher die Waliser, die von zwei technisch schwachen Mannschaften noch über die reifere und strukturiertere Spielanlage verfügten. Allerdings fehlte es gegen die dicht formierte Deckung der Nordiren an Ideen und Durchschlagskraft, dazu wurde Wales-Superstar Bale per Sonderbewachung gut aus dem Spiel genommen.

Die erste Torchance ging gar auf das Konto der Nordiren, wenngleich der Schuss von Steven Davis für Torhüter Wayne Hennessey keine allzu große Prüfung war (10.). Gleiches galt für den Versuch von Jamie Ward aus der Distanz (22.). Auf der Gegenseite versuchte es Aaron Ramsey zunächst vergeblich per Hacke (12.). Sieben Minuten später brachte der Mann vom FC Arsenal den Ball gar im Tor unter, stand dabei nach einem Kopfball von Sam Vokes aber im Abseits. Das war es auch schon, was die die beiden britischen Vertreter im ersten Durchgang zu bieten hatten.

Niveauarm blieb es auch in der zweiten Halbzeit, wenngleich die Waliser nun zielstrebiger agierten. Dabei hatte Vokes die große Chance zur Führung, als er nach Flanke von Ramsey freistehend einen Kopfball neben das Tor setzte (53.). Kurz darauf hatte auch Bale seine erste große Szene. Nachdem er von Oliver Norwood gefoult worden war, zwang der 100-Millionen-Mann von Real Madrid den nordirischen Schlussmann Michael McGovern beim anschließenden Freistoß aus 27 Metern zu einer Parade (58.).

Der Führungstreffer kam daher nicht unverdient, nach dem Rückstand warfen die Nordiren noch einmal alles nach vorne. Zu Torchancen kamen sie aber nicht.

dpa

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