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Lyon Wer ist der Schönste, der Beste, der Teuerste?

Ronaldo gegen Bale – das Duell der Gegensätze

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Es kann nur einen geben: Cristiano Ronaldo (links) und Gareth Bale, die beide für Real Madrid spielen, treffen heute im EM-Halbfinale Wales gegen Portugal aufeinander.

Quelle: dpa

Lyon. Cristiano Ronaldo? Oder Gareth Bale? Keine Partie verdichtet sich so sehr auf zwei Protagonisten wie das EM-Halbfinale heute (21 Uhr, ARD) zwischen Portugal und Wales. Sogar die Uefa entwarf ein Ankündigungsplakat, auf dem diese beiden sich grimmig anblicken – eingehüllt in ihre Nationalflaggen. Kräftemessen der Megastars, Schlacht der Giganten, King-Kong-Duell – in Zeiten des Personenkults scheint gerade jede Überhöhung erlaubt. Auf der einen Seite schauen die einen zur „CR7“, Ronaldos Initialen inklusive Trikotnummer, auf der anderen auch in Ermangelung namhafter Alternativen zur Nummer elf, eben Bale.

Als vergangenen Freitag mit der Sensation der Waliser gegen Belgien (3:1) die Begegnung der Vereinskameraden von Real Madrid besiegelt war, wartete im Stade Pierre-Mauroy in Lille alles auf Bale. „Es ist das Spiel Portugal gegen Wales – mehr nicht“, meinte der Zopfträger mit dem Bartflaum, der ansonsten keine Lust verspürte, das Thema zu vertiefen. Auch aus dem Trainingscamp in Dinard, wo Bale sich einen Tag Extraerholung gönnen durfte, hieß es nur: „Es geht nicht um zwei Spieler, es geht um zwei Nationen, elf Mann gegen elf Mann.“ Ronaldo sei jedoch, gewiss, „ein fantastischer Spieler“.

Die prägendere Figur dieses Turniers ist bislang der Waliser. Einer der wenigen Weltstars, der die Erwartungen übertroffen hat. Vielleicht, weil er sich einfach vom besonderen Teamspirit tragen lässt. In jedem der drei Vorrundenspiele erzielte der 26-Jährige ein Tor, gegen die Slowakei (2:1) und England (1:2) jeweils per Freistoß, eigentlich die Lieblingsspezialität Ronaldos. Der blieb zu Beginn der Gruppenphase wie die gesamte Mannschaft reichlich blass, um sich dann gegen Ungarn (3:3) zum „Man of the Match“ mit zwei Toren und einer Torvorlage aufzuschwingen.

Die Statistik spricht für den Waliser: Bale schoss öfter aufs Tor als Ronaldo (14:9), ging häufiger ins Dribbling (33:9), setzte mehr Flanken zum Mitspieler ab (10:1) und mehr Tacklings ein (8:1). Teamplayer versus Egoshooter – das trifft es.

Portugals Nationaltrainer Fernando Santos beteuert tapfer das Gegenteil. „Man kann nicht den Cristiano aus Madrid mit dem Cristiano bei der Nationalmannschaft vergleichen. Bei uns ist er ein Vorbild als Kapitän, dem die Mannschaft folgen muss, wenn sie gewinnen will.“ Die Ikone (131 Länderspiele/60 Tore) bestimmt bei ihm im Grunde selbst, wo sie sich auf dem Platz aufhält – jedenfalls nicht starr auf der linken Flanke. Der Modellathlet, ein 80 Kilo schweres Monstrum an Muskelmasse, taucht zwar überall mal auf und trägt die Binde, ist aber als Anführer kaum tauglich, weil zu selten mannschaftsdienlich. Fehlt daher den Portugiesen noch ein Titel?

Bale braucht das Stück Stoff nicht – das hat der wackere Verteidiger Ashley Williams am Arm –, um als Leader voranzugehen. „Natürlich ist er der, der die spektakulären Tore macht, aber für uns ist er viel mehr“, sagt Nationalcoach Chris Coleman, der einem Idol (60 Länderspiele/22 Tore) alle Freiheiten gibt, um neben seiner Unberechenbarkeit auch seine Präsenz und seine Technik zu nutzen. Coleman würde es nie einfallen, ihn dermaßen streng an die Außenbahn zu binden wie es der Klub tut. Der 73 Kilo leichte Sprinter betreibt einen Pendelbetrieb zwischen Sturm, Mittelfeld und Flügel. Damit ist er mit seiner atemberaubenden Geschwindigkeit – kein Spieler auf der Welt ist laut einer offiziellen Erhebung der Fifa mit dem Ball am Fuß schneller – bestens ins Geschehen eingebunden. Dummerweise fehlt ihm nun mit dem gesperrten Aaron Ramsey der wichtigste Verbindungsmann. Trotzdem kann Bale jetzt viel gewinnen – und Ronaldo nur verlieren.

Und doch geht es nicht allein darum, wer sich am Sonntag mit Frankreich oder Deutschland im Finale messen darf. Bale wünscht sich nach dem Spott seines deutschen Madrider Teamkollegen im Übrigen den Weltmeister. „Ich erinnere mich, dass Toni Kroos vor dem Turnier gesagt hat, dass wir nur drei Spiele haben werden. Umso schöner wäre es, wenn wir uns im Finale treffen“, sagt Bale.

Im Duell mit Ronaldo spielen immer profane Fragen mit hinein, seitdem die beiden denselben königlichen Arbeitgeber haben.Wer ist der Beste? Wer ist der Schönste? Wer ist der Teuerste? Der eine kam für 94 Millionen Euro Ablöse von Manchester United bereits 2009 nach Madrid, während der andere vor drei Jahren für angeblich 100 Millionen von Tottenham Hotspur anheuerte. Ronaldo soll wutentbrannt ins Büro des Real- Präsidenten Florentino Perez gestürmt sein, der daraufhin das Gehalt seines größten Werbeträgers noch einmal generös anhob.

Bale stellte im Frühjahr in der „Times“ klar, dass er niemals ein Problem mit Ronaldo gehabt hätte. Der Waliser verriet, dass ihn der Portugiese gerade in seiner schwierigen Anfangszeit unterstützt habe. „Er spricht Englisch, das hat mir sehr geholfen. Wir kommen gut miteinander zurecht.“

Wirklich? In der Umkleidekabine liegen die Schließfächer von Toni Kroos, James Rodriguez und Karim Benzema dazwischen. Privaten Kontakt gibt es nicht, wie Bale-Berater Jonathan Barnett einmal verriet: „Sie gehen sicher nicht jeden Abend zusammen essen, und sie sind komplett gegensätzlich, aber es gibt keinen Hass.“

Diese Bemerkung aber musste noch sein: „Ich glaube nicht, dass Gareth das beste Model der Welt oder der beste Unterwäscheverkäufer sein möchte. Das ist er einfach nicht.“ Das ist dann doch Ronaldo.

Frank Hellmann

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