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Will keiner nach Europa?

Schalker Frust Will keiner nach Europa?

Die Champions-League-Plätze sind vergeben, doch wer die Bundesliga in der kommenden Saison in der Europa League vertritt, ist noch völlig offen. Offenbar will niemand international dabei sein.

Schalkes Guido Burgstaller war nach der 1:2-Niederlage in Darmstadt frustriert.

Quelle: Thomas Frey

Hannover. Christian Heidel hatte einen richtig dicken Hals. „Wenn ich sagen würde, ich hätte schon bessere Tage gehabt, dann wäre das noch leicht untertrieben“, sagte der Manager des FC Schalke 04 nach dem peinlichen 1:2 beim SV Darmstadt 98.

Da hatte die Konkurrenz um die internationalen Plätze komplett für die Königsblauen gespielt, und was macht Schalke? Verliert beim Tabellenletzten.

Doch die Schalker befinden sich beim Versuch, die Qualifikation für die Europa League offensichtlich mit aller Macht vermeiden zu wollen, in bester Gesellschaft. Denn auch Hertha BSC, der SC Freiburg, der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt scheitern Woche für Woche mehr oder weniger kläglich, sich im Rennen um die internationalen Plätze einen Vorteil zu verschaffen.

Und so kommt es, dass sich auf einmal sogar Werder Bremen, vor einigen Wochen noch sicherer Abstiegskandidat, dank einer imposanten Serie von neun Spielen ohne Niederlage Hoffnungen auf einen Platz im Europapokal machen kann.

Will denn keiner nach Europa? Doch, Europapokal-Abende haben nach wie vor ihren Reiz, auch wenn eine Qualifikation für einen kleineren Club wie den SC Freiburg auch Risiken mit sich bringt. Der Kader müsste aufgerüstet, sich an die zusätzliche Belastung erst einmal gewöhnt werden. Faktoren, die Vereine wie den FC Augsburg oder den FSV Mainz 05 zuletzt in arge sportliche Schwierigkeiten gebracht haben.

Das Schneckenrennen nach Europa ist vielmehr Ausdruck davon, dass das Niveau der Bundesliga eben doch nicht so hoch ist, wie es die Protagonisten gerne darstellen. Die Deutsche Fußball Liga verkündet zwar Jahr für Jahr neue finanzielle Rekorde - die Qualität der Spiele in der Weltmeister-Liga ist aber oft bei weitem nicht so gut, wie der Hype um das Milliardengeschäft mit dem runden Leder suggeriert.

Auch Nationalspieler Mario Gomez sieht in der Liga „mehr Gemurkse als sonst was“. „Acht Punkte zwischen Europa League und Abstiegsplatz, das gibt es normalerweise in der dritten und vierten Liga. Man kann das als Stärke oder Schwäche der Liga auslegen, ich finde, das ist Schwäche“, sagte er in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“.

Nicht umsonst liegt der letzte Europapokal-Triumph jetzt auch schon wieder vier Jahre zurück, als die Bayern gegen Borussia Dortmund die Champions League gewannen. 2013 Königsklassen-Titel, 2014 Weltmeister - nichts und niemand schien den deutschen Fußball aufhalten zu können. Doch der Schein trügt - damals und auch heute noch.

In der Europa League spielen deutsche Clubs für gewöhnlich keine große Rolle, der letzte Titel stammt aus dem Jahr 1997, als Schalke 04 den damals noch UEFA-Cup heißenden Wettbewerb gewann. Seitdem gibt es im zweiten internationalen Format mehr Pleiten und Pannen als Punkte und Pokale. Auch DFL-Boss Christian Seifert mahnt: „In der Europa League stand zum letzten Mal vor sieben Jahren ein deutscher Club im Halbfinale. Das ist nicht gerade berauschend.“

In diesem Jahr ist nur noch Schalke im Rennen, steht nach dem kläglichen Auftritt beim 0:2 im Hinspiel gegen Ajax Amsterdam aber auch kurz vor dem Aus. Und in der kommenden Saison? Die Situation bei den Kandidaten im Überblick:

Hertha BSC (5., 43 Punkte): Würde die Hertha in der Fremde nur ansatzweise so punkten wie daheim, das Ticket nach Europa wäre längst sicher. Gut daher: Drei der restlichen fünf Spiele finden vor eigenem Publikum statt.

SC Freiburg (6., 41): Der SC ist neben Champions-League-Aspirant Leipzig die Überraschung der Saison. Allerdings scheint dem Team von Christian Streich auf der Zielgeraden etwas die Luft auszugehen.

1. FC Köln (7., 40): Die Fans sehnen sich nach Europapokal-Abenden. Doch der FC schwächelt, auch weil Anthony Modeste nicht mehr so regelmäßig trifft. Und das Restprogramm hat es in sich.

Werder Bremen (8., 39): Werder ist das Team der Stunde, hat seit neun Spielen nicht mehr verloren. Nach dem Derby-Sieg gegen den HSV sangen Fans und Spieler bereits vom Europapokal. Das Momentum spricht klar für die Grün-Weißen.

Borussia Mönchengladbach (9., 39): Die Borussia hat immer noch mit der Hypothek der Hinrunde zu kämpfen. Nach 17 Spielen betrug der Rückstand auf Platz sechs zwölf Punkte. Unter Trainer Hecking ist das Team deutlich stabiler, doch ob es wieder für Europa reicht?

Eintracht Frankfurt (10., 38): Vom Überraschungsteam der Liga zum großen Sorgenkind. Bei der Eintracht läuft nichts mehr zusammen. Frankfurt ist das zweitschwächste Team der Rückrunde. Schon einmal brach die Eintracht derart ein - und stieg 2011 sogar ab.

FC Schalke 04 (11., 37): Was soll man über Schalke noch sagen? Auch unter dem Duo Weinzierl/Heidel geht es nicht voran. Ganz im Gegenteil. Mit einem Auge muss S04 sogar noch nach unten schauen. Und das, obwohl viele Millionen in neue Spieler investiert wurden.

dpa

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