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Wirbel um Putin-T-Shirt bei Fenerbahce gegen Lokomotive

Istanbul Wirbel um Putin-T-Shirt bei Fenerbahce gegen Lokomotive

Nach dem politisch brisanten Duell zwischen Fenerbahce Istanbul und Lokomotive Moskau provoziert Nationalspieler Tarassow mit einem Putin-T-Shirt. Eine Strafe der UEFA droht. Mit Bangen schaut die russische Polizei auf das Rückspiel.

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Dmitri Tarassow von Lokomotive Moskau präsentiert bei Fenerbahce ein Shirt mit Putin-Konterfei und Slogan in kyrillisch. Str

Quelle: Str

Istanbul. Als „Risikospiel“ galt die Europa-League-Begegnung zwischen Fenerbahce Istanbul und Lokomotive Moskau ohnehin - die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei sind stark angespannt.

Und tatsächlich hat ein Skandal die Partie überschattet: Demonstrativ stolzierte Gästespieler Dmitri Tarassow nach der 0:2-Niederlage mit einem T-Shirt über den Rasen, das Kremlchef Wladimir Putin zeigt.

Nun droht dem russischen Nationalspieler massiver Ärger - die Europäische Fußball-Union (UEFA) ermittelt. Aus ihrer Sicht verstößt dieses „ungebührliche Verhalten“ gegen Wettbewerbsregeln, wie der Verband am Mittwoch mitteilte. Politische und religiöse Botschaften sind bei internationalen Spielen verboten. Der Kontroll- und Disziplinarausschuss beschäftigt sich mit dem Fall am 17. März.

Lokomotive räumte ein Fehlverhalten des Spielers ein. Tarassow habe „ungehörig und schädlich“ gehandelt, teilte der Verein mit. Der Club werde den 28-Jährigen mit einer Disziplinarstrafe belegen, hieß es.

Russische Fußballfunktionäre verteidigten aber die Aktion - und schoben den Schwarzen Peter der UEFA zu. Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im Grenzgebiet zu Syrien durch die Türkei im November hätte die Organisation bei der Auslosung eine solche Partie verhindern müssen, sagte der Ehrenpräsident des Russischen Fußballverbands (RFS), Wjatscheslaw Koloskow. Die UEFA sei selbst schuld und versuche das Problem abzuwälzen. „Tarassow hat dem Präsidenten Achtung erwiesen, ich sehe da keinen Skandal“, sagte er.

Tarassow hatte seine Aktion mit den Worten kommentiert: „Das ist mein Präsident. Ich schätze ihn und möchte zeigen, dass ich ihn unterstütze. Auf dem Shirt steht alles, was ich sagen wollte.“ Unter dem Putin-Konterfei steht der Aufdruck „Der höflichste Präsident“. Der Spruch bezieht sich auf das Einverleiben der Halbinsel Krim, als die Führung in Moskau russische Soldaten als „höfliche Leute“ lobte.

Auch der Kreml schaltete sich ein. Nein, die Aktion habe nichts mit den russisch-türkischen Beziehungen zu tun, beteuerte Putin-Sprecher Dmitri Peskow. „Es geht um Fußball, das kommentieren wir nicht.“ Ähnlich äußerte sich der Abgeordnete Iwan Melnikow. „Das T-Shirt ist frei erhältlich, das war keine politische Geste“, sagte der Vize-Parlamentschef. Allerdings regten sich auch kritische Stimmen.

„Tarassow sollte Patriotismus auf dem Spielfeld zeigen, nicht auf dem Unterhemd. Ein 3:0 im Rückspiel wäre die höchste Erscheinungsform von Patriotismus“, meinte das RFS-Exekutivkomitee-Mitglied Igor Lebedew.

In Istanbul ist der Ärger groß. Fenerbahce-Trainer Vitor Pereira beschwerte sich nach der Partie öffentlich über seinen Kollegen Igor Tscherewtschenko. Der Loko-Coach habe ihm vor der Begegnung den Handschlag verweigert. „Das hat mich traurig gemacht. Fußball und Politik sind verschiedene Dinge“, sagte er der Agentur DHA zufolge.

Nun richten sich alle Blicke auf das Rückspiel am kommenden Donnerstag (25.2.) in Moskau. Zum Schutz der Loko-Anhänger entsandte Russland bereits eigene Polizisten nach Istanbul. Sie konnten aber nicht verhindern, dass ein Fan-Bus mit Flaschen und Steinen beworfen wurde. Der türkischen Polizei zufolge wurden drei Störer festgenommen. „Ich hoffe, dass unsere Fans ein besseres Beispiel abgeben werden“, sagte Moskaus brasilianischer Torwart Guilherme.

Nachdem Tarassow am Mittwoch das Foto mit dem Putin-Shirt auf seiner Internet-Seite veröffentlichte, gingen innerhalb weniger Stunden Hunderte Kommentare ein. Viele davon waren der Agentur Tass zufolge türkische Hassparolen. Kein guter Ausblick auf das Rückspiel.


Foto auf Seite von Tarassow

dpa

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