Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Zitat-Veröffentlichung belastet FIFA-Boss Infantino

Frankfurt/Main Zitat-Veröffentlichung belastet FIFA-Boss Infantino

Was passierte bei der Council-Sitzung der FIFA in Mexiko-Stadt? Mit der Veröffentlichung angeblicher Zitate von Gianni Infantino in der „FAZ“ steigt der Druck auf den Weltverbandsboss. Demnach wollte der FIFA-Chef seinen Chefaufseher Scala offenbar elegant loswerden.

Frankfurt/Main. Kurz vor seinem 100. Tag im Amt als FIFA-Präsident wird Gianni Infantino mit gravierenden Vorwürfen konfrontiert.

In der Komplott-Affäre um den Rücktritt von Chefaufseher Domenico Scala veröffentlichte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Online-Ausgabe auf Englisch dem Chef des Fußball-Weltverbandes zugeschriebene Zitate aus einer Sitzung des FIFA-Council. Die Aussagen sind brisant, denn sie würden praktisch einen von Infantino betriebenen Sturz Scalas belegen und müssten die Ethikkommission auf den Plan rufen.

„Wir schauen, ob es möglich ist, dass er zurücktritt. Wenn er dies nicht tut, werden wir die Delegierten fragen, dass diese Angelegenheit durch den Kongress bewilligt wird“, lautet ein angebliches Infantino-Zitat aus der Sitzung des FIFA-Rates am 13. Mai in Mexiko-Stadt wenige Stunden vor der letzten Vollversammlung der Nationalverbände. Auch eine Entlassung Scalas durch das Council wurde offenbar erwogen, aber nicht für ratsam erachtet. „Ich denke, es ist besser, wenn es aus dem Kongress kommt, als wenn es in einer oder zwei Wochen aus dem Council kommt. Weil es dann eine persönliche Sache ist, was es nicht ist“, wird Infantino zitiert.

Die FIFA wollte sich zu der Veröffentlichung vorerst nicht äußern. Am Wochenende hatte der Weltverband Berichte über einen Komplott gegen Scala als haltlos zurückgewiesen. Der ehemalige Chef der Audit- und Compliance-Kommission war von seinem Amt am 14. Mai zurückgetreten. Einen Tag zuvor hatte der FIFA-Kongress einen Passus verabschiedet, der die Autonomie der Kontrollgremien massiv schwächt, da ihre Mitglieder für ein Jahr vom Council ernannt und entlassen werden können - und damit eben auch Scala aus dem Amt hätte geworfen werden können. Der Schweizer Wirtschaftsexperte gilt als der Architekt des FIFA-Reformprozesses.

Auch die Beschwerde Infantinos über sein Gehalt von zwei Millionen Schweizer Franken, das durch eine von Scala damals geführte Kommission festgelegt wurde, wird durch die „FAZ“ festgehalten: „Ich habe diesen Vorschlag nicht akzeptiert. Es war ein Vorschlag, den ich beleidigend fand.“ Faktisch hat Infantino kein Recht, die Höhe seines Salärs abzulehnen. Mit einem saloppen Kommentar soll er im Council Stimmung gemacht haben. „Vielleicht muss ich zu einem Zeitpunkt einen von Euch um einen Kredit bitten“, heißt es in der „FAZ“-Veröffentlichung.

Laut Statuten ist der FIFA-Präsident nicht mehr für das operative Geschäft des Weltverbandes verantwortlich. Diese Pflichten obliegen der neuen Generalsekretärin Fatma Samoura, die nach bisherigen Plänen auch finanziell besser vergütet werden soll. Infantino - zuvor als UEFA-Generalsekretär ein Top-Manager im europäischen Fußball - versteht sein Amt bislang aber durchaus als gestaltender und nicht als repräsentativer Präsident.

Offenbar wurde der angebliche Vorstoß Infantinos im Council auch skeptisch beurteilt. Kritisch äußerte sich offenbar besonders das englische Mitglied David Gill, der das Geschehen als „unglaubliche Situation“, beschrieben haben soll. Der amerikanische Verbandschef Sunil Gulati wird zitiert: „Wir können so nicht vorgehen. Wir können Personen nicht entlassen ohne eine schriftliche Grundlage oder Fakten.“ Offenbar verhandelte Gulati vor der Sitzung noch erfolglos über eine einvernehmliche Lösung.

Infantino informierte demnach das Council auch über eine Beschwerde Scalas bei der Ethikkommission. Grundlage dafür soll ein geplanter Hauskauf der Familie Infantino in Zürich für 25 Millionen Franken gewesen sein. Laut Infantino landete die Eingabe Scalas bei den Ethikhütern „direkt im Papierkorb“.

Die Ethikkommision wollte sich wie in solchen Fällen üblich nicht zu möglichen Verfahren gegen Infantino oder Council-Mitglieder äußern. Nach dpa-Informationen werden derzeit alle Unterlagen in der Komplott-Causa gesichtet. Kommt es zu einem Verfahren wäre Infantino, der am Sonntag 100 Tage im Amt ist, massiv geschwächt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Fußball
Sportbuzzer

LN-Sportbuzzer - das neue Portal für Fußballfans! Von Bundesliga bis Kreisklasse... mehr

Sollten die Weihnachtsmärkte länger geöffnet haben?

  • Reisetipps
    Unser Reiseportal

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Hochzeitszauber

    Alles zum Planen Ihrer Hochzeit - Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwoch... mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Abseits

Peter Intelmann schreibt witzig und tiefsinnig über Fußball.

Sportblog

Ehrlich und authentisch: Die Meinungen unserer Redakteure im Sportblog.

VfL Bad Schwartau

Hier gibt's alle aktuellen Infos zum VfL Bad Schwartau.

VfB Lübeck

Hier finden Sie alle Informationen zum VfB Lübeck.

Cougars

American Football: Spielberichte und Video.

EHC Timmendorf

Lesen Sie alles über Timmendorfs Eishockey-Mannschaft.

TSV Travemünde

Alles zu den Handball-Damen der "Raubmöwen".

TSV Trittau

Alles zu den Badminton-Stars beim TSV Trittau.