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Zwei Tore in der Nachspielzeit: Hertha kämpft sich zum Sieg

Berlin Zwei Tore in der Nachspielzeit: Hertha kämpft sich zum Sieg

Julian Schieber war Mann des Spiels. Sein Last-Minute-Siegtor gegen Aufsteiger Freiburg beendete für Hertha BSC eine lange Phase ohne Sieg in der Bundesliga. Der Held des Spiels genoss den Jubel - hatte aber auch Angst.

Berlin. Julian Schieber fürchtete um seine Gesundheit. Nach seinem Treffer waren seine Mitspieler auf ihn gesprungen und jubelten wild. „Ich habe die Jungs runtergescheucht“, berichtete Herthas Last-Minute-Torschütze von seiner Platzangst.

Das Gefühl des Siegtreffers gegen den Fußball-Bundesligisten SC Freiburg konnte der 27-Jährige aber in vollen Zügen genießen. „Das ist der Traum jedes Stürmers: Eingewechselt werden und das entscheidende Tor machen vor der eigenen Fankurve“, sagte Schieber, der erst fünf Minuten vor dem regulären Ende in die Partie eingewechselt worden war.

In einer dramatischen Schlussphase hatte es so ausgesehen, als ob der Erstliga-Rückkehrer Freiburg den Berlinern den Sieg noch entreißen könnte: Nicolas Höfler hatte mit einem Kopfball nach Ecke (90.+2 Minute) die Hertha-Führung durch Vladimir Darida (62.) ausgeglichen und für einen Schock auf der Bank der Gastgeber gesorgt. „Ich war schon sehr sauer und dachte: Es kann nicht sein, das wir so einen ersten Spieltag verschenken“, berichtete Trainer Pal Dardai: „Zum Glück hat Julian den Ball noch reingeschoben.“

In der fünften Minute der Nachspielzeit sorgte Schieber am Sonntag vor 41 648 Zuschauern noch für den 2:1 (0:0)-Sieg gegen tapfere, aber lange zu harmlose Breisgauer. Für die Hertha war es der erste Liga-Sieg nach 162 Tagen. „Natürlich sind wir glücklich. Es spricht auch für unsere Fitness“, betonte Dardai. Die Freiburger waren hingegen tief enttäuscht: „So ist das in der Bundesliga, du darfst nicht abschalten“, sagte Mittelfeldspieler Vincenzo Grifo. „Das ist extrem bitter“, meinte Kapitän Höfler.

Schweißtreibenden 34 Grad im Berliner Olympiastadion beeinflussten die Partie. „Jede Bewegung war wirklich schwer“, berichtete Herthas Spielmacher Darida. Umso mehr lobte sein Coach das nochmalige Aufbäumen seines Teams nach dem Ausgleich. „Bei dieser Hitze so zu arbeiten - großer Respekt“, sagte Dardai. „Das Wetter war schon beim Stehen sehr schwierig. Die Jungs aber waren mit dem 1:1 nicht zufrieden und haben weiter geackert.“

Berlin wollte nach einer „quälend langen Vorbereitung“ (Manager Michael Preetz) mit der misslungene Qualifikation für die Europa League und einem mühevolle Weiterkommen in der ersten Pokalrunde beim Drittligisten Regensburg unbedingt den ersten Ligasieg seit Mitte März (2:1 gegen Ingolstadt). Und in der zweiten Halbzeit spielten die Gastgeber auch mit mehr Tempo und Zielstrebigkeit. Mitchell Weiser, der seinen Vertrag kurz vor Saisonstart bis 2020 verlängert hatte, und Genki Haraguchi kurbelten die Offensive an.

Nach einem schönen Spielzug wurde Darida gerade noch gestoppt (54.). Ein Rettungs-Kopfball von SC-Kapitän Höfler landete an der Freiburger Latte. Schließlich schloss Spielmacher Darida eine Kombination über Haraguchi und Ibisevic mit einem satten 16-Meter-Schuss ins rechte unter Ecke ab. „Wir haben es dann noch einmal versucht“, berichtete SC-Coach Streich und sagte: „Schade, aber wir sind in der Bundesliga angekommen.“

Die Gastgeber, bei denen Neuzugang Ondrej Duda (Knieverletzung) fehlte, der junge Liverpool-Leihgabe Allan (19) auf der Bank saß und der Ex-Augsburger Alexander Esswein eingewechselt wurde, konnten sich am Ende auch für die größere körperliche Robustheit belohnen. Für den Sportclub war es ohne die verletzten Marc Oliver Kempf, Marc Torrejón und Mike Frantz nach zwei Siegen und vier Remis die erste Niederlage gegen Hertha seit sechseinhalb Jahren.

dpa

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