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Achter gewinnt EM-Gold - Acht Medaillen für DRV-Flotte

Brandenburg Achter gewinnt EM-Gold - Acht Medaillen für DRV-Flotte

Welch ein Parforceritt: Im Finale der EM kämpft sich der Deutschland-Achter auf dem Beetzsee durch Wind und Wellen. Der Sieg über Russland und Weltmeister Großbritannien macht Mut für Rio. Und nicht nur im Achter gibt es für die deutsche Flotte Grund zur Freude.

Brandenburg. Dem Wind getrotzt, die Nerven bewahrt, den Erzrivalen geschlagen - der Deutschland-Achter hat zum Start in die olympische Gold-Mission Stärke demonstriert.

Drei Monate vor dem Saisonhöhepunkt in Rio verwies das DRV-Paradeboot im Finale der Ruder-EM in Brandenburg die Russen und den zuletzt übermächtigen Weltmeister aus Großbritannien auf die Plätze zwei und drei. Trainer Ralf Holtmeyer wertete den famosen Kraftakt seines Teams als Mutmacher für den Saisonhöhepunkt in Brasilien: „Solch ein Erfolg zum Start in das Olympiajahr ist super. Für uns war es wichtig, mal im Endspurt zu gewinnen.“

Unbeeindruckt von den schwierigen Bedingungen mit starken Böen über dem Beetzsee und hohen Wellen nahm die Crew um Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) Revanche für die WM-Niederlagen gegen die Briten in den vergangenen drei Jahren. Nach mäßigem Start und dem letzten Rang bei der 500-Meter-Marke kam der Titelverteidiger Schlag für Schlag besser ins Rennen und fing die lange Zeit führenden Russen dank eines beherzten Schlussspurts kurz vor dem Ziel noch ab.

Doch angesichts der selektiven Begleitumstände wollte Steuermann Martin Sauer (Berlin) den vierten EM-Erfolg in Serie nicht überbewerten: „Bei diesen Bedingungen ist der Sieg nicht so viel wert.“ Auch sein Teamgefährte Eric Johannesen (Hamburg) erwartet schon im nächsten Duell mit den Briten am Monatsende beim Weltcup in Luzern mehr Gegenwehr: „Das war schon sehr grenzwertig und ein bisschen Glückslotterie. Deshalb ist es schwierig zu sagen, welche Aussagekraft das Rennen hat.“

Nicht nur der Achter scheint rechtzeitig vor Rio 2016 auf gutem Kurs. Im Vergleich zur vorigen EM in Posen (3-1-0) gewann die DRV-Flotte in den 14 olympischen Klassen beachtliche vier Medaillen mehr - wenn auch in weniger schillernden Farben. Doch zwei Mal Gold, fünf Mal Silber und einmal Bronze stimmten DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock zufrieden: „Das ist ein gutes Ergebnis. Wir freuen uns, dass wir mehr Breite gezeigt haben.“

Neben dem Achter sorgte der Frauen-Doppelvierer für Gold. Mit einer beeindruckenden Vorstellung untermauerte die Crew um Schlagfrau Lisa Schmidla ihre Favoritenstellung. Mehr Probleme als der um eine Bootslänge geschlagene Zweite aus Polen bereitete der starke Wind. „Das war das schwierigste Rennen meiner Karriere“, kommentierte Schmidla. Selbstbewusst fügte die Krefelderin an: „Unser Hauptziel ist Gold in Rio.“

Für eine positive Überraschung sorgten Kerstin Hartmann (Ulm) und Kathrin Marchand (Leverkusen). Der deutsche Zweier ohne Steuerfrau musste sich nur den Olympiasiegerinnen aus Großbritannien geschlagen geben. Weitere Silbermedaillen gingen an die beiden leichten und schweren Doppelzweier. Marcel Hacker (Magdeburg) und Stefan Krüger (Rostock) konnten mit ihrem zweiten Rang im Doppelzweier hinter den bärenstarken Kroaten bestens leben. „Ich bin froh, dass ich bei diesen Bedingungen nicht ins Wasser gefallen bin“, scherzte Hacker.

Kopfzerbrechen bereiten jedoch die fünf Bootsklassen, in denen die Tickets für Rio noch nicht gelöst sind. Vor allem für die beiden Einer dürfte es bei der Olympia-Nachqualifikation vom 22. bis 24. Mai auf dem Luzerner Rotsee eng werden. Zwar verfügt der erst 19 Jahre alte Philipp-André Syring (Magdeburg) über viel Potenzial, kam aber in Brandenburg nicht über den letzten Rang im B-Finale hinaus.

Ähnliches gilt für Julia Richter (Berlin) als 10. der EM. Noch mag Schwarzrock jedoch nicht daran glauben, dass die Skiff-Rennen in Rio ohne deutsche Beteiligung stattfinden. „Wir suchen unsere Chance bis zuletzt.“ Besser sind die Aussichten auf eine Olympiateilnahme für den Zweier ohne Steuermann (9. Platz), leichten Vierer ohne Steuermann (3.) und den Frauen-Achter (5.).

dpa

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