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Bach an Sportverbände: „Korruption und Doping bekämpfen“

Lausanne Bach an Sportverbände: „Korruption und Doping bekämpfen“

Das IOC feiert die Grundsteinlegung des neuen Hauptquartiers. Eine angenehme Abwechslung zwischen FIFA-Korruptionsaffären und Doping-Skandalen in der Leichtathletik. IOC-Chef Bach ruft auf der Exekutivsitzung die Sportverbände zum Handeln auf.

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Thomas Bach sprach von „schweren Zeiten für den Sport“.

Quelle: Laurent Gillieron

Lausanne. Im großen Garten nahe des Genfer Sees konnte Hausherr Thomas Bach mal unbeschwert lachen. Das Internationale Olympische Komitee feierte die Grundsteinlegung des neuen Hauptquartiers in Lausanne.

Es war in dieser „schweren Zeit für den Sport“ eine schöne Ablenkung für IOC-Chef Bach, der seit Wochen reihenweise mit unangenehmen Themen konfrontiert wird. Und so stand auch der Auftakt der IOC-Exekutivsitzung im Zeichen der Korruptionsaffären bei der FIFA, den ausufernden Dopingskandalen in der Leichtathletik und dem Nein der Hamburger Bürger zu den Sommerspielen 2024.

Mit mahnenden Worten in Richtung FIFA und Russland eröffnete Bach die letzte Exekutivsitzung in diesem Jahr und rief die Sportverbände zum Kampf gegen Korruption und Doping auf. Die Skandale seien „besonders beunruhigend“, sagte Bach und ergänzte: „Sie untergraben die Glaubwürdigkeit des Sports und stellen Millionen an sauberen Athleten unter Verdacht.“ Die Skandale seien aber auch eine Chance für einen Wandel, um verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Auch wenn Bach den Korruptionsskandal rund um den Weltverband FIFA und das scheinbar flächendeckende Dopingsystem in der russischen Leichtathletik nicht direkt ansprach, war seine Intention klar:  Saubere Athleten zu schützen verlaufe Hand in Hand mit der Schaffung von Rahmenbedingungen, „dass Athleten frei von korrupten Einflüssen, ihren Sport ausüben können“, sagte Bach.

Womöglich zielte er mit seinen Worten auch auf UEFA-Boss Michel Platini ab, der zur gleichen Zeit wenige Kilometer entfernt vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen seine Suspendierung kämpfte. Der Franzose ist wie der höchst umstrittene FIFA-Präsident Joseph Blatter von der Ethikkommission der Fußball-Weltverbandes für 90 Tage gesperrt worden. Hintergrund ist eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken von Platini an Blatter in 2011.

Dazu produziert die FIFA fast täglich neue Negativ-Schlagzeilen angesichts der nicht enden wollenden Korruptionsenthüllungen. „Gute Führungsarbeit in Sportorganisationen ist essenziell“, mahnte Bach und würdigte die exakt vor einem Jahr verabschiedete Olympische Agenda 2020. Schon jetzt seien zwei Drittel des 40-Punkte-Reformpakets umgesetzt worden.

Die Agenda half aber auch nicht, um das Nein der Hamburger Bürger zu Olympia zu verhindern. „Das habe ich mit Überraschung aufgenommen. Das ist schon eine Enttäuschung. Es existiert ein Problem. Wir brauchen vielleicht eine bessere Kommunikation“, sagte IOC-Exekutivmitglied und Eishockey-Weltverbandspräsident Rene Fasel der Deutschen Presse-Agentur. Die Hamburger hätten eine große Chance verpasst. „Olympia hätte der Stadt viel gebracht. Vielleicht werden sie es eines Tages bereuen.“

Das Thema Hamburg ist damit ad acta gelegt, nicht aber die Dopingproblematik in Russland und auch in der kenianischen Leichtathletik. Dabei hob Bach die Wichtigkeit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hervor: „Null Toleranz bedeutet, dass alle Nationen und Sportarten im Einklang mit den WADA-Regeln stehen.“ Dafür benötige der Sport die Unterstützung der Regierungen, die auf die nationalen Anti-Doping-Agenturen diesbezüglich einwirken und ihre Möglichkeiten ausschöpfen müssten. „Regierungen müssen korrupte Ärzte und Trainer sowie Hintermänner mit allen Möglichkeiten der Gesetzgebung bestrafen“, forderte Bach.

Alles Probleme, die das IOC noch eine Zeit lang beschäftigen werden. Womöglich ähnlich lange wie der Bau des neuen Hauptquartiers. Die neue Heimat soll 2020 fertiggestellt und dann 600 Mitarbeitern Platz bieten. 160 Millionen Schweizer Franken (rund 150 Millionen Euro) sind veranschlagt.

dpa

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