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Bundestrainer-Suche hält an - Prokop wartet auf Einigung

Tauziehen Bundestrainer-Suche hält an - Prokop wartet auf Einigung

Das Tauziehen zwischen Christian Prokop und Markus Baur um den Bundestrainer-Posten bei den deutschen Handballern geht in die heiße Phase. Diesmal finden die Verhandlungen hinter geschlossenen Türen statt. Offenbar ist der DHB in der Zwickmühle.

Christian Prokop wird aus Nachfolger von Dagur Sigurdsson gehandelt.

Quelle: Hendrik Schmidt

Leipzig. Bundestrainer-Wunschkandidat Christian Prokop wartet weiter auf ein Ende des Tauziehens zwischen dem Handball-Bund und seinem Leipziger Verein.

„Es hat sich an der Situation nichts geändert. Der DHB und der SC DHfK sind nach wie vor in Verhandlungen - und beide Seiten werden, wenn eine Entscheidung gefallen ist, es zeitnah bekannt geben“, sagte der als Nachfolger von Dagur Sigurdsson gehandelte 38 Jahre alte Bundesliga-Coach.

Weil nach dem bitteren WM-Aus noch immer keine Einigung in Sicht ist, scheint auch Markus Baur vom TVB Stuttgart weiter im Rennen um den Job zu sein. Henning Fritz, Welthandballer von 2004, würde eine Berufung seines ehemaligen Nationalmannschaftskollegen begrüßen: „Man hat gesehen, dass es auf diesem hohen Level und diesem Erwartungsdruck auch auf die Erfahrung eines Trainers ankommt.“

Wie die Leipziger würden auch die Stuttgarter ihrem Coach keine Steine in den Weg legen. „Da geht es auch um Finanzen. Wir müssten die Möglichkeit haben, ihn adäquat zu ersetzen und einem neuen Trainer auch die Möglichkeit geben können in den Kader zu investieren“, sagte Stuttgarts Geschäftsführer Jürgen Schweikardt.

Sowohl der Deutsche Handballbund als auch Prokops Club SC DHfK Leizpig wollten zwei Tage nach dem WM-Scheitern von einer Einigung nichts wissen. „Ich gebe dazu keinen Kommentar ab“, sagte Präsident Andreas Michelmann. Auch der Vize-Präsident Leistungssport, Bob Hanning, blockte ab: „Es gibt nichts Neues.“

Spätestens seit dem bitteren Abgang von Sigurdsson sind die Verhandlungen um die Ablöse für Prokop, der noch bis 2021 in Leipzig unter Vertrag steht, in der entscheidenden Phase. Der DHB hatte stets betont, sich erst nach der WM intensiv mit der Bundestrainer-Suche zu beschäftigen - nach der Achtelfinal-Pleite kommt das schneller als gedacht. „Wir haben uns alle geeinigt, keine Wasserstandsmeldungen abzugeben. Es gibt keinen neuen Stand“, sagte Leipzigs Geschäftsführer Karsten Günther.

Doch nach und nach sickern Details durch. Die „Sport Bild“ berichtete, Prokop werde schon im April neuer Bundestrainer und solle die Leipziger gleichzeitig noch bis Ende Juni betreuen. Anschließend solle der aktuelle Frauen-Bundestrainer Michael Biegler bei den Sachsen übernehmen. Dieser Ring-Tausch wurde auch schon zu Beginn der Handball-WM in Leipziger Medien diskutiert - und prompt von Günther verneint.

Eine angeblich vom SC DHfK aufgerufene Ablöse von 500 000 Euro für Prokop, der in Leipzig noch einen Vertrag bis 2021 besitzt, verwies DHfK-Chef Günther ins Reich der Fabel. Ob eine hohe Ablöse für den DHB im Jahr der Frauen-Heim-WM überhaupt finanzierbar sei, ist obendrein offen. Zudem betonte Günther erneut, dass Prokop auf keinen Fall den Verein in der laufenden Saison verlassen werde.

Der DHB wäre bei dieser Personalkonstellation in einer Zwickmühle. Denn die Frauen-WM im Dezember in Deutschland gilt als Prestige-Projekt. Biegler hatte die deutsche Frauen gerade erst nach seiner Verpflichtung im April 2016 bei der EM im Dezember wieder auf Kurs gebracht. „Er hat in alle Bereiche Bewegung reingebracht“, schwärmte Kapitän Anna Loerper. Der 55-Jährige gilt insofern eigentlich als Architekt für das Ziel „Gold bei der Heim-WM“.

Einen Doppeljob von Sommer an, in dem Biegler sowohl das DHfK-Team trainieren als auch parallel die unmittelbare WM-Vorbereitung der deutschen Frauen leiten würde, wäre sicher auch für den deutschen Verband nicht optimal. Zumal DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld hinsichtlich des Frauen-Trainers immer betonte: „Es ging ihm nie um Geld, sondern nur um die Aufgabe.“

dpa

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