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Davis-Cup-Team dicht vor Klassenverbleib

Relegation gegen Polen Davis-Cup-Team dicht vor Klassenverbleib

Dem deutschen Davis-Cup-Team fehlt im Abstiegsspiel gegen Polen nur noch ein Punkt zum Sieg und damit zum Weltgruppen-Verbleib. Jan-Lennard Struff und Florian Mayer mussten sich gegen ihre jungen Kontrahenten aber mehr mühen, als ihnen lieb sein konnte.

Berlin. Auch ohne seine Spitzenkräfte ist das deutsche Davis-Cup-Team gegen Polen auf dem erwarteten Weg zum Klassenverbleib in der Weltgruppe.

Die fest eingeplante 2:0-Führung nach dem ersten Tag in Berlin kam allerdings nur durch hart erarbeitete Siege von Florian Mayer und Jan-Lennard Struff zustande. Der Tennis-Weltranglisten-67. Struff gewann 6:7 (8:10), 6:3, 5:7, 6:2, 6:1 gegen Kamil Majchrzak, der nur auf Platz 277 notiert ist. Anschließend mühte sich Routinier Mayer zu einem 1:6, 7:6 (8:6), 6:4, 7:5 gegen den Weltranglisten-329. Hubert Hurkacz.

„Wir waren uns schon bewusst, dass wir nichts geschenkt bekommen. Das war ein guter Warnschuss, dass wir uns nicht zu sicher sind“, sagte der deutsche Kapitän Michael Kohlmann. Mayer erklärte, er habe sich viel zu sehr unter Druck gesetzt. „Ich war selten so angespannt wie heute. Die Polen hatten nichts zu verlieren, der Druck war riesig“, sagte der im Abstiegskampf erfahrene Routinier. „Meine Nerven hatte ich nicht im Griff. Ich bin heilfroh, dass ich das in vier Sätzen heimgeschaukelt habe.“

Damit kann die Entscheidung schon am Samstag (13.00 Uhr) im Doppel fallen, in dem aber eher das routinierte Gäste-Duo Marcin Matkowski und Lukasz Kubot favorisiert ist. Auf deutscher Seite sind bislang Daniel Brands und Neuling Daniel Masur aufgeboten. Am Sonntag (11.00 Uhr) beginnt Mayer gegen Majchrzak, danach spielt Struff gegen Hurkacz. Änderungen sind noch möglich. So könnte laut Kohlmann Struff noch für Masur ins Team rücken. Mayer hält für möglich, dass Kubot - einst nahe der Top 40 im Einzel - am Sonntag gegen ihn antritt.

Der bald 33 Jahre alte Mayer wurde im ersten Satz vom Offensivspiel seines jungen Gegners regelrecht überfahren. Der Ausgleich für den erfahrenen Bayreuther war letztlich glücklich. Hurkacz brachte bei Führungen von 5:4 und 6:5 jeweils seinen starken Aufschlag nicht durch und konnte im Tiebreak bei einem 6:4-Vorsprung zwei Satzbälle nicht nutzen.

Nach dem 4:4 im dritten Satz besaß erneut Mayer die besseren Nerven und nutzte per Ass die vierte Chance zur Führung vor den offiziell 3100 Zuschauern im Steffi-Graf-Stadion im Grunewald. Als er beim Stand von 5:4 und Aufschlag dann Matchball hatte, schien Hurkacz geschlagen, doch der 19-Jährige konterte noch einmal und schaffte den Ausgleich gegen Mayer. Nach knapp drei Stunden machte der 59. der Weltrangliste den ebenso glanzlosen wie wichtigen Erfolg perfekt.

Ebenfalls mit viel mehr Mühe als erwartet hatte Struff zuvor für die Führung gesorgt. Ab dem 2:2 im vierten Satz setzte sich der Sauerländer dank seiner größeren Fitness schließlich noch gegen Majchrzak durch. Der 20-Jährige bekam in der Wärme Probleme im linken Oberschenkel und brachte nicht mehr ganz so viele Bälle zurück wie lange Zeit zuvor im Match.

„Man ist ein bisschen angespannter, wenn man für Deutschland spielt. Ich habe Fehler gemacht, die man sonst nicht macht. Das hat mich gehindert, mein bestes Tennis zu spielen“, sagte Struff. Nach den Absagen von Alexander Zverev und Dustin Brown und dem Ausfall von Philipp Kohlschreiber fügte der 26 Jahre alte Sauerländer hinzu: „Es ist immer eine Ehre, für Deutschland zu spielen, darum habe ich alles reingeworfen.“ Näher äußern wollte er sich zu dieser Aussage nicht.

Struff hätte es sich auf der idyllisch gelegenen Anlage am Hundekehlesee leichter machen können, wenn er im Tiebreak des ersten Satzes einen seiner drei Satzbälle genutzt hätte. Der fast zwei Meter große Warsteiner konnte zwar wesentlich mehr Druck ausüben, produzierte aber zu viele Fehler. Der flinke und sehr konstant spielende Majcrzak machte seine athletischen Nachteile durch viel Laufarbeit, wenige Fehler und taktische Finesse lange Zeit wett. Am Ende wirkte er in der Mittagswärme aber erschöpft.

dpa

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