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Frodeno, Schwanitz und Kombinierer „Sportler des Jahres“

Baden-Baden Frodeno, Schwanitz und Kombinierer „Sportler des Jahres“

Ironman Jan Frodeno wird für seinen historischen Triumph geehrt, die Nordischen Kombinierer und Kugelstoßerin Christina Schwanitz für die langersehnten Weltmeistertitel. Mehr als 700 Gäste feierten die „Sportler des Jahres“ im Kurhaus von Baden-Baden.

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Der Triathlet Jan Frodeno ist Deutschlands Sportler des Jahres.

Quelle: Patrick Seeger

Baden-Baden. Christina Schwanitz hatte Tränen in den Augen, Jan Frodeno war voller Adrenalin und auch die Nordischen Kombinierer freuten sich riesig über die Auszeichnung. Die Kugelstoßerin, der Triathlon-Star und das Weltmeister-Team sind die deutschen „Sportler des Jahres“ 2015.

Das ergab die Abstimmung von mehr als 3000 Sportjournalisten am Ende eines ereignisreichen Sportjahres. Rund 750 Gäste spendeten den Siegern bei der Gala am Sonntagabend im Kurhaus von Baden-Baden großen Applaus. In Frodeno siegte zum ersten Mal seit 2011 wieder ein anderer Athlet als Diskuswerfer und Dreifachsieger Robert Harting. Schwanitz folgt auf Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch. Bei den Mannschaften hatten 2014 die Fußball-Weltmeister triumphiert.

Kombinierer Eric Frenzel sagte stellvertretend für sein Team über den ersten WM-Titel seit einer gefühlten Ewigkeit: „Es war natürlich eine sehr, sehr lange Zeit mit 28 Jahren. Auch in den Vorjahren waren wir ja schon knapp dran. Und dass es in diesem Jahr jetzt endlich gereicht hat, hat uns natürlich sehr, sehr gefreut.“

Schwanitz bekam den Preis überraschenderweise von ihrem Mann Thomas überreicht. Als er mit der Trophäe den Saal betrat, kamen ihr die Tränen. Sie sagte: „Ich trinke eigentlich nur Bier, weder Sekt noch Wein. Ich bin eigentlich ein Biertrinkerkind.“

„Jetzt gerade bin ich doch gefühlt eher beim Wettkampfpuls als beim Ruhepuls“, sagte Frodeno. Für ihn ist die Auszeichnung der perfekte Abschluss eines für ihn historischen Sportjahres. Mit seinem Sieg beim legendären Ironman auf Hawaii im Oktober schaffte der 34-Jährige das, was noch niemandem vor ihm gelungen war: Er darf sich seitdem Olympiasieger und Ironman-Weltmeister nennen.

Nach 3,86 Kilometern im Wasser, 180 Kilometern auf dem Rad und 42,2 Kilometern Laufen war der Ausnahmesportler in Hawaiis Hitze auf die Knie gesunken und hatte den Bauch seiner schwangeren Frau Emma geküsst. Und der WM-Triumph auf der Bilderbuch-Insel war 2015 nicht sein einziger Erfolg: In Frankfurt hatte er sich auch noch den EM-Titel geholt.

„Klar war es ein Wahnsinns-Jahr für mich“, hatte Frodeno schon im Vorfeld gesagt. „Für mich ist es schön zu sehen, dass mein Sport inzwischen offensichtlich auch öffentlich so wahrgenommen wird.“ Frodeno ist der erste Triathlet überhaupt, der zum „Sportler des Jahres“ gekürt wird. An der Spitze der Abstimmung gab es aber ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Frodeno setzte sich mit 2491 Punkten nur ganz knapp vor Skisprung-Weltmeister und Gesamtweltcupsieger Severin Freund durch (2352).

Etwas deutlicher war das Ergebnis bei den Mannschaften, wo sich die Nordischen Kombinierer (1987) relativ klar vor den Biathlon-Staffeln der Frauen (1761) und Männer (1631) durchsetzten. Zum ersten Mal seit 28 Jahren hatten die nordischen Ski-Asse um Tino Edelmann, Eric Frenzel, Fabian Rießle und Johannes Rydzek Anfang des Jahres den WM-Titel geholt. Unvergessen bleibt der Moment, in dem Rydzek mit der deutschen Flagge in der Hand die Ziellinie im schwedischen Falun überquert. Noch lange nach dem Ende des Rennens feierten die DSV-Athleten in der malerischen Abendsonne Schwedens. „Wir hatten einfach so eine coole Zeit mit dem Team. Das war so ein schöner Moment, einfach genial“, erinnerte sich Rydzek.

Wenige Monate danach feierte auch Kugelstoßerin Christina Schwanitz im „Vogelnest“-Stadion von Peking. 16 Jahre nach Astrid Kumbernuss hatte sich erstmals wieder eine Deutsche WM-Gold gesichert. Allerdings landete die 29-Jährige nur hauchdünn vor Speerwerferin Katharina Molitor, die sich in China ebenfalls den Titel geholt hatte. Gerade mal vier Punkte trennten die beiden Leichtathletinnen in der Abstimmung.

dpa

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