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„Generation Gold“: Handballer hoffen auf große Zukunft

Krakau „Generation Gold“: Handballer hoffen auf große Zukunft

Nach einer kurzen Nacht brechen die deutschen Handball-Helden zur nächsten Party nach Berlin auf. Die Europameister hoffen auf einen neuen Hype für ihren Sport.

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Das DHB-Team feierte ausgelassen den EM-Titel.

Quelle: Jens Wolf

Krakau. Gezeichnet von einer kurzen Nacht waren die neuen Europameister noch immer im Rausch von ihrem Coup von Krakau. Müde, aber glücklich beseelt schlichen die deutschen Handballer am Montagmorgen durch die Lobby ihres Hotels.

„Das ist ein geiles Gefühl. Wenn wir jetzt auf dem Boden bleiben und uns weiter entwickeln, ist das vielleicht die Geburt einer großen Generation“, meinte Torwart-Held Andreas Wolff, bevor er mit seinen Teamkollegen in den Bus zum Flughafen stieg, um nach Berlin zur nächsten Station auf ihrem Party-Marathon zu fliegen.

„Berlin reißen wir noch ab“, kündigte Wolff an, der selbst erst um 7.00 Uhr ins Bett getaumelt war. Kai Häfner, mit sieben Toren bester Werfer des Endspiels am Sonntag gegen Spanien, pflichtete ihm bei: „Das Turnier war ein bisschen anstrengend. Die Feier nimmt man einfach so mit. Im Rausch merkt man nichts mehr von all dem.“

So richtig im Klaren über die Folgen ihres Sensations-Triumphes war sich die neue „Generation Gold“ beim Treffen nach der Party-Nacht noch nicht. „Es wird noch ein paar Tage dauern, bis man sich der vollen Tragweite des Ganzen bewusst wird“, meinte Wolff, der im Endspiel noch einmal über sich hinausgewachsen war und fast die Hälfte aller Würfe der Spanier abwehrt hatte.

Nach seiner Meinung war die EM die beste Werbung für den Handball. „Ich hoffe, dass jetzt die Leute vermehrt in die Hallen kommen und ein Handball-Hype ausgelöst wird. Wir haben eine geile Sportart, die Nummer 1 hinter dem Fußball. Ich denke, dass wir diesen Stellenwert mit dem Titel eindrucksvoll untermauert haben“, meinte der 24-Jährige.

Einen ordentlichen Schub erhoffen sich nun nicht die Funktionäre im Handball-Verband, sondern auch der deutsche Sport insgesamt. Denn mit der direkten Qualifikation für Rio de Janeiro ist auch das Olympia-Team mächtig angewachsen. „Wir freuen uns sehr, dass die Handballer mit dieser grandiosen Leistung im EM-Finale als fünftes deutsches Team die Qualifikation für Rio geschafft haben“, sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), und fügte an: „Die Mannschaften sind immer wichtig für das Atmosphärische bei Olympia. Sie vermitteln sehr stark den Team-Zusammenhalt.“

Nach zuletzt zurückgegangenen Mitgliederzahlen will der Deutsche Handballbund (DHB) Profit aus dem Titel schlagen und wieder neue Mitglieder gewinnen. „Da werden wir in den nächsten Tagen und Wochen aktiv werden. Dafür ist die Chance jetzt besser als vor der Europameisterschaft“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann.

Der frühere Weltmeister-Torwart Henning Fritz ist sich sicher, dass der EM-Titel nur der Anfang einer neuen Ära sein kann. „Wenn ich die Truppe jetzt sehe: Die Spieler sind Anfang, Mitte 20. Die könnten in der Konstellation noch in den nächsten zehn Jahren spielen“, hatte er schon vor dem Finale der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Für die Spieler war das alles Zukunftsmusik. Schon am Mittwoch steht für die meisten das erste Training bei ihren Clubs auf dem Programm. Und am Freitag treffen sie sich in Nürnberg zum Allstar Game gegen eine Bundesliga-Auswahl. „Wir fahren jetzt nach Berlin. Alles, was dann kommt, werden wir sehen“, sagte Häfner und stieg in den Bus zur nächsten Fete.

„Wenn man Europameister wird, ist das sensationell. Nach den sechs Wochen, die wir zusammen waren, konnte man auch mal richtig die Sau rauslassen. Aber so extrem war es nicht, denn wir wollen ja noch ein bisschen mit den Fans in Berlin feiern“, sagte Torwart-Routinier Carsten Lichtlein mit kratziger Stimme.

Nach eigener Aussage hatte der 35-Jährige, der schon den EM-Titel 2004 in Slowenien miterobert und gefeiert hatte, auf den Champagner in der Kabine verzichtet: „Ich bin nicht so für das Blubberwasser. Als alter Mann trinke ich dann lieber ein warmes Bier.“


Steckbriefe deutsche Spieler

dpa

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