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Grizzlys wieder im DEL-Finale - Bemerkenswert bescheiden

«Echte Krieger» Grizzlys wieder im DEL-Finale - Bemerkenswert bescheiden

Die Grizzlys Wolfsburg sind ein Phänomen. Jahr für Jahr nervt der Außenseiter die Favoriten aus der DEL. Zum dritten Mal binnen sechs Jahr steht der Club nun im Finale. Dafür gibt es einige Garanten: Manager Fliegauf, Trainer Gross und Keeper Brückmann.

Die Grizzlys Wolfsburg haben es wieder ins Finale der DEL geschafft.

Quelle: Silas Stein

Wolfsburg. Selbst im Erfolg bleiben die Grizzlys Wolfsburg bemerkenswert bescheiden. Kein anderes Team in der Deutschen Eishockey Liga kann eine ähnliche Konstanz wie der stets als Außenseiter startende Club aus der niedersächsischen Provinz vorweisen.

Schon gar nicht die vermeintlichen Großclubs mit deutlich mehr finanziellen Mitteln. Nun haben sich die Grizzlys zum zweiten Mal am Stück und zum dritten Mal binnen sechs Jahren für das DEL-Playoff-Finale qualifiziert. Hinzu kommen fünf Halbfinal- und neun Playoff-Teilnahmen insgesamt in Serie.

Große Töne gibt es von den Grizzlys dennoch nicht. „Wolfsburg hat bislang noch kein Spiel in einem Finale gewonnen. Vielleicht sollte das unser erstes Ziel sein“, sagte der überragende Nationalkeeper Felix Brückmann nach dem entscheidenden 3:0-Sieg im sechsten Halbfinale gegen die Nürnberg Ice Tigers.

Kampfansagen vor der Final-Neuauflage des vergangenen Jahres gegen den Titelverteidiger und scheinbar übermächtigen Favoriten EHC Red Bull München gibt es nicht. Aus guten Gründen. Zum einen ist da die Erinnerung an das klare 0:4 nach Siegen in der Endspielserie 2016 gegen München. „Wir kämpfen wieder mit ungleichen Waffen“, sagte Sportchef Charly Fliegauf, einer der Väter des Grizzly-Erfolges.

Zum anderen hat Wolfsburg mehr erreicht, als der Club sich selbst erhofft hat und als die Experten ihm zugetraut haben. Mal wieder. „So wie wir ausgestattet sind, gehören wir eigentlich nicht dahin“, sagte Fliegauf, der die Anerkennung für den erneuten Finaleinzug gegen ein eigentlich deutlich besser ausgestattetes Team sichtlich genoss.

Die Arbeit am Volkswagen-Standort findet im Zuge des Abgasskandals beim Sponsor immer mehr unter erschwerten Bedingungen statt. Ende 2016 war das Ende einer VW-Unterstützung und damit das DEL-Aus der Grizzlys eigentlich schon beschlossen. Am Ende ging es aber doch noch weiter. Zum Glück auch für das deutsche Eishockey, denn in Wolfsburg werden seit jeher Nationalspieler produziert.

„Wir können stolz auf uns sein. Was geleistet wurde die letzten Jahre hier, das ist einmalig“, sagte Fliegauf, der der finanzkräftigeren Konkurrenz Jahr für Jahr vormacht, wie man auch mit weniger Mitteln eine charakterfeste Einheit zusammenstellt.

„Vergoldet unsere 10. DEL-Saison mit dem Titel“ stand unmittelbar nach dem erneuten Finaleinzug auf einem Fan-Plakat. Und insgeheim rechnen sich die Grizzlys in diesem Jahr in der Tat auch mehr aus. „Wir wissen, was wir können, und wir fahren nicht mit der weißen Fahne nach München“, sagte Fliegauf.

In diesem Jahr haben die Niedersachsen im entscheidenden Moment kein übermäßig großes Verletzungspech. Zudem soll die Erinnerung an das vergangene Jahr helfen. „Wir werden schon Erfahrungen aus dem letzten Jahr mitnehmen. Wir fahren nach München, um zu überraschen“, sagte Trainer Gross, dessen Coaching mit als das beste der Liga gilt.

„Er ist besessen von dem Sport. Es gibt keinen Tag, an dem er nicht unsere Spiele analysiert“, sagte Brückmann über den introvertierten Taktiker. Der von Gross propagierte Spielstil zeichnet sich dadurch aus, bessere Teams „mürbe zu machen“, wie es Fliegauf ausdrückte. Seinen Job, Gross dafür die richtigen Spielertypen zu besorgen, verrichtet Fliegauf mit bemerkenswerter Präzision. Seine Arbeiter im Team nennt er „echte Krieger, da sind Warriors dabei“.

Und sollte doch mal ein gegnerischer Stürmer durchbrechen, ist immer noch Brückmann da. „Felix spielt herausragend momentan. Besser kann man eigentlich nicht spielen“, lobte Fliegauf den aktuell formstärksten deutschen Keeper.

dpa

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