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Heimsieg für Dumoulin beim Giro-Auftakt

Apeldoorn Heimsieg für Dumoulin beim Giro-Auftakt

Endlich hat es geklappt: Das deutsche Team Giant-Alpecin hat durch Tom Dumoulin beim Auftakt des Giro d'Italia den ersten Sieg in 2016 geholt. Stark war auch Marcel Kittel, der nach Platz fünf im Optimalfall am Sonntag das Rosa Trikot übernehmen könnte.

Apeldoorn. König Willem-Alexander war nach dem Heimsieg von Radprofi Tom Dumoulin als erster Gratulant zur Stelle, aber auch Marcel Kittel durfte sich als großer Gewinner fühlen.

Der Topsprinter verlor bei seinem beachtlichen fünften Platz im spektakulären Auftaktzeitfahren des 99. Giro d'Italia nur elf Sekunden auf den siegreichen Kapitän des deutschen Giant-Alpecin-Teams und könnte schon am Sonntag im Optimalfall ins Rosa Trikot schlüpfen.

Am Freitag durften aber erstmal die Gastgeber jubeln. Unterstützt von mehreren hunderttausend Landsleuten am Straßenrand fuhr Dumoulin im 9,8 Kilometer langen Zeitfahren im niederländischen Apeldoorn in 11:03 Minuten die schnellste Zeit und lag damit hauchdünn vor dem zeitgleichen Slowenen Primoz Roglic. Damit bescherte der 25-Jährige dem deutschen Team den ersten Sieg nach schier endlosen 213 Tagen.

„Das ist unglaublich, ich kann es kaum in Worte fassen. Das schönste Trikot im Radsport vor meinen eigenen Leuten zu holen, ist ein Traum“, sagte Dumoulin und ergänzte: „Das war nicht mein bestes Zeitfahren, aber auch nicht mein schlechtestes. Ich wäre zum Ende hin gerne schneller gefahren, aber was zählt ist nur das Ergebnis.“

Schnell unterwegs war auch Kittel. Läuft es für den 27-Jährigen nach Plan, könnte er am Sonntag die Gesamtführung zu übernehmen. Dafür müsste Kittel auf den beiden kommenden Flachetappen in Nimwegen und Arnheim vorne dabei sein. Die ersten Drei einer Etappe erhalten Zeitgutschriften von zehn, sechs und vier Sekunden.

Zu den großen Verlieren gehörte dagegen der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara. Im letzten Jahr seiner Karriere wollte er seine Trikotsammlung komplettieren, doch eine Magen-Darm-Erkrankung und Fieber warfen den Schweizer aus der Bahn. Am Ende blieb nur Platz acht.

Im Kampf um den Gesamtsieg hat indes der italienische Topfavorit Vincenzo Nibali seinen vermeintlich größten Rivalen Mikel Landa um 21 Sekunden distanziert. Auch im Vergleich Aljandro Valverde war der Giro-Sieger von 2013 um fünf Sekunden schneller.

Der Jubel im Lager von Giant-Alpecin war indes riesengroß, denn die Saison 2016 war von vielen Rückschlägen begleitet. Insbesondere der schwere Trainingsunfall im Januar, als eine Britin mit ihrem Van sechs Fahrer des Teams, darunter auch Klassiker-Spezialist John Degenkolb, regelrecht abgeräumt hatte. Erst am 1. Mai hatte Degenkolb sein Renn-Comeback gegeben.

„Wir wissen alle, was passiert ist. Das hat den Sport in den Schatten gestellt. Wir sind froh, dass alle überlebt haben. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht vorne mitfahren konnten“, sagte Teamchef Iwan Spekenbrink der Deutschen Presse-Agentur. Trotzdem ist er für die nächsten Wochen und Monate zuversichtlich: „Die guten Fahrer sind wieder da. jetzt kommt das Niveau zurück und auch die Erfolge.“

Ruhe kehrt bei Giant-Alpecin aber derzeit nicht ein. Seit Tagen gibt es Spekulationen um einen Abschied von Degenkolb zum Saisonende. Spekenbrink hofft auf einen Verbleib des letztjährigen Gewinners der Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo und Paris-Roubaix. Sollte es anders kommen, habe der Vertrag mit Hauptsponsor Alpecin aber weiter Gültigkeit, sagte Spekenbrink, der schon im vergangenen Jahr Topsprinter Kittel ziehen lassen musste.

Kittel fährt inzwischen für Etixx-Quickstep und ist mit bislang acht Saisonsiegen der erfolgreichste Radprofi 2016. Am Samstag soll Sieg Nummer neun hinzukommen, wenn es voraussichtlich zum ersten großen Duell mit Dauerrivale André Greipel kommt. Auf dem zweiten Teilstück über 190 Kilometern von Arnheim nach Nimwegen warten keine großen Schwierigkeiten auf die Sprinter, sodass mit einer Massenankunft zu rechnen ist. Der Giro ist noch bis Sonntag im Gelderland zu Gast, ehe es anschließend zurück nach Italien geht.

dpa

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