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Heintz schwimmt in Weltjahresbestzeit zur WM-Norm

Deutscher Rekord Heintz schwimmt in Weltjahresbestzeit zur WM-Norm

So schnell ist in diesem Jahr über 200 Meter Lagen noch niemand geschwommen. Philip Heintz trumpfte bei den deutschen Meisterschaften groß auf und kann es selbst kaum glauben. Nun hat er eine Aufgabe bis zur WM im Juli.

Lagenschwimmer Philip Heintz in Aktion.

Quelle: Jörg Carstensen

Berlin. Weltjahresbestzeit, deutscher Rekord - und jetzt ein großer Medaillenkandidat für die WM. Lagenschwimmer Philip Heintz hat am zweiten Tag der 129. deutschen Meisterschaften geglänzt.

Im Finale über 200 Meter schlug der Titelverteidiger in Berlin nach 1:55,76 Minuten als Erster an und verbesserte seine im Vorlauf aufgestellte nationale Bestzeit um 0,83 Sekunden. Seine nationale Bestmarke hätte bei Olympia in Rio de Janeiro, als Heintz Sechster geworden war, hinter US-Superstar Michael Phelps zu Silber gereicht.

Heintz qualifizierte sich in Berlin als erster deutscher Schwimmer in der offenen Klasse auch für die Weltmeisterschaften in einem Monat in Budapest. Damian Wierling und Florian Wellbrock lösten ebenfalls das WM-Ticket. Sie schafften die leichtere U23-Norm.

„Eigentlich müsste ich jetzt meine Karriere beenden“, sagte Heintz nach seinem Endlauf lachend. „Ich habe gesagt, wenn ich 1:55 schaffe, kann ich aufhören.“ Bis zu seinem Rennen war der Japaner Kosuke Hagino in 1:56,01 Minuten der Weltjahresbeste. „Jetzt ist er natürlich im Kreis der ganz, ganz Großen über 200 Meter Lagen angekommen“, sagte Chefbundestrainer Henning Lambertz. „Phänomenal!“

Ans Aufhören denkt Heintz natürlich nicht ernsthaft. Stattdessen gehen seine Gedanken schon in die sportliche Zukunft - Richtung Olympische Spiele 2020. „Natürlich mache ich bis Tokio weiter“, sagte er euphorisch. „Jetzt kann ich ja sogar auf den Europarekord schielen.“ Den hält derzeit der Ungar Laszlo Cseh mit 1:55,18 Minuten.

Zunächst hofft Heintz aber seine Form bis zur WM vom 14. bis zum 30. Juli halten zu können. Aus seiner Sicht keine leichte Aufgabe. Die Schwimmer müssen in diesem Jahr harte WM-Normen knacken. Die Vorgaben sind Teil von Reformen, die der Deutsche Schwimm-Verband nach dem schlechten Abschneiden bei Olympia angestoßen hatte.

Einer, der Änderungen wollte, war Philip Heintz. Nach den Spielen in Rio hatte er professionellere Strukturen in Deutschland gefordert. Er hatte gesagt, es sei sonst bei Olympia so, „als trete ein Kreisligist gegen einen Champions-League-Teilnehmer an. Keine Chance.“

Nun sind Änderungen da - und fordern die Sportler. Wegen der harten Normen müsse man schon bei den nationalen Titelkämpfen zu „100 Prozent“ da sein, hatte Heintz vor den Meisterschaften gesagt. Er befürchtet, anschließend erst einmal „ziemlich ausgelaugt“ zu sein und hofft auf eine schnelle Regeneration. Der Chefbundestrainer ist zuversichtlich. „Ich glaube, dass er damit auf jeden Fall um die Medaillen mitkämpfen kann“, sagte er nach dem deutschen Rekord. Er sprach schon nach dem Vorlauf von einer „Bombenzeit“.

Damian Wierling war über 50 Meter Freistil der Schnellste. Der 21-Jährige, der in 22,15 Sekunden die U23-Vorlaufnorm für die WM geschafft hatte, bestätigte die Zeit am Nachmittag. Er siegte in 22,06 Sekunden und löste das WM-Ticket. „Es ist enorm wichtig für mich, die Norm unterboten zu haben“, sagte der Sprinter.

Das glückte auch dem 19-jährigen Florian Wellbrock, der seinen Titel über 1500 Meter Freistil verteidigte und ebenfalls die Norm der jüngeren Athleten schaffte. Bei den Frauen konnten Johanna Roas (1:00,71) und Nadine Laemmler (1:00,56) im Finale über 100 Meter Rücken ihre starken Zeiten vom Vormittag, als sie die Vorlaufnorm geschafft hatten, nicht bestätigen. Sie verpassten die Finalnorm beim Sieg von Lisa Graf (1:00,37). Für die Qualifikation zur WM müssen die Athleten in beiden Läufen geforderte Zeiten unterbieten.

dpa

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