Krasnaja Poljana. Zwei Tage nach Kombi-Gold erklärte Maria Höfl-Riesch gefasst ihre schlechteste Abfahrt des Winters. Wenige Meter von ihr entfernt feierten erstmals in der Olympia-Historie zwei Alpin-Siegerinnen.

Hand in Hand bestiegen Mitfavoritin Tina Maze aus Slowenien und die Schweizer Außenseiterin Dominique Gisin in der Mittagssonne bei der Blumenzeremonie das Podest. Anders als das Sieger-Duo hatte Höfl-Riesch ihr Rennen im frühlingshaften Krasnaja Poljana schnell abgehakt. „Ich bin einfach nicht gut genug gefahren“, gestand die 29-Jährige.

Der Skirennfahrerin vom SC Partenkirchen fehlten auf weicher Piste 1,07 Sekunden zu Edelmetall. Das reichte für die Kombinations-Olympiasiegerin von Sotschi nur zu Platz 13 und damit erstmals in dieser Abfahrtssaison nicht für einen Rang unter den ersten Zehn.

Höfl-Riesch präsentierte sich vor und auch nach dem Rennen locker und lächelnd, doch auf der Piste half ihr das nichts. „Das ist natürlich schon eine Enttäuschung. Ich bin von Anfang an hier nicht zurecht gekommen. Schade, aber mit einer Goldmedaille in der Tasche ist es etwas leichter zu verschmerzen“, sagte sie. Vor zwei Jahren hatte die 29-Jährige die Olympia-Generalprobe in den kaukasischen Bergen noch gewonnen. „Damals waren es aber noch andere Bedingungen“, erklärte Höfl-Riesch, die sich diesmal mit der Piste und der anderen Kurssetzung nie so recht anfreunden konnte.

Die zweimalige Weltmeisterin startet bei den Winterspielen in Sotschi noch im Super-G am Samstag sowie in der kommenden Woche in Riesenslalom und Slalom. Vorher will sie eventuell einen Tag pausieren. „Ich merke schon, dass das an die Substanz geht.“

Die nächsten Rennen waren für das Sieger-Duo noch weit weg. In 1:41,57 Minuten lagen die Gesamtweltcupsiegerin Maze und Gisin um eine Zehntelsekunde vor der favorisierten Schweizerin Lara Gut. Umgerechnet 2,67 Meter trennten die Gewinnerinnen von Gut. Maze kam gerade rechtzeitig wieder in Form und holte das erste olympische Gold Sloweniens bei Winterspielen. „Ich habe mich ganz auf Olympia fokussiert“, erklärte sie und ärgerte sich ein wenig über ihre Zielpassage: „Ich habe unten einen großen Fehler gemacht und habe gedacht, das ist nicht gut genug.“

Gisins Sieg hingegen kam eher unerwartet. Die Schweizerin profitierte zwar auch von ihrer frühen Startnummer acht, hatte aber nach vielen Verletzungen und häufigem Pech einmal Glück. „Endlich waren die Hundertstel auf meiner Seite, alles kommt zurück im Leben“, sagte sie überglücklich nach ihrer ersten Medaille bei einem Großereignis. Noch in der Box der Führenden telefonierte Gisin mit den Großeltern und weinte vor Glück.

Viktoria Rebensburg aus Kreuth fuhr auf Platz 15. Die Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2010 hatte wegen einer Lungenentzündung wochenlang pausieren müssen. „Bis zur vorletzten Zwischenzeit war es ganz gut. Es ist schön, meine erste olympische Abfahrt bestritten zu haben, es hat Spaß gemacht“, sagte die 24-Jährige.


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dpa