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Huck nach Titel-Comeback: „Ich bin wieder hier“

Halle/Westfalen Huck nach Titel-Comeback: „Ich bin wieder hier“

Marco Huck ist zurück auf dem Weltmeister-Thron. Nach dem Sieg über den Briten Ola Afolabi will er weitere Titel. Jetzt soll der WBO-Gürtel zurück in seinen Besitz.

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Marco Huck ist wieder Weltmeister im Cruisergewicht.

Quelle: Guido Kirchner

Halle. Sechs Monate nach seiner K.o.-Niederlage hat sich Profiboxer Marco Huck als „kleiner Weltmeister“ zurückgemeldet und darf seine zweite Karriere starten.

Mit einem technischen K.o.-Sieg in der elften Runde über den harmlosen britischen Titelverteidiger Ola Afolabi sicherte sich der Berliner im westfälischen Halle den Gürtel des weniger bedeutenden Verbandes IBO im Cruisergewicht. „Ich bin wieder hier in meinem Revier“, rief Huck und ließ sich von 7000 Zuschauern in Gerry-Weber-Stadion feiern.

Der Ringrichter brach das Gefecht eingangs der elften Runde auf Anraten des Ringarztes ab. Afolabi hatte sich eine starke Schwellung am linken Auge zugezogen. Von der siebten Runde an war das Auge komplett zu. „Ich konnte seine Rechte nicht mehr sehen“, gestand der Brite, der zuvor den Ringrichter angelogen hatte über sein räumliches Sehvermögen. „Ich wollte keinen Abbruch“, entschuldigte er sich.

Der konditionsstarke Huck („Ich habe mich selbst gewundert, dass ich nicht müde wurde“) erhielt Lob vom ehemaligen Schwergewichts-Champion Wladimir Klitschko. „Er hat wie ein echter Weltmeister gekämpft“, sagte der Ukrainer, der mit dem 31-jährigen Huck bei dessen TV-Vermarktung kooperiert. 4,38 Millionen Zuschauer hatten die WM bei RTL verfolgt (Marktanteil 23,2 Prozent).

Als IBO-Champion legte Huck seinen weiteren Schlachtplan fest: „Jetzt will ich einen Rückkampf gegen Krzysztof Głowacki und meinen alten Titel wiederhaben.“ Der Pole hatte den Deutschen im August 2015 als WBO-Weltmeister entthront. Auf dem Weg zum begehrteren WBO-Titel, den er 13 Mal erfolgreich verteidigt hatte, wollte Huck ursprünglich keinen Umweg einlegen. „Mein Bruder hat ihm einen Sack Geld angeboten, aber Głowacki wollte nicht“, berichtete der gebürtige Serbe. Bruder Kenan Hukic, mit dem Huck seit der Trennung vom Sauerland-Stall Ende 2014 die Huck Sports Promotion betreibt, versprach: „Ich versuche, an große Kämpfe zu kommen.“

Huck sieht sich jedenfalls gerüstet. „Wenn ich gut trainiere, kann mich keiner schlagen“, meinte er und verriet, dass die jüngste K.o.-Niederlage keine Rolle mehr spiele. „Ich habe an Muhammad Ali und Lennox Lewis gedacht. Die hatten auch alle Niederlagen und sind sofort wieder zurückgekommen.“

Einige spektakuläre Haudrauf-Szenen bekamen die Zuschauer geboten, einen guten Kampf sahen sie indes nicht. Es war der typische Huck, der mit seiner Physis und Explosivität den Gegner erdrückt. Wilde, ungezielte Schlagserien prasselten auf den indisponierten Afolabi nieder. „Ola hat einen Betonschädel“, resümierte Huck. Sein Gegner, ansonsten als guter Techniker bekannt, blieb nahezu alles schuldig und konnte Huck nie gefährden. „Du hast noch gar nichts gezeigt“, herrschten ihn dessen Betreuer nach der sechsten Runde an. Ein weiteres Duell der beiden (drei Siege Huck, ein Remis) soll es nicht mehr geben.

Huck demonstrierte, dass er sich durch die Trennung von Trainer Conny Mittermeier nur wenige Tage vor dem Kampf nicht aus dem Rhythmus hat werfen lassen. Sein neuer Chefcoach Varol Vekiloglu schwärmte von einem „bärenstarken Kampf“ und lobte die Zusammenarbeit mit dem keineswegs pflegeleichten Huck: „Die Kommunikation zwischen uns war 1a. Als Team haben wir die Zukunft vor uns.“

Für Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), steht fest: „Marco hat alle Lügen gestraft, dass er einen Motivator wie Ulli Wegner braucht.“ Der Sauerland-Chefcoach hatte Huck 2009 zum Weltmeister gemacht. Bisher hatte der Berliner dem Coach hinterhergetrauert, von jetzt an gilt eine neue Zeitrechnung.

dpa

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