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Jetzt gegen die Nummer eins: Boll erreicht WM-Viertelfinale

Tischtennis-WM Jetzt gegen die Nummer eins: Boll erreicht WM-Viertelfinale

Timo Boll steht mit 36 Jahren im Viertelfinale seiner Heim-WM. Einen schwereren Gegner als dort kann er aber nicht kriegen.

Timo Boll steht bei der Tischtennis-WM im Viertelfinale.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Düsseldorf. Das Traumduell bei der Tischtennis-WM ist perfekt: Der deutsche Star Timo Boll trifft am Sonntag in der Runde der besten Acht auf den Weltmeister und Olympiasieger Ma Long aus China, mit dem er zu Beginn des Turniers noch zusammen im Doppel gespielt hat.

Bei seiner 17. WM-Teilnahme gewann Boll im Achtelfinale mit 4:1 Sätzen gegen den Weltranglisten-16. Marcos Freitas aus Portugal. Parallel dazu setzte sich die Nummer eins Ma Long vor 8000 Zuschauern in der ausverkauften Düsseldorfer Messehalle mit 4:0 gegen Chih-Yuan Chuang aus Taiwan durch.

„Jetzt gegen meinen Doppelpartner zu spielen ist ein richtiges Highlight. Da habe ich nichts zu verlieren. Da werde ich alles riskieren“, sagte Boll. „Vielleicht klappt ja eine Überraschung.“

Sein Spiel gegen Freitas war deutlich ausgeglichener als es das Ergebnis aussagt. Boll spielte nach verlorenem ersten Satz mit hohem Risiko und extremer Härte in seinen Schlägen. Sein Gegner hatte zu große Schwankungen in seinem Spiel, Weltklasse-Aktionen und leichte Fehler wechselten sich ab. „Das Spiel hätte auch anders herum ausgehen können. Marcos ist ein großer Kämpfer“, sagte Boll.

Die deutsche Nummer eins Dimitrij Ovtcharov spielt erst am Sonntag 11.00 Uhr gegen Koki Niwa aus Japan um den Einzug ins Viertelfinale.

Ruwen Filus dagegen schied trotz einer starken Leistung mit 2:4 Sätzen gegen den Weltranglisten-Zweiten Fan Zhendong aus China aus. „Das war sicher eines der besten Spiele meiner Karriere“, sagte der 29-Jährige. „Aber ich glaube, es geht noch besser. Ich habe vor allem taktisch richtig gut gespielt, aber auch zwischenzeitlich ein paar Bälle nicht richtig antizipiert. Wenn ich häufiger auf so einem Niveau spiele, kann ich noch ein paar Prozent mehr herauskitzeln.“

Am nächsten Samstag bestreitet Filus mit seinem Verein TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell erst einmal das Playoff-Endspiel um die deutsche Mannschaft gegen Borussia Düsseldorf und Timo Boll. Danach wird er sich in der Weltrangliste unter die Top 30 verbessern. „Ich fühle mich noch nicht so, dass ich sagen könnte, das ist der Zenit. Ich werde dafür trainieren, dass es weiter nach oben geht. Mein Ziel sind die Top 20“, sagte Filus.

Im Mixed verpassten Petrissa Solja und ihr chinesischer Partner Fang Bo das Endspiel. Die Bronzemedaille war ihnen vorher bereits sicher. Die 23-Jährige und der Weltranglisten-Neunte verloren trotz einer 2:0- und 3:1-Satzführung noch mit 13:11, 14:12, 5:11, 11:6, 5:11, 7:11, 5:11 gegen die Japaner Kasumi Ishikawa und Maharu Yoshimura. „Mit etwas Abstand werde ich mich sehr über diese Bronzemedaille freuen. Aber im Moment ist diese Niederlage auf jeden Fall eine Enttäuschung“, sagte Solja.

Ein kleiner Trost für die deutsche Nummer eins sowie Fang Bo: Ishikawa und Yoshimura gewannen auch im Endspiel gegen Chien-An Chen und I-Ching Cheng aus Taiwan nach einem 1:3-Rückstand noch mit 4:3.

In drei Jahren finden die Olympischen Spiele in Tokio statt. Spätestens dann wollen die Japaner im Tischtennis die große Dominanz der Chinesen brechen. Der Triumph von Ishikawa und Yoshimura war ein weiterer Schritt in diese Richtung und auch das Wunderkind dieses Sports kommt aus Japan: Tomokazu Harimoto schlug am Samstag auch den Slowaken Lubomir Pistej mit 4:1 und zog mit nur 13 Jahren in ein WM-Viertelfinale ein. „Ich mache genau das, was ich schon in den vergangenen Tagen getan habe: Mein Spiel spielen und nur von Spiel zu Spiel denken“, sagte der Junioren-Weltmeister danach.

dpa

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