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Kühnhackl-Sohn triumphiert im NHL-Finale

Kühnhackl-Sohn triumphiert im NHL-Finale

Tom Kühnhackl krönt seine ersten fünf unglaublichen Monate beim NHL-Team Pittsburgh Penguins mit dem Gewinn des Stanley Cups. Der Sohn von Eishockey-Legende Erich Kühnhackl ist erst der dritte Deutsche, der die Trophäe gewinnt und bringt sie nun nach Landshut.

San Jose (dpa) – Voller Stolz stand auch Papa Erich Kühnhackl nach dem Triumph seines Sohnes auf dem Eis. Gemeinsam mit dem jungen Protagonisten posierte die deutsche Ikone mit dem weltweit begehrten Stanley Cup - wieder hat ein Kühnhackl Eishockey-Geschichte geschrieben.

Erst als dritter Deutscher nach Uwe Krupp und Dennis Seidenberg hat der 24-jährige Tom Kühnhackl die Meisterschaft in der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL gewonnen. Mit den Pittsburgh Penguins kam er dank eines 3:1 bei den San Jose Sharks zum vierten und entscheidenden Sieg in der Finalserie.

„Ich kann nicht glauben, dass das wahr ist“, meinte Tom Kühnhackl und erklärte bei „Eishockey.com“: „Es ist so eine tolle Geschichte für mich, das deutsche Eishockey überhaupt, dass jemand aus unserem Land den Stanley Cup gewinnt. Meine Gefühle spielen verrückt, und es ist unbeschreiblich, was gerade in mir abgeht.“

Als die Schlusssirene ertönte, war der junge Stürmer mit seinen Mitspielern aufs Eis gestürmt. Helme, Handschuhe, Schläger – alles wurde weggeworfen. In der Kabine knallten später die Sektkorken. Kühnhackl verpasste Torhüter Matt Murray eine Champagner-Dusche, während neben ihm die Spieler aus dem Stanley Cup schlürften. „Das ist unglaublich“, sagte Zuschauer Erich Kühnhackl begeistert. Sein Stolz ließe sich nicht beschreiben.

Den 90 Zentimeter großen und 16 Kilogramm schweren Pokal wird Kühnhackl junior nun auch mit in seine bayrische Heimat nehmen. „Tom wird den Stanley Cup hundertprozentig nach Landshut bringen. Er weiß, was er den dortigen Trainern zu verdanken hat“, sagte Erich Kühnhackl der Deutschen Presse-Agentur. Jeder Spieler des Meisterteams darf die Trophäe im Sommer einen Tag bei sich haben.

Vater Erich Kühnhackl gilt in Deutschland als bester Spieler der nationalen Eishockey-Geschichte. Er gewann vier deutsche Meisterschaften, Bronze bei den Olympischen Winterspielen 1976 und war bei der Weltmeisterschaft 1978 der erster Deutscher Scorer-König. Doch in Amerika wollte er nie spielen.

Nun ließ er es sich aber nicht nehmen, die Krönung des märchenhaften Aufstiegs seines Sohnes live zu verfolgen. Innerhalb von knapp fünf Monaten schaffte es der Angreifer vom Lückenbüßer zum Champion an der Seite der Superstars Sidney Crosby und Jewgeni Malkin. Als Kühnhackl jr. den Cup von Conor Sheary überreicht bekam, drehte er eine Ehrenrunde, hielt den Pott stolz über seinen Kopf und schrie seine Freude heraus.

Bereits mit 18 Jahren war er nach Nordamerika gezogen und empfahl sich über mehrere Nachwuchsligen für die NHL. „Er war häufig verletzt und hat sich durchgekämpft, ist seinen Weg gegangen und hat nie aufgehört“, erklärte Erich Kühnhackl die vergangenen Jahre seines Sohnes in Nordamerika. Sein NHL-Debüt gab sein Sohn erst am 9. Januar. Er sollte nur aushelfen, da Stammpersonal verletzt war. Doch Kühnhackl verpasste anschließend kein einziges Spiel. Er etablierte sich als Unterzahlspezialist und Arbeiter in der vierten Sturmreihe.

Der Landshuter hatte vom Trainerwechsel am 12. Dezember profitiert. Pittsburgh trennte sich von Mike Johnston, Mike Sullivan kam. Er hatte zuvor im Penguins-Farmteam das Sagen gehabt und berief bald einige der Talente in den NHL-Kader – unter anderem Kühnhackl.

Die Veränderungen endeten im Erfolg. Insgesamt gewann Pittsburgh nun zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte den Stanley Cup. „Es ist großartig, das letzte Spiel der Saison zu gewinnen“, sagte Topstar Sidney Crosby. Der Penguins-Kapitän hatte sein Team auf den Tag genau vor sieben Jahren bereits zum Titel geführt. Crosby wurde als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet.

Die Tore erzielten andere. Brian Dumoulin brachte Pittsburgh in der achten Minute in Führung, Logan Couture sorgte für den Ausgleich von San Jose (27.). Doch die Penguins antworteten nur eine Minute später durch Kris Letang. 62 Sekunden vor Ende sorgte Penguins-Stürmer Patric Hornqvist mit einem Schuss ins verwaiste Tor für die Entscheidung, den Auftakt zur Pittsburgher Party-Nacht und Hoffnungen auf einen Schub im deutschen Eishockey. „Ich hoffe, dass dies nicht nur in Landshut, sondern über die Grenzen Bayerns hinaus etwas entfacht“, sagte Erich Kühnhackl.

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