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Martin hat als letzter Starter WM-Gold im Visier

Florenz Martin hat als letzter Starter WM-Gold im Visier

Von 79 Startern besetzt er die letzte Position und ist damit hochzufrieden. „Ich bin lieber der Jäger als der Gejagte, dann kann ich das Feld von hinten aufrollen“, ...

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Tony Martin will es am Mittwoch wissen. Foto: Marius Becker

Florenz. Von 79 Startern besetzt er die letzte Position und ist damit hochzufrieden. „Ich bin lieber der Jäger als der Gejagte, dann kann ich das Feld von hinten aufrollen“, erklärte ein vor Selbstbewusstsein strotzender Tony Martin.

Er will am Mittwoch in Florenz zum dritten Mal in Serie Weltmeister im Einzelzeitfahren werden. Als Titelverteidiger geht der in der Lausitz geborene Wahlschweizer um 15.12 Uhr als letzter Fahrer auf die fast schnurgerade Strecke über 57,9 Kilometer. Direkt vor ihm starten seine härtesten Konkurrenten, der vierfache Titelträger Fabian Cancellara aus der Schweiz und der britische Toursieger von 2012, Bradley Wiggins.

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Tony Martin will es am Mittwoch wissen. Foto: Marius Becker

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Der Showdown zwischen Montecatini Terme und dem in die Jahre gekommenen Sportzentrum Nelson Mandela in Florenz erhebt Anspruch auf Einmaligkeit. Noch nie gab es bei einem Zeitfahren der letzten Jahre ein solch hochkarätiges Fahrerfeld. Auch die „zweite Reihe“ mit Vize-Weltmeister Tyler Phinney (USA), Richie Porte (Australien) und den beiden übrigen deutschen Startern Patrick Gretsch und Bert Grabsch kann sich sehen lassen.

Der tief gefrustete Ex-Weltmeister Grabsch bestreitet womöglich sein letztes Karriererennen. Der 38 Jahre alte Wittenberger erhielt von seinem Pharma Omega-Quickstep-Team keinen neuen Vertrag für 2014. „Ich hatte in dieser Saison nur 53 Renntage und wurde aussortiert“, beklagte sich Grabsch, der es am Mittwoch „noch mal wissen will“. Der weitgehend flache Parcours mit nur einem kleinen Anstieg auf 132 Meter scheint für ihn ebenso wie für Martin maßgeschneidert.

Die aktuelle Form von „Evergreen“ Cancellara, der die Tour de France wie Wiggins ausgelassen hatte, konnte Martin bei der Vuelta testen. In Tarazona musste der 28-Jährige eine unerwartete und schmerzliche Niederlage einstecken. Aber der Dämpfer kam wohl zur rechten Zeit. „So habe ich ganz klar gesehen - das wird kein Selbstläufer in Florenz und habe im Training nochmal was draufgepackt“, sagte Martin, der in der Toskana von seiner Mutter und Freunden moralische Unterstützung vor Ort erhält.

Cancellara will jeden Druck vermeiden und stuft den Kampf gegen die Uhr sogar als persönliches Vorbereitungsrennen auf das Straßenrennen zum WM-Abschluss am Sonntag ein. „Ob ich gewinne, oder Fünfter werde, ist nicht entscheidend“, sagte der Berner. Sein Vertrauter Luca Guercilena sprach sogar von körperlichen Nachteilen. Sein Schützling habe viel breitere Schultern als Martin und Wiggins, was aerodynamisch ungünstig sei.

Die große Unbekannte ist die aktuelle Form von Sir Bradley Wiggins. Der exzentrische Brite kämpft am Mittwoch um einen goldenen Abschluss seiner verpatzten Saison und ein wenig auch um sein Standing im Sky-Team im Schatten des aktuellen Toursiegers Christopher Froome. Der Olympiasieger im Zeitfahren kommt mit dem frischen Ruhm des Gesamtsiegs der Tour of Britain direkt aus dem englischen Regen ins sonnenüberflutete Florenz. Martin stichelte ein bisschen: „Es ist immer unangenehm, eine Woche bei Kälte und Regen zu fahren“. Der Temperaturwechsel sei extrem.

Martin hat einen weiteren Nachteil für Wiggins ausgemacht: „Es ist sicher ungünstig, dass er den Kurs noch nie Fullspeed im Wettkampf gefahren ist. Vom Teamzeitfahren kenne ich die markanten Stellen, die Passagen in der Altstadt haben es durchaus in sich“. Als Martin am Sonntag bereits mit Gold („Rückenwind für Mittwoch“) dekoriert worden war, packte Wiggins gerade seine Koffer.

Beide treffen zum ersten Mal seit London wieder in einem Zeitfahren aufeinander. Aber von einer „Revanche“ will der Silbermedaillengewinner Martin nichts wissen: „Die Olympischen Spiele sind positiv abgehakt. Ich freue mich auf den Kampf mit den beiden“. Der Druck des Favoriten scheint ihn nicht zu stören: „Das pusht mich“.

dpa

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