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NBA-Finale: Cavaliers vollenden Aufholjagd mit dem Titel

Oakland NBA-Finale: Cavaliers vollenden Aufholjagd mit dem Titel

Für die Cleveland Cavaliers war es ein magischer Sieg, für Super-Star LeBron James ein wahr gewordener Traum: Nachdem der 31-Jährige seinem Heimatverein die erste NBA-Krone holt, lässt er seinen Emotionen freien Lauf.

Oakland. Nach dem wohl magischsten Moment seiner Karriere sank Basketball-Superstar LeBron James weinend und vor Freude schluchzend auf den Hallenboden.

Angeführt von „King James“ sorgten die Cleveland Cavaliers für das größte Comeback in der Geschichte der NBA-Finals und „Der Auserwählte“ war am Ziel seiner Träume: Denn James erfüllte seine sich selbst auferlegte Mission und sorgte für den historischen ersten Meistertitel in der Vereinsgeschichte der Cavs.

„Als ich vor zwei Jahren zurückgekommen bin, habe ich mir ein Ziel gesetzt: Dieser Stadt eine Meisterschaft zu bringen“, sagte James nach dem dramatischen 93:89-Sieg im siebten Spiel der Finalserie bei Titelverteidiger Golden State Warriors. Von seinen Gefühlen übermannt ergänzte er: „Ich habe mein Herz, mein Blut, mein Schweiß, meine Tränen in dieses Spiel gesteckt.“ Immer noch weinend küsste er bei der Siegerehrung immer wieder die begehrte Trophäe.

James und sein Team schrieben gleich mehrfach Geschichte: Die Cavs sind das erste Team in der NBA, das sich nach einem 1:3-Rückstand noch zum Meister krönte. Und James stand bei seinem insgesamt dritten NBA-Titel über allen: Als erster Spieler führte er in der Finalserie alle Statistiken an. James holte die meisten Punkte (208), Rebounds (79), Assists (62), Steals (18) und Blocks (16). Im entscheidenden Spiel sieben überragte der einstimmig zum wertvollsten Spieler (MVP) der Finals gekürte James mit 27 Punkten, elf Rebounds und elf Assists. Er ist damit der erst dritte Spieler, der im siebten Spiel der Finals ein Triple-Double schaffte.

„Er ist der beste Spieler auf dem Planeten“, sagte Clevelands Guard Kyrie Irving, der eine Minute vor Schluss mit einem Dreier zum 92:89 für die Vorentscheidung sorgte, ehe James Sekunden vor Ende einen Freiwurf zum Endstand verwandelte. Das ließ sich US-Präsident Barack Obama nicht entgehen: Als er am Abend in Washington landete, blieb er bis zum Schluss in der Air Force One sitzen.

Der Triumph der Cavs ist deshalb so besonders, weil die sportverrückten Menschen in Cleveland seit 52 Jahren auf einen Profi-Meistertitel warten mussten. In zahlreichen Spielzeiten scheiterten die Teams der Stadt in den großen amerikanischen Sportarten dramatisch kurz vor dem finalen Erfolg. Cleveland gilt außerdem als das größte Loch der USA. Von vielen Amerikanern wird es spöttisch „mistake by the lake“ genannt - der Fehler am See.

James, der nur wenige Meilen von Cleveland entfernt in Akron geboren wurde, hat diese Meisterschaft für seine vielgescholtene Heimat gewonnen. In Cleveland begann er seine Karriere. Als er vor sechs Jahren nach Miami ging, verbrannten einige Fans seine Trikots - aus Liebe wurde zum Teil Hass. Bei seiner Rückkehr vor zwei Jahren empfing ihn die Stadt dann aber wieder als Hoffnungsträger. „Ich hatte einen Plan, um diesen Verein dorthin zu bringen, wo er noch nie war“, sagte James begleitet von seinen drei Kindern auf der anschließenden Pressekonferenz. „Es ist wie eine Befreiung. Es bedeutet mir alles. Ich kann es nicht erwarten, heimzukommen. Das wird die größte Party, die Cleveland je gesehen hat“, sagte James im Hinblick auf die Meisterschaftsparade am Mittwoch.

Während die Cavs mit Champagner auf ihren Sensationserfolg anstießen, war die Enttäuschung bei den Warriors um ihren blass gebliebenen Ausnahmespieler Stephen Curry grenzenlos. Der MVP der regulären Saison, der die Warriors in der Hauptrunde zum Rekord von 73 Siegen in 82 Spielen geführt hatte, spielte in den Finals weit unter Form. „Es tut weh. Ich habe nicht genug getan, um meinem Team zu helfen. Das wird mich noch eine Weile verfolgen“, sagte Curry, erkannte die Leistung seines Gegenspielers James aber neidlos an: „Er hat erstaunlichen Basketball gespielt. Er war ein Hauptgrund dafür, dass sie es geschafft haben.“

dpa

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