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Neureuther feiert Sieg in Levi - „Unwirklicher“ Saisonstart

Slalom-Weltcup Neureuther feiert Sieg in Levi - „Unwirklicher“ Saisonstart

Seine Form aus dem Sommertraining war sehr gut - das erste Rennen des Winters aber toppte dann alle Erwartungen. Mit einem Sieg ist Ski-Ass Neureuther in die Olympia-Saison gestartet. Der Jung-Papa selbst war in Finnland baff und schickte einen tierisch süßen Gruß nach Hause.

Felix Neureuther fuhr beim Slalom in Levi im ersten Durchgang auf Rang zwei.

Quelle: Giovanni Auletta

Levi. Diesen perfekten Start in die Olympia-Saison konnte Ski-Routinier Felix Neureuther erst kaum fassen - dann wurde er hoch oben im finnischen Lappland emotional.

Nach seinem Erfolg beim ersten Weltcup des Winters im Slalom von Levi bekam Neureuther als traditionellen Siegerpreis ein Rentier überreicht, dem er wie alle seine Sieger-Vorgänger in den vergangenen Jahren einen Namen geben sollte. Eigentlich wolle er das Tier Matilda nennen, so wie seine erst einen Monat alte Tochter. „Aber es ist ein Rentier-Junge“, fand er dann heraus. „Deswegen nenne ich es Matti, das ist der Spitzname von der kleinen Matilda und das passt auch für einen Jungen.“

Mit zwei starken Läufen verwies Neureuther Ex-Seriensieger Henrik Kristoffersen aus Norwegen (+0,37 Sekunden) und den Schweden Mattias Hargin (+0,45) auf die Plätze zwei und drei. Nach getaner Arbeit galten die Gedanken dann schnell wieder seiner jungen Familie. „Das ist schon speziell. Mein erstes Rennen als Vater, gleich gewonnen, und heute ist hier oben auch noch Vatertag. Alles passt zusammen.“

Für den deutschen Rekordchampion war es der 13. Erfolg im Weltcup und der erste seit Februar 2016. „Unwirklich“ bezeichnete er diesen Jubeltag, Alpinchef Wolfgang Maier attestierte eine „ganz souveräne Leistung“. In der Saison 2016/17 war Neureuther ohne Sieg geblieben.

Neureuther profitierte vom Ausfall des nach dem ersten Lauf führenden Dave Ryding. Dieser war kurz davor, erster britischer Weltcup-Sieger zu werden. Nach klarer Zwischenbestzeit rutschte Ryding dann auf dem Innenski weg. Wegen des Pechs des Konkurrenten hielt sich die Freude bei Neureuther im Ziel zunächst auch in Grenzen. „Ich muss schon sagen, dass ich heute Glück hatte, dass Dave ausgeschieden ist - er war extrem schnell unterwegs“, räumte Neureuther im ORF ein.

Dann aber wich das Mitleid der eigenen Freude und Neureuther begann zu schwärmen. „Das erste Rennen als Vater, das macht es noch spezieller“, berichtete Neureuther. „Wenn man mit daheim telefoniert, die Freundin sieht, die kleine Matilda - dann denkt man sich schon: Das Leben könnte nicht schöner sein.“ Nach mehreren Trainingstagen in Levi freut sich nun auf das Wiedersehen in Garmisch-Partenkirchen. „Ich kann es nicht erwarten, endlich nach Hause zu kommen.“

Auch Fritz Dopfer begeisterte aus deutscher Sicht: Er kam bei seinem Comeback nach einjähriger Verletzungspause wegen eines Schien- und Wadenbeinbruchs auf Rang 15 und schaffte die halbe Olympia-Norm. „Das freut mich ganz speziell“, sagte Herren-Cheftrainer Mathias Berthold. „Über sein Comeback gab es viele Zweifel. Es war ein Kampf.“

Dopfer war auch schneller als Österreichs Star Marcel Hirscher, der nach seinem Comeback nach nur wenigen Trainingstagen 17. wurde.

Für Linus Straßer, der dem DSV im Vorjahr beim Parallel-Slalom von Stockholm den einzigen Weltcup-Sieg beschert hatte, endete das Rennen im zweiten Lauf nach einem Fehler bei einer Kuppe und dem Aus. Auch andere haderten: Der 24-jährige David Ketterer etwa zeigte in seinem dritten Weltcup einen famosen ersten Lauf und raste mit fünftbester Zwischenzeit dem Ziel entgegen, ehe er ausschied. Stefan Luitz patzte bei einer Vertikalen und fiel aus. „Jedes Mal!“, brüllte er, schmiss die Skistöcke gegen einen Fangzaun und legte sich in den Schnee.

Am Samstag hatte es auch bei den oft gescholtenen Slalom-Damen des DSV eine positive Überraschung gegeben. Lena Dürr fuhr auf Platz sechs und machte in ihrem ersten Rennen die Qualifikation für Olympia klar. „Man kann schlechter in eine Saison starten“, urteilte Damen-Bundestrainer Jürgen Graller. Der in der Vergangenheit oft wechselhaften Bayerin traut der Coach viel zu. „Sie macht viele Sachen sehr gut, und die müssen wir stärken“, sagte Graller. „Lena muss zeigen, dass sie besser ist, als in den Ranglisten steht.“

Den Sieg holte überraschend Petra Vlhova aus der Slowakei vor US-Star Mikaela Shiffrin. „Es wird ein cooler Kampf mit ihr in diesem Winter“, sagte Olympiasiegerin Shiffrin. „Das ist aufregend.“

dpa

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