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Parker mit Frankreich auf dem Euro-Thron

Paris Parker mit Frankreich auf dem Euro-Thron

Nach seinem ersehnten großen Triumph auf der Euro-Bühne holte sich Tony Parker erst einmal Streicheleinheiten.

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Tony Parker feierte den EM-Titel mit seiner Verlobten Axelle Francine. Foto: Georgi Licovski

Paris. Nach seinem ersehnten großen Triumph auf der Euro-Bühne holte sich Tony Parker erst einmal Streicheleinheiten.

Als die Teamkollegen zu den „Allez les Bleus“-Rufen der Fans durch den goldenen Konfettiregen tobten, küsste der Superstar seine Verlobte Axelle Francine und hängte ihr die EM-Goldmedaille um den Hals.

Mit dem ersten Basketball-Titel für Frankreich beim souveränen 80:66-Finalsieg über Litauen vervollständigte der 31 Jahre alte dreimalige NBA-Champion seine Trophäensammlung. „Das ist genial. Solche Emotionen kann nur der Sport hervorrufen“, frohlockte Parker mit der blau-weiß-roten Flagge über den Schultern. „Ich habe immer gesagt, dass ich unter einem guten Stern geboren bin.“ Mit insgesamt 996 Punkten zog er in der ewigen EM-Bestenliste am Würzburger Dirk Nowitzki (983) vorbei und liegt als Zweiter nur noch 32 Zähler hinter dem Griechen Nikolaos Galis.

Immer wieder hatten die Franzosen nach knappem Scheitern wie im EM-Finale 2011 gegen Spanien mit ihrem Schicksal gehadert, nun ist die Generation Parker „endlich im Paradies“, wie die Sportzeitung „L'Équipe“ titelte. Auch „Le Parisien“ jubelte auf Seite eins „Endlich Meister!“ und erhob Tony Parker „endgültig zur Legende des Hexagons“.

Für seine fabelhaften Leistungen wurde der Point Guard zum wertvollsten Spieler des Turniers gekürt - im Finale brauchte er angesichts der Sonderbewachung durch die litauische Defensive umso mehr die Unterstützung seiner Kameraden. Nur ein gutes Drittel seiner Würfe versenkte Parker und erzielte bescheidene zwölf Punkte. Vor allem NBA-Profi Nicolas Batum zeigte mit 17 Zählern in der ersten Halbzeit die lange vermisste Leistungssteigerung. „Der Titel ist für alle“, lobte Regisseur Parker sein Team. „Es gab keine Möglichkeit, dass wir verlieren.“

Noch am Abend vor dem Finale von Ljubljana war er über die Flure des edlen Teamhotels „Plaza“ gewandert und hatte seine Mitspieler auf das große Sehnsuchtsziel eingeschworen. Neun Medaillen hatten die Blauen zuvor bei Olympia und Europameisterschaften gesammelt. „Seit zehn Jahren haben wir die Goldmedaille gejagt. Nichts wollten wir mehr“, betonte Flügelspieler Mickael Gelabale. „Es gibt keine Worte, um zu sagen, was das bedeutet.“

Mehr als sieben Millionen TV-Zuschauer verfolgten in der Heimat die Schlussphase des Coups, nach einer wilden Feiernacht wurden die Euro-Helden am Montagabend von Staatspräsident François Hollande im Elysée-Palast empfangen. Am Flughafen Charles de Gaulle warteten zuvor mehrere Hundert Unterstützer mit Fahnen auf die erfolgreichen „Les Bleus“. „Dieser Tag geht in die Annalen des französischen Sports ein“, schrieb „Le Monde“.

Nach der Titel-Erlösung soll diese Erfolgsgeschichte nun fortgeschrieben werden - ob Parker sich allerdings bei der WM 2014 in Spanien wie schon vier Jahre zuvor erneut eine Sommerpause gönnt, ließ er im Moment des Erfolgs offen. „Aber für die Euro 2015 und Olympia 2016 bin ich, sollten wir uns qualifizieren, dabei. Das ist sicher“, sagte er. Kurz nachdem sich Parker für einen Verbleib von Nationaltrainer Vincent Collet ausgesprochen hatte, verlängerte der Coach seinen Vertrag bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. „Er ist einer der wichtigsten Gründe, warum ich wieder zum Nationalteam zurückkehre“, betonte der Point Guard.

Sollte der Kern um Parker, Batum, Kapitän Boris Diaw und aufstrebende Akteure wie Antoine Diot zusammenbleiben, ist die europäische Vormachtstellung des entthronten Titelverteidigers Spanien auch dauerhaft in Gefahr. „Für uns, für die neue Generation, ist das nur der Beginn einer langen Serie, hoffe ich“, erklärte Diot, kündigte aber vor allen langfristigen Zukunftsüberlegungen zunächst den tagelangen Ausnahmezustand an: „Wir werden nun heftig Party machen.“

EuroBasket 2013

Bericht bei L'Équipe

dpa

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