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Respekt vor deutschen Skifahrern wächst

Vor Abfahrt auf der Streif Respekt vor deutschen Skifahrern wächst

Am Samstag steht in Kitzbühel die schwerste Abfahrt der Welt im Kalender, in gut zwei Wochen beginnen die alpinen Weltmeisterschaften - und der Respekt vor den deutschen Speedfahrern wächst und wächst. Josef Ferstl zeigte mit Rang acht im Super-G, warum das so ist.

Josef Ferstl während des Super-G auf der Streif.

Quelle: Robert Jaeger

Kitzbühel. Vor der schwersten Abfahrt der Welt auf der Streif in Kitzbühel ist der Respekt vor den deutschen Skirennfahrern groß wie lange nicht mehr.

Josef Ferstl zeigte mit Rang acht im Weltcup-Super-G am Freitag und nur einer halben Sekunden Rückstand auf die Podestplätze zum Auftakt in das lange Hahnenkamm-Wochenende, warum. „Es freut mich extrem, dass wir die Trainingsleistungen mittlerweile ganz gut umsetzen können“, sagte Ferstl einen Tag vor dem Höhepunkt in Österreich (11.30 Uhr). „Ich habe mir gedacht: Ja geil! Eine einstellige Zahl ist immer gut. Schon cool.“

Allerdings gab sich der 28-Jährige nach der zehnten deutschen Top-15- und der sechsten Top-10-Platzierung in Serie im Super-G auch selbstkritisch. „Ich habe an der Hausbergkante ehrlich gesagt zu viel Zeit gehabt zu überlegen und leicht quergestellt. Top 10 ist perfekt, auch wenn es weiter nach vorne hätte gehen können“, sagte er 19 Tage vor dem Herren-Super-G bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz.

Auf Sieger Matthias Mayer fehlten ihm 0,90 Sekunden. Der Abfahrts-Olympiasieger aus Österreich war 0,09 Sekunden schneller als Christof Innerhofer aus Südtirol und erfüllte sich mit seinem ersten Sieg in Kitzbühel einen „Kindheitstraum“. Der Schweizer Beat Feuz rangierte beim letzten Weltcup-Super-G vor der WM als Dritter 0,44 Sekunden hinter Mayer und 0,56 vor Ferstl - ein Rückstand, den Ferstl in Zukunft aufholen kann.

Das glaubt zumindest Kjetil Jansrud, der bislang dominierende Super-G-Fahrer im WM-Winter. Nach dem Ende seiner Siegesserie - Jansrud hatte die ersten drei Super-G der Saison gewonnen - und Rang neun auf der Streif sagte der Norweger über die immer besser werdenden deutschen Speedfahrer: „Von den vier Leuten am Start sind zwei, vielleicht sogar drei potenzielle Rivalen um Siege in der Zukunft.“

Jansrud hofft regelrecht auf einen anhaltenden Aufschwung beim DSV: „Deutschland ist einer der größten Märkte für den Skirennsport, und wir brauchen das Interesse dort. Es war groß, als Felix Neureuther im Slalom so richtig gut war, aber wir brauchen auch einen Speedfahrer auf dem Podest und mit Siegen.“ Neureuther fährt am Sonntag im Slalom (10.30/13.30 Uhr) um seinen dritten Sieg in Kitzbühel.

Ferstl hat die gestiegene Anerkennung der Konkurrenz längst registriert. „Man wird ernster genommen. Man wird mitgefilmt, die anderen Nationen schauen, was wir für Zeiten fahren. Das ehrt und spornt sehr an, ist einfach cool“, sagte er in Kitzbühel und durfte sich über den knappen Vorsprung auf Jansrud freuen. „Zwei Hundertstel, da habe ich mal das Glück auf meiner Seite gehabt. Es ist echt cool, wenn man mal einen Herrn Jansrud im Griff hat.“

Auch Andreas Sander ist längst auf dem Radar der Topfahrer. Daran ändert auch Rang 28 nach einer fehlerhaften Fahrt nichts. Er hatte zwar bei perfekten Bedingungen und Sonnenschein „die große Ehre“, das Weltcup-Wochenende von Kitzbühel zu eröffnen. Durch die Startnummer eins fehlten ihm aber Eindrücke von anderen Athleten, wie etwa schwierige Streckenpassagen zu fahren sind. „Das ist im Super-G manchmal ein Nachteil“, sagte er im ZDF. „Ich habe ein paar Sachen falsch eingeschätzt.“

Thomas Dreßen fuhr an einem Tor vorbei, Riesenslalom-Spezialist Dominik Schwaiger kam im ersten Weltcup-Super-G seiner Karriere auf Rang 40 (+2,55).

dpa

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