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Steffens Weltrekord geknackt - Schmidtke WM-Achte

Deutsche Schwimmer enttäuschen Steffens Weltrekord geknackt - Schmidtke WM-Achte

Acht Jahre hielt der Weltrekord über 50 Meter Freistil von Britta Steffen. Nun ist er Geschichte. Historisches gelang auch einem Amerikaner bei der Schwimm-WM. Die einzige deutsche Finalteilnehmerin am Samstag konnte nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen.

Die Schwedin Sarah Sjöström hat Britta Steffen den Weltrekord über 50 Meter Freistil abgenommen.

Quelle: Joel Marklund

Budapest. Steffens-Weltrekord geknackt, historische Gold-Show geboten. Zwei internationale Schwimm-Stars beherrschten den vorletzten WM-Tag.

Die Schwedin Sarah Sjöström unterbot über 50 Freistil die acht Jahre alte Bestmarke von Olympiasiegerin Britta Steffen, der US-Amerikaner Caeleb Dressel gewann als erster Schwimmer bei einer WM drei Goldmedaillen an einem Tag. Chancenlos war Aliena Schmidtke, die mit zwei deutschen Rekorden ins 50-Meter-Schmetterling-Finale gestürmt war und dort Achte wurde.

„Ich habe alles gegeben“, sagte sie nach dem Rennen. Die beiden anderen deutschen Starter schieden bereits in ihren Vorläufen aus. Marek Ulrich verpasste die Qualifikation für das Halbfinale über 50 Meter Rücken, Florian Wellbrock erreichte den Endlauf über 1500 Meter Freistil nicht.

Schmidtke schlug beim Sieg der Schwedin Sarah Sjöström nach 26,08 Sekunden an. „Wir haben eine kleine Veränderung vorgenommen und die Unterwasserphase beim Start etwas verkürzt“, sagte sie. „Wie sich das ausgewirkt hat, müssen wir auswerten.“ Unzufrieden war die 24-Jährige aber keineswegs: „Ich bin glücklich, dass ich im Finale stand. Für mich war es eine erfolgreiche WM. Ich bin überall Bestzeiten geschwommen, war in allen Events Top 10, da kann man sich nicht beschweren.“

Schmidtke hatte Rang zehn über 100 Meter Schmetterling belegt und war mit der 4 x 100 Meter Lagen-Mixed-Staffel Siebte geworden. Für ihr erstes WM-Einzelfinale hatte sich die Magdeburgerin mit zwei deutschen Rekorden im Vorlauf (25,73 Sekunden) und im Halbfinale (25,68 Sekunden) qualifiziert. An diese Zeiten kam sie im Finale nicht mehr heran.

Anders als Sjöström, die nach ihrem Titel über die doppelte Distanz ihre zweite Goldmedaille in Ungarn gewann und wenige Minuten später eine weitere Top-Leistung zeigte: Über 50 Meter Freistil unterbot sie in 23,67 Sekunden den acht Jahre alten Weltrekord von Britta Steffen um sechs Hundertstelsekunden. „Ich bin froh, dass ich diesen Weltrekord über 50 Meter habe. Das bedeutet, dass ich die schnellste Frau der Welt bin“, sagte sie.

Derweil setzte Dressel seine eindrucksvolle Gold-Show fort. Über 50 Meter Freistil, 100 Meter Schmetterling und mit der 4 x 100 Meter Freistil-Staffel, die in 3:19,60 Minuten einen neuen Weltrekord aufstellte, sicherte er sich bei seiner ersten WM-Teilnahme bereits die Goldmedaillen Nummer vier, fünf und sechs. Mit der Lagen-Staffel kann er sein siebtes Gold holen. Damit hätte er genauso viele Goldmedaillen bei einer WM gewonnen wie Superstar Michael Phelps bei seinen besten Weltmeisterschaften 2007 in Melbourne.

Auf der 200-Meter-Rücken-Strecke lag Lokalmatadorin Katinka Hosszú im Finale bei der letzten Wende unter ohrenbetäubendem Jubel in der Duna Aréna noch vorne, musste sich am Ende aber der Australierin Emily Seebohm geschlagen geben und sich mit Silber begnügen. Rekordweltmeisterin Katie Ledecky gewann über 800 Meter Freistil ihre fünfte Goldmedaille in der ungarischen Hauptstadt - ihr 14. WM-Gold insgesamt.

Von solchen Erfolgen sind die deutschen Schwimmer weit entfernt. Wellbrock war nach seiner Final-Teilnahme über 800 Meter Freistil über 1500 Meter mit 15:07,43 Minuten hinter seinen Möglichkeiten geblieben und wurde 17. „Das ist schade, ich bin schon enttäuscht“, sagte er. Ulrich war dagegen mit seiner Zeit von 25,27 Sekunden zufrieden, die ein knappes Ausscheiden auf der 50-Meter-Rücken-Strecke bedeutete. „Aber dass eine Zehntel fehlte, ist natürlich ärgerlich. Ich wäre gerne mal ein Finale bei einer WM geschwommen. Aber die Chance habe ich ja noch mit der Staffel, und die werde ich nutzen.“

Am letzten Wettkampftag startet die deutsche Lagen-Staffel. Zudem springt Jacob Heidtmann zum 400 Meter-Lagen-Rennen ins Becken.

dpa

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