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US-Stars Biles und Williams weisen Doping-Verdacht zurück

Hacker-Angriff US-Stars Biles und Williams weisen Doping-Verdacht zurück

Hacker aus Russland greifen die Welt-Anti-Doping-Agentur an und stellen Daten von US-Topsportlerinnen ins Internet. Womöglich ein Akt der Rache für den Ausschluss russischer Sportler von den Olympischen Spielen.

Berlin. Nach einem Angriff von russischen Hackern auf die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA haben sich US-Topathletinnen gegen die Veröffentlichung ihrer vertraulichen Daten gewandt und jeglichen Doping-Verdacht zurückgewiesen.

Unterstützung bekamen die viermalige Turn-Olympiasiegerin Simone Biles, Tennis-Star Venus Williams und Basketball-Olympiasiegerin Elena Delle Donne von der WADA und dem Internationalen Olympischen Komitee IOC. Die Sportlerinnen verwiesen auf ärztliche Ausnahmegenehmigungen, bestimmte Substanzen nehmen zu dürfen, auch wenn diese auf Dopinglisten stehen.

Turn-Olympiasiegerin Biles schrieb bei Twitter, dass sie „immer die Regeln befolgt habe“. Sie habe eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und nehme dafür Medikamente. Dies sei „nichts, für das man sich schämen muss“, teilte die 19 Jahre alte Fahnenträgerin des amerikanischen Olympia-Teams bei der Abschlusszeremonie der Spiele in Rio mit.

Wer hinter der russischen Hacker-Gruppe steckt, die sich „Fancy Bears“ nennt, war noch unklar. Auf der Webseite fancybear.net stellte sie die mutmaßlichen Daten der Sportlerinnen ins Netz. Die Hacker kündigten auf ihrer Homepage an, demnächst auch über andere Olympia-Teams berichten zu wollen. Es werde „sensationelle Beweise“ dafür geben, dass berühmte Sportler dopen würden.

Ob dahinter eine Racheaktion Russlands steckt, blieb offen. Auf Grundlage eines unabhängigen Berichts der WADA waren die russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen in Rio bis auf eine Ausnahme suspendiert worden. Der sogenannte Pound-Bericht hatte systematisches Doping in der russischen Leichtathletik zu Tage gebracht.

Kurz vor den Sommerspielen in Rio war auch bekannt geworden, dass bei den Winterspielen in Sotschi 2014 staatlich gedecktes Doping zum Erfolg russischer Sportler beigetragen haben soll. Für die WADA hatte der unabhängige Ermittler Richard McLaren einen Bericht mit entsprechenden Belegen verfasst. Die WADA hatte dafür plädiert, Russlands Team komplett von den Rio-Spielen auszuschließen. Das IOC lehnte dies - trotz scharfer Kritik - ab und versuchte mit strengen Auflagen, mögliche russische Dopingsünder gar nicht erst antreten zu lassen.

Die Hacker-Gruppe stellte medizinische Ausnahmegenehmigungen für Mittel der Athletinnen ins Internet. Darunter waren unter anderem auch die Genehmigungen für Biles, Williams und Delle Donne. Bei den Spielen in Rio habe das US-Team „gut, aber nicht fair gespielt“, hieß es auf der Website. Medaillen würden mit „schmutzigen Methoden“ gewonnen.

„Ich möchte mich bei den Hackern bedanken, dass sie die Welt darauf aufmerksam gemacht haben, dass ich gegen eine bei mir diagnostizierte Krankheit ein Medikament nehme, für welches mir die WADA eine Ausnahme erlaubt hat. Danke Leute“, meinte Delle Donne via Twitter.

Sportler dürfen mitunter Medikamente einnehmen, die auf der Dopingliste stehen, müssen dafür aber eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorweisen.

Venus Williams sagte, sie sei enttäuscht, dass medizinische Daten von ihr ohne Erlaubnis veröffentlicht worden seien. Sie habe sich beim Beantragen und Erhalten von „therapeutischen Ausnahmen“ an alle Vorschriften gehalten. Der Internationale Tennisverband ITF betonte, alle Ausnahmegenehmigungen hätten medizinische Gründe. Bei der einstigen Weltranglisten-Ersten war vor einigen Jahren eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert worden.

Turnerin Biles schrieb: „Ich glaube an einen sauberen Sport, habe immer die Regeln befolgt und werde dies weiterhin tun.“ Der amerikanische Turnverband ergänzte bei Twitter, dass Biles alle vorgeschriebenen Unterlagen eingereicht habe.

Das Internationale Olympische Komitee hatte das Vorgehen der Hacker-Gruppierung verurteilt. Mit solchen Methoden werde der Ruf von sauberen Athleten befleckt. „Das IOC kann bestätigen, dass die Athleten bei den Olympischen Spielen kein Dopingvergehen begangen haben“, hieß es.

dpa

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