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WM-Silber und -Bronze für Zehnkämpfer Freimuth und Kazmirek

Leichtathletik-WM WM-Silber und -Bronze für Zehnkämpfer Freimuth und Kazmirek

Die Zehnkämpfer Rico Freimuth und Kai Kazmirek schlagen sich bei der WM in London mit Bravour. Nur der Franzose Kevin Mayer ist stärker. Silber und Bronze gab es zuvor für deutsche Zehnkämpfer nur bei der WM 1983 durch Jürgen Hingsen und Siegfried Wentz.

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Bronze für Kai Kazmirek (l) und Silber Rico Freimuth beim Zehnkampf in London.

Quelle: Bernd Thissen

London. Nach 34 Jahren haben Rico Freimuth und Kai Kazmirek bei einer Leichtathletik-WM wieder zwei Medaillen für Deutschland im Zehnkampf gewonnen.

Der 29-jährige Freimuth vom SV Halle holte sich in London mit 8564 Punkten Silber, Bronze sicherte sich Kazmirek von der LG Rhein Wied mit 8488 Zählern. Neuer Weltmeister und Nachfolger von Weltrekordler und Titelverteidiger Ashton Eaton aus den USA wurde der Franzose Kevin Mayer mit der Weltjahresbestleistung von 8768 Punkten.

In seiner Medaillen-Seligkeit dachte Freimuth an seinen Kumpel Michael Schrader, der für das ZDF als Experte ihn interviewte. „Ich habe schon vorher gesagt. Wenn ich eine Medaille gewinne, dann widme ich sie nur einem Menschen: Michael Schrader“, sagte er. „Er ist mit mir ins Trainingslager gefahren und war nur für mich da. Wenn man so eine Freundschaft hat, ist es nur fair, wenn ich ihm die Medaille widme.“

WM-Dritter Kazmirek war wie Freimuth nur glücklich. „Ich bin einfach nur happy. Mit der Punktzahl eine Medaille zu holen, ist megaklasse“, meinte er. Bronze und Silber für deutsche Zehnkämpfer hatte es zuvor nur bei der ersten WM 1983 durch Jürgen Hingsen und Siegfried Wentz gegeben.

Freimuth, der bei der WM 2015 Dritter in Peking geworden war, ist erst der vierte deutsche Zehnkämpfer, der Silber gewinnen konnte. 1983 gelang dies Hingsen, 1987 landete Wentz hinter dem damaligen DDR-Athleten Torsten Voss auf Platz zwei, 2013 wurde Schrader Vizeweltmeister.

Die beiden deutschen Weltklasse-Mehrkämpfer trumpften an der Themse bereits am ersten Tag groß auf: Kazmirek und Freimuth gingen als Zweiter und Dritter in die Nachtruhe. Und Freimuth ging mit großer (Medaillen-)Zuversicht ins Bett, weil er sicher war, seine Stärken am „zweiten Tag ausspielen“ zu können. „Ich fühle mich bereit für den nächsten Schritt in meiner Karriere“, sagte er selbstbewusst - und hatte noch Zeit, sich um Trainer Wolfgang Kühne zu kümmern: „Er war übernervös. Da habe ich ihm gesagt: „Geh' doch mal Popcorn kaufen.“

Diese Ruhe und Courage half ihm am Samstag auf seinen Erfolgsweg konzentriert weiter zu gehen. Nämlich mit der zweitbesten Zeit von 13,68 Sekunden über die 110 Meter Hürden zu kommen, als einziger den Diskus über 50 Meter (51,17) zu werfen, im Stabhochsprung mit 4,80 Meter nur zehn Zentimeter unter seiner Bestleistung zu bleiben sowie den Speer über 62,34 Meter fliegen zu lassen. Im abschließenden 1500-Meter-Lauf verteidigte Freimuth in 4:41,57 Minuten Platz drei.

Auch der Halbzeit-Zweite Kazmirek hatte am zweiten Tag alle Kräfte mobilisiert, um vorne dran zu bleiben und seine erste internationale Medaille zu holen und dabei seine persönliche Bestleistung um zehn Punkte zu steigern. Vor dem 1500 Metern war er 98 Punkte hinter Freimuth. Dafür hätte er 15 Sekunden schneller sein müssen als sein deutscher Rivale, was ihm mit 4:38,07 Minuten nicht mehr gelang.

dpa

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