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Welte krönt sich zur Europameisterin - Sieg vor Grabosch

Bahnrad-EM in Berlin Welte krönt sich zur Europameisterin - Sieg vor Grabosch

Olympiasiegerin und Weltmeisterin war sie schon, nun hat Miriam Welte auch ihren ersten EM-Titel geholt. Die Pfälzerin siegt im 500-Meter-Zeitfahren vor Teamkollegin Pauline Grabosch. Für die deutsche Mannschaft ist es das erste EM-Gold.

Miriam Welte gewann Gold im 500-m-Zeitfahren.

Quelle: Jens Büttner

Berlin. Miriam Welte schaute mit bangem Blick auf die Anzeigetafel, dann stieß sie einen Schrei der Erleichterung aus und machte einige Freudensprünge im Innenraum. Mit einem Tag Verspätung hat sich die Teamsprint-Olympiasiegerin von London doch noch zur Europameisterin gekrönt.

Die 30-jährige holte sich bei der EM im Berliner Velodrom den Sieg im 500-Meter-Zeitfahren, nachdem es am Vortag nicht zum erhofften Titelgewinn im Teamsprint gereicht hatte. Teamkollegin Pauline Grabosch sorgte mit Platz zwei gar für einen deutschen Doppelsieg.

„Das ist einfach genial“, sagte Welte und fügte hinzu: „Die Zeit ist megastark. So schnell bin ich noch nie auf Meeresspiegel gefahren. Ich habe allen gezeigt, dass ich die 500 Meter fahren kann.“ Überglücklich war auch Grabosch: „Vor fünf Jahren habe ich noch in der Schule einen Vortrag über Miriam gehalten, jetzt stehe ich mit ihr auf dem Podest.“

Für das deutsche Team war es am zweiten Wettkampftag der erste EM-Titel, nachdem am Donnerstag im Teamsprint der Männer und Frauen zwei Silbermedaillen herausgesprungen waren. Insbesondere bei Welte und Kristina Vogel hatte der zweite Platz nicht gerade große Freude ausgelöst, schließlich war der Sieg das erklärte Ziel. Den holte Welte nun nach.

„Ich war gestern schon sehr traurig. Das hat mir heute vielleicht ein bisschen geholfen. Ich bin super happy“, sagte Welte. Bundestrainer Detlef Uibel meinte: „Sicher hat sie das gestern gewurmt. Das war ein optimaler Lauf.“

Als drittletzte Starterin war sie auf die Bahn gegangen, doch an ihre Zeit von 33,321 Sekunden kamen weder Grabosch (33,559) noch die drittplatzierte Russin Daria Schmelewa (33,757) heran. „Es war die Hölle. Ich habe gehofft und gebangt und gezittert“, sagte Welte mit Blick auf die minutenlange Warterei.

Ansonsten zerschlugen sich vor 1800 Zuschauern die weiteren deutschen Medaillenhoffnungen. Maximilian Levy verabschiedete sich als letzter Deutscher in der Königsdisziplin Sprint im Viertelfinale, als er in zwei Läufen gegen Sebastien Vigier verlor. Der Franzose gewann später auch den Titel. Auch in der 3000-Meter-Einerverfolgung und im Punktefahren der Frauen sowie im Ausscheidungsfahren der Männer waren die deutschen Starter chancenlos.

Für Welte schloss sich indes der Kreis. Ein EM-Titel hatte der Pfälzerin in ihrer beachtlichen Sammlung noch gefehlt. Bei der WM war ihr dieser Triumph bereits 2014 im kolumbianischen Cali geglückt, nur bei den kontinentalen Titelkämpfen wollte es nicht so recht klappen.

In Grabosch hat Welte nun aber eine starke Konkurrentin im eigenen Lager. Die 19 Jahre alte Teamkollegin hat sich beachtlich schnell in der Weltspitze etabliert. Das bewies die einstige Junioren-Weltmeisterin erneut. Wie im Vorjahr fuhr sie bei der EM auf Platz zwei.

Im Punktefahren der Frauen musste sich Charlotte Becker beim Sieg der Dänin Trine Schmidt mit dem sechsten Platz begnügen. Sechste wurde auch Gudrun Stock (München) mit einer Zeit von 3:37,795 Minuten in der 3000-Meter-Einervervolgung, Lisa Klein (Erfurt/3:39,688) belegte den achten Rang. Der Titel ging an die überragende Britin Katie Archibald (3:29,328). Chancenlos war Maximilian Beyer (Irschenberg) im Ausscheidungsfahren der Männer, den Sieg holte sich der Berlgier Gerben Thijssen.

dpa

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