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Olympia 2016
Noch 2000 Meter bis zur Krönung

Rio de Janeiro/Lübeck Noch 2000 Meter bis zur Krönung

Maximilian Munski rudert heute mit dem Deutschland-Achter um Gold – und in Lübeck steigt die größte Ruder-Party des Landes mit Public Viewing .

Noch 240 Schläge bis zum Gold? Der Lübecker Maximilian Munski (l.) will heute mit dem Deutschland-Achter zum Olympiasieg rudern.

Quelle: getty

Rio de Janeiro/Lübeck . Lagoa Rodrigo de Freitas, heute 11.24 Uhr Ortszeit. Maximilian Munski wird auf seinem Rollsitz hocken, ganz vorn im Bug. Da, wo es im Achter am engsten ist, dem Blumenkasten, wie ihn die Ruderer nennen. Er wird Malte Jakschik auf den Rücken schauen, den Blick links hoch zur Christus-Statue kurz heben, vielleicht auch ein kleines Stoßgebet hinauf schicken. Er weiß, was danach kommt. Er hat alles schon tausendfach durchgespielt, in mehr als 200 Kilometern pro Woche trainiert.

Jetzt ist er mit seinen Jungs bereit. Der Lübecker will mit seinem Team dem Mythos Deutschland- Achter, dem Erfolgsroman seit dem ersten EM-Gold 1959, ein weiteres Kapitel hinzufügen. Auch wenn es keiner ausspricht: Alles andere als Gold ist eine Enttäuschung. Die USA, die Niederlande, gegen die sie in Luzern verloren haben, Neuseeland und Polen sind die Gegner. Und Großbritannien. Der Dauersieger, an dem sie sie sich seit der WM 2013 die Zähne ausgebissen haben. Im Vorjahr fehlten nur 18 Hundertstel, ein Hauch von Nichts. „Die Briten sind sicher wieder unser größter Kontrahent, das haben sie hier gezeigt“, weiß Munski. Im Training auf dem Ergometer, beim Bankdruck, auf dem Wasser, „immer haben wir uns die Frage gestellt, reicht das für die Briten“. Er weiß, die Briten, sie sind physisch stärker, sie selbst aber technisch besser, haben den Willen und ein Quartett, dass weiß, wie Olympia geht. Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Maximilian Reinelt und Richard Schmidt bringen die Erfahrung von 2012, dem Sieg in London mit ins Boot. „Wir werden um jeden Meter kämpfen. Das wird ein Zweikampf plus Sternchen“, kündigt der Schweriner Schlagmann Hannes Ocik an, wie Munski Olympia-Neuling.

Und in der Heimat werden sie mitzittern, vor allem in Lübeck am Geniner Ufer. Auf dem Gelände von Holzhandel „Michelsen“ steigt heute Deutschlands größte Ruder-Party. Bis zu 5000 Menschen werden zum Familien-Tag mit Public Viewing, dem Achter-Rennen als Höhepunkt erwartet. „Das macht mich schon stolz“, gibt Munski zu. Lübeck, die LRG, das ist seine Heimat, sein Verein.

Lübecker Maximilian Munski rudert mit dem Deutschland-Achter um Gold in Rio – und in Lübeck steigt die größte Ruder-Party des Landes mit Spiel, Spaß und Public Viewing .

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Programm in Lübeck

10 Uhr Beginn der Veranstaltung Eröffnung des „Beachclubs“
10-15 Uhr Slalomrudern, Kinderrudern, Ruderergometer
11.30 Uhr Wasserski mit ziehendem Ruder-Achter
12 und14 Uhr Samba Live Show
13 Uhr Duell Läufer gegen Ruder-Achter
15 Uhr Sprint-Rennen Bundesliga-Achter
15.30 Uhr Bühnenprogramm, Talk mit den Ruderlegenden Thomas Lange, Peter-Michael Kolbe
16 Uhr Live Schaltung nach Brasilien zum Achter-Rennen , im Anschluss: Rennanalyse mit Lange/Kolbe
19 Uhr Ende der Veranstaltung

In Rio werden Munskis Freundin Kathrein und sein Heimtrainer Björn Lötsch an der Strecke mitfiebern. Sie haben ihn wieder aufgerichtet, motiviert, weiterzumachen, als er 2012 kurz vor den Spielen ausgebootet wurde. „Jetzt will ich mir den Lohn für die letzten vier Jahre abholen“, sagt Munski.

Es werden die wichtigsten 325 Sekunden seiner Karriere. 2000 Meter fehlen noch bis zur Krönung. Er wird spüren, wie das gut 96 Kilo schwere und 17,50 Meter lange Boot nach dem Start in Schwung kommt. Präzise wie ein Uhrwerk. 18, 19, 20 Schläge. Sein Puls, er wird an der 180er Grenze kratzen. Das Boot wird mit in der Nachstartphase mit bis zu 25 km/h die höchste Geschwindigkeit erreichen. Seine Muskeln, sie werden schon nach 100 Metern schmerzen. Im Endspurt, 42, 43 Schläge pro Minute, wird der Milchsäureanteil in seinem Blut auf 25 hochschießen. Ein Normalbürger kommt im Ruhezustand auf 0,6 bis 1,6. Ab jetzt heißt es nur noch durchprügeln. „Ab 500 Metern vorm Ziel bist du im Tunnel. Du weißt auch, dass die Schmerzen dann richtig kommen. Lunge, Beine, Arme, alles wird brennen. Es ist die Hölle. Du musst nur wissen, damit umzugehen“, erklärt Munski. Auf den letzten Metern wird dann Steuermann Martin Sauer die entscheidende Rolle spielen. „Er wird den Endspurt ansagen, uns motivieren.“ Er soll sie zu Gold führen.

Von Jens Kürbis

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