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„Ab dem dritten Tag kann ich genießen“

Buenos Aires „Ab dem dritten Tag kann ich genießen“

Dirk von Zitzewitz startet heute in seine 16. Rallye Dakar. Mit neuem Dienstwagen, unter Argusaugen aus Japan - und als Geheimfavorit. Der Karlshofer erzählt über Ehrgeiz, Pipi-Bedürfnisse und das Warum.

Buenos Aires. Neujahr in Buenos Aires — bei 30 Grad und schwüler Hitze. Dirk von Zitzewitz kennt es seit 2009, seit der Afrika-Flucht der Rallye Dakar, „doch ich hab‘ jedesmal meine Probleme damit“. Weniger mit dem Prozedere vor dem Tag X. Es ist immer gleich — mit dem Vorzeigen von Lizenzen, Versicherungen, Attests, georderten Benzin-Depots, Verplomben von Fahrzeugteilen und dem Nachweis, dass das Startgeld — diesmal 25000 Euro für Pilot, Co-Pilot und Auto — bezahlt ist. Es ist die organisierte Ruhe vor dem wüsten Sturm. Der beginnt heute (Sonnabend), wenn der Ostholsteiner mit seinem Piloten und Freund, Giniel de Villiers, im Toyota Hilux in die 38. Auflage der Mutter aller Wüsten-Rallyes startet. Es ist die neunte gemeinsame für die 2009-Sieger. Und Buenos Aires wird wie immer hysterisch Spalier stehen. „Wir kommen mit den Autos da kaum hindurch.“

Ein Warm up, ein Sprint auf dem Weg nach Rosario, der über die Start-Reihenfolge auf der ersten Etappe entscheidet. Der Deutsche und der Südafrikaner sind „bereit wie nie“. Ihr „Bakkie“, wie Pritschenwagen am Kap genannt werden, ist komplett neu — Antrieb, V8-Motor (387 PS; 600 Nm Drehmoment), Getriebe, Fahrwerk, Bordelektronik, einfach alles. Sogar das Äußere. Acht Wochen haben sich „GdV“ und „DvZ“ in Südafrika vorbereitet. Von Zitzewitz hat als der, der den Weg sucht, auch schon mal eine eingegrabene Citröen-Ente in der Wüste als Wegpunkt finden müssen, seine 98 Roadbooks, seine alten Routen, digital vorsortiert, mit möglichen neuen abgeglichen. Denn die Etappenpläne gibt es immer erst am Abend davor. Er hat sich viel mit dem Berliner Timo Gottschalk ausgetauscht, dem 2011-Sieger, der jetzt im selben Team fährt — als Co-Pilot des Saudis Yazeed Al-Rahji. Er hat Musik für die Überführungsetappen auf seinen iPod geladen („Alles außer Jonny Cash, sonst steigt Giniel aus“). Beide haben nichts dem Zufall überlassen, sind „Mr. und Mr. Zuverlässig“, das erfolgreichste Dakar-Duo in Südamerika. Im Kampf gegen die Übermacht von Mini und Peugeot gelten die Vorjahreszweiten als Geheimfavoriten. Doch es geht um mehr. Als Toyota Gazoo Racing South Africa startend, schaut der Mutterkonzern diesmal mit Argusaugen zu. In der Szene wird über einen großen Einstieg der Japaner in den Motorsport gemunkelt.

Für von Zitzewitz, 47, ist es die 16. Dakar. 9332 Kilometer durch Argentinien und Bolivien, über tückische Wüsten-Dünen, durch reißende Flüsse, über 4500 Meter hohe Anden-Pässe — und die Frage nach dem Warum? „Es ist der Ehrgeiz, eine geile Herausforderung, macht einfach Spaß.“ Auch wenn die ersten Tage unerträglich sind, er sich meist übergeben muss, jeder Knochen weh tut. „Ab dem dritten Tag kann ich die Dakar genießen.“ Dazu gehört auch, dass dringende Bedürfnisse warten müssen. „Da hängt ein ganzes Team dran, wurden Millionen investiert. Da kannst du nicht anhalten und Pipi machen.“ Zum Glück mussten er und auch de Villiers unterwegs noch nie, „andere lassen einfach laufen oder tragen eine Windel“. Von Zitzewitz weiß: „Jeder Tag zählt, jede Sekunde ist wichtig.“ Die Idee der Marathon-Rallye hat eine rasante Metamorphose erlebt — die Dakar ist ein Sprintrennen, das längste der Welt.

Favoritencheck mit „DvZ“
9246 Kilometer, davon 4534 gegen die Uhr, folgen in 13 Etappen nach dem Prolog bis zum 16. Januar. „In der ersten Woche stehen lange Tage an, da wollen sie uns mürbe machen, in der zweiten Woche bringen drei Hammer-Etappen die Entscheidung“, sagt Dirk von Zitzewitz.
Sein Favorit bei den Autos: Titelverteidiger Nasser Al Attiyah (Katar) im Mini von X-Raid. „Er ist das Maß der Dinge. Nani Roma und Orlando Terranova sind Podestanwärter.“ X-Raid schickt zwölf Autos ins Rennen. „ Die Unbekannte ist Peugeot.“ Seit 2015 zurück bei der Dakar, namhaft besetzt (Peterhansel, Sainz, Loeb) wurde der Peugeot 2008 DKR überarbeitet. Von Zitzewitz: „Wenn die Buggys halten, was ich bezweifle, streiten wir uns mit Nasser um den Platz dahinter.“

Jens Kürbis

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