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Berliner Festspiele in Ratzeburg

Ratzeburg Berliner Festspiele in Ratzeburg

Toni Kneist, Julia Wagner und Kim Kirschen entern souverän die Podeste beim Fechtturnier „Alte Salzstraße“ – Herren-Sieger ist nach sechs „Vize“-Titeln endlich am Ziel – und will auch 2017 wieder dabei sein.

Ratzeburg. „Ja, Ja, Ja!!!“ – Toni Kneist schrie seine Freude lautstark heraus und ballte die Faust. Der Berliner Degen-Fechter hatte soeben das 57. Internationale Fechtturnier „Alte Salzstraße“ in Ratzeburg gewonnen. Damit hat er zugleich sein persönliches Gesetz der Serie gebrochen: Bereits sechs Mal stand der mehrfache Deutsche Hochschulmeister vom PSV Berlin in den vergangenen Jahren im Finale – und scheiterte regelmäßig. Er galt als der ewige Zweite. Jetzt ist der Bann gebrochen. Das gelang ihm immerhin gegen Junioren-Mannschafts-Weltmeister Lukas Bellmann ( Bayer Leverkusen). Mit 14:12 Treffern gewann der 32-jährige Ingenieur gegen den 21 Jahre alten Studenten, der 2013 den zweiten Platz belegt hatte.

Im Halbfinale sah es zunächst nicht gut für Kneist aus. Gegen den dänischen Kadettenmeister Kenneth Knudsen (KFK Kalundborg) lag er klar zurück. Der 18-jährige Skandinavier hatte den Berliner gut im Griff, ließ sich dann aber von Kneist unter Druck setzen und ans Bahnende treiben. Dabei machte er Fehler, die der Berliner eiskalt ausnutzte. Mit 13:12 ließ er den Dänen schließlich hinter sich.

Recht gelassen – Kneist tritt manchmal auch als Fechtbahn-Derwisch auf – ging der spätere Gewinner im Endkampf ans Werk, holte einen Rückstand auf und bewies in den Finalsekunden die bessere Übersicht. Zunächst parierte er eine Attacke des anstürmenden Bellmann und setzte wohlüberlegt den Führungstreffer (13:12). Doch nun wurden die Nerven beider Fechter arg strapaziert: Da die Trefferanzeige nicht mehr die eigentlich verbliebene Kampfzeit anzeigte, sondern auf null sprang, gab es Diskussionen zwischen Obmann Martin Hechler und den Akteuren. Ergebnis: Die Uhr wurde auf acht Sekunden Restzeit gestellt. Bellmann versuchte es nun mit einer Blitzattacke, die aber misslang. Stattdessen kassierte er den entscheidenden Gegentreffer.

Den dritten Platz teilten sich Kenneth Knudsen und der Bremer Meister Wladimir Welsch (Bremen Nord). Für Kneist ist das Thema Ratzeburg nach seinem ersten Turniersieg und den sechs „Vize“-Plätzen noch nicht beendet. Er sagte: „Es bleibt noch einiges aufzuarbeiten, ich komme wieder.“

Bei den Degen-Damen siegte in überzeugender Manier Julia Wagner vom SC Berlin. Die 27-Jährige, die auch als Trainerin aktiv ist und bereits 2009 und 2014 in Ratzeburg auf dem Siegertreppchen stand, ist Vierte der deutschen Rangliste. Sie musste gegen Janina Andersch (TSV Berlin-Wittenau) zwar den ersten Treffer hinnehmen, bekam das Finalgefecht aber schnell in den Griff.

Ohne Mühe gewann die Deutsche Meisterin von 2006 mit 15:7. Die dritten Plätze belegten die Ungarin Katalin Varnay (Hamburg) und Hannah Kraken (Elmshorn).

Die frisch verheiratete Gewinnerin aus der Berliner Fechtfamilie Kirschen unterstrich nach ihrem Sieg den besonderen sportlichen Reiz des Wettkampfs in der Inselstadt. „Wie haben hier die Chance, zum Saisonauftakt viele Gefechte zu absolvieren, und in den Rhythmus zu kommen. Deshalb kommen wir so gern nach Ratzeburg“, sagte die 27-Jährige. In der Florett-Konkurrenz siegte zudem wie vermeldet ihre jüngere Schwester Kim Kirschen. In einem zunächst sehr ausgeglichenen Gefecht setzte sich die 19-jährige Deutsche Juniorenmeisterin mit 15:11 gegen die für den ETV Hamburg startende Russin Veronika Goncharóva (24) durch. Dass das Ratzeburger Turnier zu einem Berlin-Festival wurde, dazu trug auch der Dritte im Bunde aus der Kirschen-Familie bei: Vater Uwe nahm bereits zum 25. Mal teil und erreichte das Finale. Der 49-Jährige wurde Sechster.

Insgesamt kreuzten 98 Aktive aus zehn Nationen die Klingen: 57 im Herren- und 34 im Damen-Degen sowie sieben im Damen-Florett. Die Sportler kamen aus Afghanistan, Belgien, Dänemark, Lettland, Niederlande, Russland, Schweden, Spanien, Ungarn und Deutschland. Nach 814 Gefechten standen schließlich die Sieger fest.

hf

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