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Der Traum vom Dreifach-Loop

Fehmarn Der Traum vom Dreifach-Loop

Die LN treffen Surf-Superstar Philip Köster auf Fehmarn. Er spricht über Risiko und neue Rekorde.

Fehmarn. Er hat seinen Sport revolutioniert — mit gerade einmal 22 Jahren. Philip Köster, der erste deutsche Weltmeister im „Wellenreiten“, hat das Windsurfen auf eine neue Stufe gehoben, wagt Manöver, die sich niemand sonst zutraut. Den Top-Surfern stockte der Atem, als Köster vor knapp einem Jahr beim Weltcup auf Gran Canaria einen Dreifach-Vorwärts-Looping beinahe stand.

 

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Philip Köster in seinem Metier, in den meterhohen Wellen in Maui auf Hawaii.

Quelle: imago
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SUP-Star: Noelani Sach.

Quelle:
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Philip Köster in seinem Metier, in den meterhohen Wellen in Maui auf Hawaii.

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SUP-Star: Noelani Sach.

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Surf-Legende Robby Naish huldigt Köster: „Er macht Sprünge, die sind einfach unglaublich. Die würde ich mich nie trauen. Er ist auf dem Weg zum Dreifach-Loop vorwärts, ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Zweifach-Vorwärts-Loop geschafft.“ Angesprochen auf das Lob des Altmeisters erklärt Köster beim Surf-Festival auf Fehmarn grinsend: „Na ja, Naish ist 52.“ Köster versucht sich seit 2013 am Triple-Sprung. Und ist damit bis heute allein. „Wahrscheinlich ist vielen das Risiko zu hoch“, schätzt er. Viele seiner Kollegen würden den zweifachen Überschlag nur im Wettkampf springen, sonst nie.

Er selbst wolle das Ziel auch nicht erzwingen. „Ich nehme an sechs bis sieben Worldcups pro Jahr teil. An erster Stelle steht der Erfolg. Wenn aber am Ende des Laufs die Welle passt, versuche ich es wieder.“ Dafür benötige er sieben bis acht Windstärken, hohe Wellen und ein extrem großes Segel. Wichtig sei ihm, dass seine Sprünge auch per Video dokumentiert würden. „Was bringt es, wenn ihn keiner gesehen hat?“ Modellathlet Köster, er misst 1,93 Meter, auf die sich 90 Kilogramm verteilen, setzt Maßstäbe. Zum Beispiel beim höchsten Sprung, der je gemessen wurde: 18 Meter hoch.

„Die Anderen haben es auch drauf“, sagt er. Ein neuer Trend sei es, auf einen Rückwärtsloop sofort einen Vorwärtsloop folgen zu lassen. „Vor ein paar Jahren hat niemand über die Möglichkeit nachgedacht, dass dies klappen könnte.“

Seine Mutter und Managerin Linda, die mit ihrem Mann 1980 aus Hamburg nach Playa de Vargas auf Cran Canaria gezogen ist und eine Surf-Schule eröffnet hat, erklärt: „Philip ist Autodidakt, surft seitdem er acht ist. Er sieht etwas und macht es nach.“ Er gehe seinen eigenen Weg. So gebe es auch keine strikten Trainingspläne, physiotherapeutische Unterstützung oder wissenschaftliche Analysen.

„Bei mir geschieht alles auf dem Wasser, aus Intuition.“

Der junge Mann führt ein Sportlerleben am Limit. Das war schon in seiner Jugend so. „Ich bin Mountainbike gefahren. Vollgas die Berge hinunter.“ Dabei habe er sich so viele Knochenbrüche zugezogen, dass dies mit dem Surfen nicht mehr vereinbar gewesen sei. Angesichts dessen dürfte sich Kösters Krankenversicherung über seine neue sportliche Leidenschaft freuen: Stand-Up-Paddling (SUP). In zwei Wochen wird er bei einem Flachwasser-Event in München in dieser jungen und kraftzehrenden Disziplin antreten. „Ich mache das, weil es Spaß bringt“, sagt Köster. So einfach ist das. „Und gewinnen möchte ich natürlich auch.“ Selbstredend nicht gegen Amateure, sondern gegen die Profis.

Die nächsten Ziele locken. Der Gewinn der vierten Windsurf-Weltmeisterschaft — und wenn alles passt, der dreifache Vorwärtslooping — dann auch gestanden.

Noelani Sach startet Titelverteidigung

Im Rahmen des Surf Festivals steht auch der erste von vier Tour-Stopps der Killerfish German SUP Challenge an. Die Stand- up-Paddler gehen heute ab 14 Uhr ins Rennen. Dann startet auch Noelani Sach das Unternehmen Titelverteidigung. Die Eutinerin ist gerade erst vom Trainingslager auf Gran Canaria zurückgekehrt und in guter Verfassung. „Ich fühle mich bestens und will den Sieg“, betont die 18-Jährige selbstbewusst. Da auch noch Wind angekündigt ist, ergänzt sie: „Das sind meine Bedingungen.“ Das Rennen ist ein Ultimate Beachrace um mehrere Bojen mit Strandstart und Zwischensprint am Strand — zuschauerfreundlich und in Ufernähe. Weitere Tour-Stationen: World Cup Scharbeutz (24. - 26. Juni), Kühlungsborn (8. - 10. Juli); Surf-Cup auf Sylt (27. - 31. Juli). jz

Von Peter Mantik

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